
- Die Hochblätter des Weihnachtssterns - Joujou / Pixelio.de
Der klassische Weihnachtsstern in der Farbe leuchtend Rot darf auf keinem festlich gedeckten Weihnachtstisch fehlen. Denn erst er verleiht der Tafel einen willkommenen Hauch von Leben neben der synthetischen Deko. Allzu lange ist es noch gar nicht her, dass der Weihnachtsstern in Deutschland heimisch wurde. Seine ursprüngliche Heimat ist Mittel- und Südamerika mit seinem tropischem Klima, das er liebt. Dort wächst der Weihnachtsstern als stattlicher Strauch bis zu fünf Meter Höhe heran. Der Euphorbia pulcherrima, wie der botanische Name lautet, wurde erst Mitte des letzten Jahrhunderts als Zimmer- und Topfpflanze hierzulande kultiviert und bekannt. Weltweit zählt der Weihnachtsstern – auch Adventsstern, Christstern oder Poinsettia genannt – zu den zahlenmäßig am häufigsten angebauten Zimmerpflanzen. Sein Verkauf konzentriert sich vor allem auf die vorweihnachtliche Zeit.
Die Zierde des Weihnachtsstern sind seine Hochblätter
Der Weihnachtsstern gehört der Gattung der Wolfsmilchgewächse (Euphorbia) an. Die leicht gezackten Blätter haben ein kräftiges Dunkelgrün und sind eigentlich schon so eine Pracht. Was die Zierde des Weihnachtsstern aber ausmacht und weshalb er kultiviert wird, sind seine bunten Hochblätter - Brakteen genannt. Diese Brakteen sind in ihrer ursprünglichen Farbe karminrot. Es gibt jedoch auch weiße Weihnachtssterne, und neuerdings in fast jeder Farbe dazwischen. Auch mit panaschierten Blättern, also partiell aufgehellten, ist der Weihnachtsstern zu haben. Die Brakteen sind keine Blüten, wie sie von anderen Pflanzen her gewohnt sind. Die eigentlichen Blüten sind grün-gelblich, recht klein und unscheinbar und sitzen in der Mitte der Brakteen, also mitten in den bunten Hochblättern. An ihren Heimatstandorten blühen ausgereifte und vielfach verzweigte Weihnachtssterne mehr oder weniger das ganze Jahr über.
Mehr als zwölf Stunden Helligkeit mögen Weihnachtssterne nicht
Weihnachtssterne sind so genannte Kurztagspflanzen. Das bedeutet, sie blühen nur dann, wenn sie nicht mehr als zwölf Stunden Licht pro Tag abbekommen. Derartige Hell/Dunkelverhältnisse sind an den Heimatstandorten unweit des Äquators ganzjährig der Fall. In den hiesigen Breiten wird die Dunkelphase künstlich erzeugt. Ab Oktober werden die jungen Pflanzen mit dunklen Folien abgedeckt, so dass sich die Dunkelheit auf zwölf Stunden erstreckt. Pünktlich zur Adventszeit bilden sich dann farbige Brakteen. Durch Anwendung dieser Vorgehensweise können Weihnachtssterne zu jeder beliebigen Jahreszeit zur Blüte gebracht werden. Aber ihre Hoch-Zeit haben sie um Weihnachten.
Wie der Weihnachtsstern nach Deutschland gelangte
Erstmals brachte der Naturforscher Alexander von Humboldt 1804 die tropische Pflanze von seiner Amerikareise mit nach Europa. Die Pflanze wurde katalogisiert und bekam 1833 von dem Botaniker Carl Ludwig Willdenow den botanischen Namen Euphorbia pulcherrima – was die "schönste der Wolfsmilchgewächse“ bedeutet. 1836 wurde dem Weihnachsstern vom Historiker und Gärtner William Prescott der Name "Poinsettia“ gegeben. Den Namen führte er auf den US-amerikanischen Botschafter in Mexiko, Joel Poinsett, zurück, der von der Pflanze hoch begeistert war und in seine Heimat (South Carolina) mitnahm. Fortan wurde sie unter der Bezeichnung "Poinsettia“ vermarktet. Im 20. Jahrhundert dann taufte die deutsche Auswandererfamilie Ecke in Kalifornien die Poinsettia in "Weihnachtsstern“ um. Unter der Bezeichnung ist die Euphorbia pulcherrima am breitesten bekannt. Züchtungen in Deutschland gab es erstmals in den 1950er Jahren. Diesen allmählichen Züchtungserfolgen ist es zu verdanken, dass der Weihnachtsstern heute als Topfpflanze unter gänzlich anderen und erschwerteren Bedingungen als in seinen Heimatstandorten zurechtkommt.
Laut der Vereinigung der europäischen Weihnachtssternzüchter werden 85 Prozent der rund 38 bis 40 Millionen in Deutschland verkauften Weihnachtssterne auch hierzulande gezüchtet. Der Rest kommt hauptsächlich aus den Niederlanden, Dänemark und Italien. Gezüchtet wird der Weihnachtsstern in verschiedenen Wuchsformen: als Eintrieber oder Mehrtrieber, als Minipflanze, Ampelpflanze oder auch als Pyramide oder Hochstamm. Anzumerken ist noch, dass der Weihnachtsstern, wie alle Wolfsmilchgewächse, leicht giftig ist. Er sollte also auf der eingangs erwähnten festlichen Weihnachtstafel nur mit den Augen genossen werden.
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