Der Zusammenhang von Seele und Verdauung

Wenn Stress auf den Magen schlägt

Der Magen ist ein hervorragendes Beispiel, wie sehr der Körper das seelische Wohlbefinden widerspiegelt.

Dass körperliche Beschwerden durch seelische Konflikte begründet sein können, ist den meisten Menschen durchaus bewusst. Dafür, wie sehr das seelische Wohlbefinden auf körperlicher Ebene seinen Ausdruck findet, ist der Magen ein hervorragendes Beispiel. „Das ist mir aber auf den Magen geschlagen!“ – „Mir ist eine Laus über die Leber gelaufen!“ – „Mir kommt die Galle hoch!“ – „Ich habe das Gefühl, als hätte ich einen Kloß im Hals.“ – „Beim Gedanken daran schnürt sich mir die Kehle zu.“ Die Liste mit Redensarten, die eine Beziehung zwischen dem seelischen Befinden und dem Verdauungssystem herstellen, ließe sich beliebig fortsetzen.

Und die meisten Menschen können diese Sätze sicher auch mit persönlichen Erfahrungen belegen. So wird jeder im Lauf seines Lebens mit Situationen konfrontiert, auf die er mit Unsicherheit, Nervosität oder Angst reagiert. Eine Prüfung, ein Vorstellungsgespräch oder auch eine vielversprechende Verabredung kann einem das Herz sprichwörtlich „bis zum Hals schlagen“ lassen, einem „auf den Magen schlagen“ oder einen „Kloß im Hals“ auslösen. Schätzungsweise jeder Fünfte leidet an sogenannten funktionellen Störungen des Magen-Darm-Traktes.

Funktionelle Störungen

Von „funktionellen Störungen“ spricht der Arzt, wenn die medizinische Diagnostik keinen Hinweis auf eine organische Ursache ergeben hat. Immer wieder kommt es vor, dass Betroffene in einem solchen Fall einen Spezialisten nach dem anderen aufsuchen und allmählich das Vertrauen in die Medizin verlieren. Häufig sind die Ursachen seelischer Natur oder in den Lebensgewohnheiten zu finden. In solchen Fällen kann es sehr hilfreich sein, Art, Häufigkeit, Dauer und Zeitpunkt der Beschwerden aufzuschreiben. Im Gespräch mit dem Arzt lässt sich so leichter herausfinden, was die Symptome auslösen könnte. Die Mitarbeit des Betroffenen ist nicht nur in diesen speziellen Fällen ein wichtiger Beitrag für den Erfolg einer Therapie!

Stress und sein Einfluss auf den Organismus

Die Stressreaktion des Körpers ist noch ein Relikt aus unserer Vergangenheit. Zu Zeiten, als der Mensch noch als Jäger und Sammler in einer oft lebensgefährlichen Umgebung unterwegs war, musste sich der Organismus schnell auf körperliche Aktivitäten wie Angriff oder Flucht einstellen können. Hierfür benötigte er kurzfristig eine erhebliche Menge Energie, um in Sekunden für eine sofortige Reaktion bereit zu sein.

Um diese Energie schnell bereitstellen zu können, wird der Stoffwechsel angekurbelt. Die Herzfrequenz und der Blutdruck steigen und die Atmung beschleunigt sich. Dadurch erhält das Blut mehr Sauerstoff, das auch schneller zu den Muskeln befördert wird – Leistungsfähigkeit und Reaktionsschnelligkeit steigen. Energieträger wie Blutzucker und Fettsäuren werden vermehrt produziert und der Geist wird wacher und aufmerksamer. Des Weiteren werden unter anderem die Hormone Kortisol und Adrenalin ausgeschüttet.

Gleichzeitig werden Energie raubende Abläufe wie etwa die Verdauung, gehemmt, damit sich der Organismus ganz auf die gewünschte körperliche Aktivität konzentrieren kann. Auch die Leistungsfähigkeit des Immunsystems reduziert sich. Sobald die Stress auslösende Situation bewältigt ist, normalisieren sich die Vorgänge im Körper wieder.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Buch-Information:

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in dem Buch „Verdauungsstörungen – Vorbeugen und richtig behandeln“ von Albert Haufs und Dr. med. Oliver Schad, erschienen im Compact Verlag, 9,80 €.

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Albert Haufs - Herzlich willkommen auf meinem Profil! Hier nur kurz die wichtigsten Infos zu meiner Person. Ich arbeite seit mehreren Jahren als ...

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