
- Buddhastatuen in Felswand, Linyin Temple, Hangzhou - Sonja Eliane Stenek
Acht verschiedene Regeln sind laut Buddha zu beachten, um die Leidensaufhebung zu erreichen. Um aus dem Samsara, dem Kreislauf der Wiedergeburten, aussteigen zu können, ist es aus buddhistischer Sicht unumgänglich den Edlen Achtfachen Pfad anzuwenden. Dies sei der einzige Weg aus dem Leid.
Der erste Pfad: Rechte Ansicht
Mit Rechter Ansicht ist die Erkenntnis der Leidhaftigkeit des Lebens gemeint. Diesbezüglich ist es wesentlich zu erkennen, dass es keine Seele gibt und dementsprechend alles was passiert, der Interpretation der eigenen Person obliegt. Die Rechte Ansicht ist durch das Differenzieren der Vier Verkehrten Ansichten erreichbar: Die Suche nach Dauerhaftigkeit im Vergänglichen, der Versuch Glück im Leidvollen, eine Seele im Seelenlosen oder die Schönheit im Hässlichen zu finden - diese Ansichten sind zu meiden.
Der zweite Pfad: Rechter Entschluss
Der Rechte Entschluss beinhaltet die Entscheidung zur Entsagung, Lebewesen zu schädigen und eine Haltung des Wohlwollens einzunehmen. Hierbei geht es vor allem darum, die sogenannten Störfaktoren oder Geistesgifte zu überwinden oder zumindest dies zu versuchen.
Der dritte Pfad: Rechte Rede
Der dritte edle Pfad beinhaltet vor allem das Nicht-Lügen und sich an der Wahrheit zu orientieren. Außerdem wird darauf verwiesen, dass keine unwesentlichen Inhalte und Gewäsch verbreitet werden sollen. Dies inkludiert auch, nicht (negativ) über Personen zu sprechen, die sich im Moment an einem anderen Ort befinden.
Der vierte Pfad: Rechtes Handeln
Das Rechte Handeln bezieht sich auf heilsame Handlungen (kusala) in Abgrenzung zu unheilsamen Tätigkeiten (akusala), die vermieden werden sollten. Hier werden vor allem drei verschiedene angeführt: töten, stehlen und unheilsame sexuelle Beziehungen einzugehen.
Der fünfte Pfad: Rechter Lebenserwerb
Das heilsame Handeln ist auch in Bezug auf die berufliche Tätigkeit anzuwenden. Hier geht es darum, moralischen und ethischen Maßstäben entsprechend im beruflichen Kontext zu agieren. Dies bezieht sich auch auf die Berufswahl im Allgemeinen.
Der sechste Pfad: Rechte Anstrengung
Um heilsames Handeln erreichen zu können, bedarf es auch einer gewissen Anstrengung: Um Unheilsames zu überwinden oder es zu vermeiden als auch heilsame Handlungen zu setzen und diese zu fördern, bedarf es einer gewissen Zielgerichtetheit und Bemühung.
Der siebte Pfad: Rechte Achtsamkeit
Der siebte Pfad bezieht sich auf das Anwenden der Achtsamkeitspraxis im Alltag. Das Entwickeln von Bewusstheit und alltäglicher Achtsamkeit wird bereits in der Lehre betont. Im Anapanasati Sutta spricht Buddha zu seinen Schülern über die Bedeutung der Achtsamkeit und der Achtsamkeitspraxis für das Erlangen der Erleuchtung. Achtsamkeit soll auf folgenden vier Ebenen praktiziert werden: Körper, Emotionen, Bewusstsein und geistige Objekte.
Der achte Pfad: Rechte Konzentration
Die Rechte Konzentration (Samadhi oder Samatha) bezieht sich vor allem auf die Meditationspraxis. Diese wird vielfach als die Basis der buddhistischen Praxis erkannt, ist aber nur ein Teilbereich von 8 wesentlichen Faktoren, die Buddha im Edlen Achtfachen Pfad angeführt hat.
Um tatsächliche Erleuchtung zu finden, sollen Geistesruhe (Samadhi), Klarsicht (Vipassana), die vier Vertiefungen (Jhanas) als auch die Fähigkeit, die wahre Natur der Dinge zu erkennen, erreicht werden. Erst damit kann aus dem Samsara ausgestiegen werden und der Reinkarnationskette ein Ende gesetzt werden, das Nirvana ist somit erreicht.
Quellen:
Schumann, Hans Wolfgang: Buddhismus. Stifter, Schulen und Systeme. Patmos Verlag, München. 2005.
Stenek, Sonja Eliane: Buddhistische Ethik – heilsame und unheilsame Handlungen
