Der Weg zur flexiblen Arbeitszeit

Neue Arbeitszeitpolitik: Gute Vorbereitung ist entscheidend

Flexible Arbeitszeitmodelle sind am besten, kommen sie nicht von der Stange, sondern werden auf die Bedürfnisse eines Unternehmens und seiner Mitarbeiter zugeschnitten.

Flexible Arbeitszeitmodelle sind unabhängig von der Größe eines Unternehmens: Kleine und mittlere Betriebe können die ökonomischen Vorteile einer beweglichen Arbeitszeitgestaltung für sich und ihre Beschäftigten genauso nutzen wie große Unternehmen. Für alle gilt unterschiedslos: Ein flexibles Arbeitszeitmodell wird dann rundum ein Erfolg, wenn es passgenau auf die Bedürfnisse des Unternehmens und seiner Mitarbeiter zugeschnitten wird.

Ein neues Arbeitszeitmodell wird dann richtig gut, wird es nicht per Order de Mufti dem Unternehmen und seinen Menschen übergestülpt, davon sind Arbeitszeitberater überzeugt. Sie empfehlen, die Anforderungen des Betriebes und die Bedürfnisse der Mitarbeiter vor dem Umstellen auf flexible Arbeitszeiten gründlich zu analysieren.

"Gute Vorbereitung ist unabdingbar"

"Ein gute Vorbereitung ist unabdingbar, damit ein Arbeitszeitmodell allen Beteiligten Nutzen stiften kann und zukunftsträchtig ist", betont entsprechend Dr. Ulrike Hellert, Leiterin des Zeitbüro NRW und Chefin der Beratung "Moderne Arbeitszeiten". Keinen Zweifel hat sie daran, dass die betrieblichen Erfolgsfaktoren und die Interessen der Mitarbeiter richtig gut zusammenspielen müssen: Ein gutes Arbeitszeitmodell muss sich an dem Wettbewerb genauso orientieren wie an den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.

Geschäftsführungen, die mehr zeitliche Flexibilität sowohl für den Betrieb als auch für die Mitarbeiter wünschen, sollten - nach Arbeitszeitberatern - ein Team zusammenstellen, das alle wichtigen Informationen rund um eine Flexibilisierung der Arbeitszeit sammelt. Dieses Team sollte sich aus Mitgliedern der Geschäftsleitung, der Personalabteilung, des Betriebsrates und der Belegschaft zusammensetzen. Ein Arbeitszeitberater kann als Experte hinzugezogen werden.

Ziele der flexiblen Arbeitszeit konkretisieren

Das Arbeitszeit-Team wird dann beauftragt, die Ziele eines flexiblen Arbeitszeitmodells ganz konkret zu formulieren. Diese können - abhängig von den jeweiligen Bedürfnissen - von einer Reduzierung der Durchlaufzeiten oder dem Abbau der Überstunden bis hin zu einer höheren Flexibilität der Mitarbeiter reichen. Wie das Ziel oder das Zielbündel auch heißen wird: Es muss sich messen und beeinflussen lassen. Nur dann werden die Ziele überprüfbar.

Schritt für Schritt zu einer Arbeitszeitgestaltung nach Maß

Nach einer gründlichen Analyse der bestehenden Ist-Situation in allen Abteilungen und dem kritischen Hinterfragen, was veränderte Arbeitszeiten bewirken können und sollen, kann das passende Arbeitszeitmodell Schritt für Schritt entwickelt werden.

Das Ergebnis wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht einem lupenreinen theoretischen Arbeitszeitmodell entsprechen. Das ist auch nicht erforderlich. Das individuelle Arbeitszeitmodell für ein Unternehmen kann eine beliebige Kombination aus einzelnen Modulen der verschiedenen Flexibilitätsmodelle sein, kann sogar abteilungsweise variieren. Wesentlich ist, dass alle - von der Geschäftsführung über die Führungskräfte bis hin zu den Nachwuchskräften - das Ergebnis mit tragen wollen und werden.

Information und Kommunikation: Kür und Pflicht zugleich

Ganz wichtig auf dem Weg zu einer flexiblen Arbeitszeitgestaltung sind deshalb die Phasen der internen Kommunikation und Information: Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter - wirklich jeder im Unternehmen - muss gründlich informiert werden, bevor die neue Arbeitszeitgestaltung erst einmal testweise realisiert wird.

Diese Testphase ist besonders wichtig. Warum, erläutert Arbeitszeitberaterin Dr. Cordula Sczesny, Geschäftsführerin von Soziale Innovation GmbH, "die Feedback-Schleife ist einzuplanen, weil in dieser Zeit unaufwendig nachjustiert werden kann". Kleine Korrekturen sind meistens notwendig, weiß sie aus ihrer Erfahrung.

Praxisbeispiele zeigen, flexible Arbeitszeitmodelle halten, was sie versprechen: Sie erhöhen die Flexibilität durch verlängerte Betriebszeiten, stärken die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und steigern die Zeitsouveränität der Beschäftigten. Geschäftsführungen mit diesen Erwartungen werden von den Ergebnissen einer flexiblen Arbeitszeitgestaltung kaum enttäuscht werden.

Beate Henes-Karnahl, Fotoatelier2, Köln

Beate Henes-Karnahl - In dem Front-Office der Wirtschaft tummeln sich Zahlen, Daten und Fakten: Ökonomie wird eben im Regelfall über Zahlenreihen oder ...

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