In der Vergangenheit, vor der Einführung des Papiergeldes oder Münzen, wurde entweder in Naturalien oder Edelmetallen, wie beispielsweise Gold oder Silber gezahlt, dies in Form von Barren, von denen entsprechende Stücke abgetrennt wurden, oder kleinen Metallstücken. Mit der Einführung der Münzen richtete sich der Wert dieser nach dem Gehalt und Wert der Metalle, die sie enthielten. Diese Metalle waren Gold, Silber, Messing, Kupfer oder Eisen.

Mit der Münze wurde jetzt offiziell der Wert durch die Prägung garantiert und man musste nicht mehr kleine Barren oder Metallstücke abwiegen. Dies unterstützte den Handel, da es jetzt einfacher war die Zahlungsmittel in Form von handlichen Münzen zu transportieren, anstatt schwerer und unhandlicher Barren.

Aber auch dieses System war vor Inflation nicht gefeiht.Der römische Kaiser Nero war der erste der römischen Imperatoren, der den Edelmetallgehalt des Aureus durch Beimischung minderer Metalle herabsetzte. Diese Praxis wurde von seinen Nachfolgern weitergeführt und führte schließlich langfristig zu einer massiven Inflation.

Mit dem Niedergang des römischen Reiches schrumpfte Roms Geldwirtschaft. Ohne Finanzmittel für die staatliche Verwaltung konnte der Wert des Geldes nicht mehr gesichert werden. Der Handel erlahmte und man zahlte bald wieder in Naturalien.

Erstes Papiergeld

War bisher der Wert der Münze direkt an den Wert und Gehalt des enthaltenen Metalls gebunden, änderte sich das mit der Ausgabe des Papiergeldes. Das erste europäische Papiergeld wurde 1483 in Spanien ausgegeben, 1609 in Amsterdam und 1661 in Stockholm. Erst im 19. Jahrhundert wurde es auch in Deutschland eingeführt.

Anfangs schenkte man diesem Fetzen Papier kein Vertrauen, da der Materialwert des Papiers nicht dem gedruckten Wert der Banknote entsprach. Völlig entgegengesetzt zum bisherigen Münzgeld und was damalige Konsumenten bisher gewohnt waren. Allerdings hatte jeder einzelne Bürger das Recht, die Banknoten in Gold- oder Silbermünzen umzutauschen. Der Wert des Papiergeldes war also an den Gold- oder Silberwert gebunden. Der Vorteil des Papiergeldes lag auf der Hand, 1000 silberne Taler wogen ungefähr 18 Kilogramm, Banknoten aber nur ein Bruchteil davon.

Grundlagen zum modernen Geldwesen

Mit der Einführung des Papiergeldes wurde Wertaufbewahrung und Währung erstmals getrennt. Die Währung oder das Tauschmittel war jetzt essentiell eine Schuldverschreibung des Staates, der die Druckrechte kontrollierte und so Missbrauch und Inflation vorbeugen sollte. Dies war allerdings nur ein Wunschtraum, wie die Wirtschaftskrise 1797 in England zeigte.

Bisher wurde der Wert der Währung und des gesamten monetären Systems unter anderem dadurch gestützt, dass Banken den Gegenwert des im Umlauf befindlichen Papiergeldes in Gold (eher als Silber) in den Tresoren aufbewahrten, ein Vorgehen, welches vor allem die 1609 in Amsterdam gegründete Amsterdamer Wechselbank beherzigte. Nicht so die 1694 in England gegründete Bank of England und nachfolgender Banken. Kriegsgeschehnisse vor dem Hintergrund der französischen Revolution führten zum rapiden Verbrauch der Edelmetallreserven.

Als 1797 die Meldung verbreitet wurde, französische Revolutionstruppen wollen nach England übersetzen, löste dies einen Ansturm auf die englischen Banken aus. Es stellte sich bald heraus, dass mehr Papiergeld in Umlauf war als Münzgeld bei den Banken zur Verfügung stand. Ein wirtschaftlicher Zusammenbruch wie der der französischen Revolution vorausgehend trat nicht ein, aber nur, weil das englische Parlament für die Zahlungsfähigkeit des Staates bürgte und so zusammen mit der Bank of England das System retten und den Wertverlust des Papiergeldes in Grenzen halten konnte.

Der Goldstandard

Sir Isaac Newton wurde 1696 von dem englischen König William III. als Oberaufseher über die Royal Mint eingesetzt. Um der hohen Inflationsrate Einhalt zu gebieten definierte Newton das Pfund als eine genau festgelegt Menge Gold und koppelte das Volumen der im Umlauf befindlichen Banknoten an die Goldreserven der Bank of England. Silber verlor damit seine Funktion als Währungsmittel.

Die von Newton eingeführte Relation zu Gold ist heute bekannt als Goldstandard. Während der folgenden Jahre wurde der Goldstandard international nach und nach akzeptiert, in Deutschland 1871. Mit dem Goldstandard wurde wieder sichergestellt, dass der Wert der Währungen erhalten blieb, indem man die Goldmenge der Geldmenge in Relation setzte, um Inflation vorzubeugen. Gleichzeitig wurden die Wechselkurse fixiert.

Der Goldstandard wurde allerdings mehrfach temporär außer Kraft gesetzt, wenn, meistens aus Kriegsgründen, mehr Geld gedruckt werden musste als Gold im Umlauf war. Er war zu unflexibel für die zeitweise immensen Ausgabensteigerung einiger Staaten und brach völlig zusammen mit dem Beginn des ersten Weltkrieges, als massive Ausgaben für die Aufrüstung und Kriegsmaschinerie die Notenpressen heißlaufen ließen. Diese inflationäre Maßnahme gepaart mit der folgenden internationalen Wirtschaftskrise führten zu einer Hyperinflation.

1944 unternahmen 44 Staaten in Bretton Woods, USA, einen letzten Versuch, ein goldbezogenes Währungssytem zu bilden. Nur der US-Dollar wurde mit einer Einlöseverpflichtung in Gold versehen, die restlichen Währungen vereinbarten starre Wechselkurse mit dem Dollar.

Nixon Schock

1971 wurde von Nixon die Verankerung des Dollars zum Gold dann völlig aufgehoben. Vor dem Hintergrund des Vietnam Krieges wurde in den USA mehr Geldnoten gedruckt als Goldreserven vorhanden waren. Nicht nur das, mit abnehmenden Vertrauen in den Dollar klagten mehrere Länder Amerikas Zahlungsverpflichtungen in Gold ein, was die US-Goldreserven noch mehr reduzierte. Im Angesicht eines immer weiter sinkenden Dollars und der drohenden Gefahr einer Inflation, entschied sich Nixon am 15. August 1971, die Verbindung Dollar - Gold aufzulösen.

Nixons damaliges Vorgehen wurde auch als Nixon Schock bezeichnet, da er keinen der Teilnehmer an dem Bretton Woods Abkommen vorher informierte, sondern diese Entscheidung im Alleingang traf. Von jetzt an war der Wert des Geldes nicht mehr an den Goldwert gebunden, sondern flexibel und abhängig von Angebot und Nachfrage. Von nun an war die Jahrhunderte alte, stabilisierende Verbindung zwischen Währung und Edelmetall zerstört, es ist der Beginn des heute existenten Fiat Geldes.