
- Lederfußball aus den 60er Jahren - siepmannH
Was waren das für Zeiten, in denen das runde Leder seinem Namen noch alle Ehre erwies und auch wirklich aus Leder gefertigt wurde. Begann es während eines Fußballspiels zu regnen, nahm das lederne Spielgerät die Feuchtigkeit auf und der Ball dementsprechend schwerer. Solche Probleme gehören freilich der Vergangenheit an.
Seit 1970 werden alle offiziellen Fußbälle bei Weltmeisterschaften von adidas hergestellt. Und 1986 war es dann soweit: Das runde Leder wurde zum runden Plastik. Der erste vollsynthetische Fußball bei einer Weltmeisterschaft wurde in Mexiko vorgestellt. Das neue Material des Tangos erhöhte die Strapazierfähigkeit und reduzierte die Wasseraufnahme weiter. Diese Neuerungen wurden auch in den folgenden Jahren immer weiter voran getrieben. Durch eine innere Schicht aus schwarzem Polyurethanschaumsollten höhere Schussgeschwindigkeiten erreicht werden. Nur am schlichten schwarz-weißen Design des Tangos orientierte man sich auch bei den Weltmeisterschaften 1990 in Italien und 1994 in den USA.
Es wird bunt
Bei der WM 1998 in Frankreich wurde es erstmals bunt. Der Name war Programm und mit dem Tricolore wurde der erste dreifarbige Spielball vorgestellt. In Südkorea und Japan 2002 ging die Ära des Tango-Designs zu Ende. Der Fevernova war mit seinem bunten, asiatisch inspirierten Design der erste WM-Ball mit einem deutlich veränderten Erscheinungsbild. Durch eine syntaktische Schaumschicht mit einem dreilagigen Gewebe kombiniert erhielt der Ball eine präzisere und besser berechenbare Flugbahn. Der Teamgeist bei der WM 2006 in Deutschland unterschied sich schon in seiner Fertigung von seinen Vorgängern. Er bestand nicht mehr aus den klassischen 32 Fünf- und Sechsecken, sondern erhielt durch die neuartige Anordnung von 14 Panels eine rundere Struktur. Außerdem wurden die Einzeteile nicht mehr aneinander genäht, sondern miteinander verklebt.
Der bislang rundeste Ball
Noch 21 Tage bis zur Eröffnung der Fußball Weltmeisterschaftsendrunde in Südafrika. Wie bei jeder ballesterischen Großveranstaltung wurde auch heuer der diesjährige Spielball im Vorfeld der WM feierlich vorgestellt. Dieser hört auf den klingenden Namen Jabulani, was in der Sprache der Zulu so viel wie „Feiern“ bedeutet. Der 440 Gramm schwere Jabulani ist ein Wunderwerk der Technik. Aufgrund der speziellen Anordnung von acht, erstmals nicht flachen, sondern dreidimensionalen Panels er als der bislang rundeste seiner Zunft.
Das schwere Los der Torhüter
Durch die ständigen Veränderungen an Struktur und Material der Spielbälle, veränderten sich über die Jahre auch deren Flugeigenschaften, sehr zum Missfallen der Tormhüter. Schon 2002 beschwerte sich Russlands damaliger Keeper Ruslan Nigmatullin über den Fevernova, welcher zu schnell und in seiner Flugkurve zu unberechenbar sei. Auch 2006 gab es Kritik am Spielball. Der Teamgeist werde sehr schnell und fange bei Regen an zu flattern, war Deutschlands Teamtorhüter Jens Lehmann wenig begeistert.
