Der Zweite Japanisch-Chinesische Krieg

Chinesische Soldaten im Kampf nahe des Salwenn - US Archiv ARCWEB
Chinesische Soldaten im Kampf nahe des Salwenn - US Archiv ARCWEB
Rund acht Jahre - von 1937 bis 1945 - dauerte der Zweite Japanisch-Chinesische Krieg und forderte auf beiden Seiten eine große Zahl von Opfern.

Noch vor dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbour im Dezember 1941 und dem damit verbundenen Kriegseintritt der USA, begannen die Japaner am 7. Juli 1937 die Invasion Chinas: der Anfang des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges. Dieser dauerte bis zum 9. September 1945 und endete mit der Kapitulation Japans.

Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke

Als Beginn des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges ist der Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke in die Geschichtsbücher eingegangen. Etwa fünfzehn Kilometer südwestlich von Peking marschierten Soldaten der kaiserlichen japanischen Armee zu einem Manöver in Richtung Longwangmiao. Aus Richtung des Flusses Yongding He fielen zwischen 22:30 Uhr und 23:40 Uhr Schüsse. Bis heute ist nicht geklärt, von wem und aus welchem Grund diese Schüsse abgefeuert wurden. Nach diesem Zwischenfall wurde später in der Nacht festgestellt, dass ein Soldat fehlte und es wurde an die Kommandozentrale gemeldet, dass dieser entweder gefallen sein musste oder aber von den Chinesen verschleppt worden sei. Als der Soldat später wieder auftauchte, wurde es versäumt, dies rechtzeitig zu melden. Aufgrund dieser unterlassenen Meldung wurde der nahegelegene Ort Wanpingxian erstürmt, nachdem eine Durchsuchung von den Chinesen abgelehnt wurde. Die daraus resultierenden Scharmützel und Konflikte, welche auch als Nordchina- oder China-Zwischenfall bekannt sind, mündeten schließlich im Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg.

Schlachten in Shanghai, Nanjing und Tai’erzhuang

Die erste große Schlacht im Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg war die um Shanghai, welche vom 13. August bis zum 9. November 1937 tobte und über 250.000 Verluste auf beiden Seiten forderte. Noch während des Kampfes um Shanghai, welcher zur japanischen Überraschung länger dauerte als geplant und unerwartete Verluste mit sich führte, schlug Japan China eine Beilegung des Konfliktes vor, sofern diese sich an drei Prinzipien halten würden:

  1. Unterdrückung aller antijapanischen Aktivitäten
  2. Anerkennung Mandschukuos (ein damaliges japanisches Reich in der Mandschurei)
  3. Gemeinsamer Kampf gegen den Kommunismus

Die chinesische Reaktion ließ zu lange auf sich warten und als schließlich Bereitschaft bestand, hatte Japan den Kampf um Shanghai bereits für sich entschieden und war nicht mehr zu einer Beilegung des Konfliktes bereit und stellte sehr viel drastischere Forderungen. China lehnte ab.

Ende 1937 besetzten japanische Truppen Nanjing, die damalige Hauptstadt der Republik China, und richteten unter der Bevölkerung ein Massaker an, dem rund 300.000 Chinesen zum Opfer fielen. Darauf folgend wurde die Hauptstadt nach Chongqing verlagert, was jedoch mit enormen Komplikationen verbunden war, da die Stadt nicht vollständig unter chinesischer Kontrolle stand, sondern von Banden beherrscht wurde. Nur mit Hilfe der Sowjets konnte eine funktionierende Luftabwehr installiert werden, um die andauernden japanischen Bombardements abzuwehren.

Nachdem Anfang 1938 alle weiteren Verhandlungen gescheitert waren, entschloss sich Japan zu einer Offensive in Richtung Wuhan. Um dies zu ermöglichen, mussten mehrere strategisch wichtige Knotenpunkte eingenommen werden. Ende März bis Anfang April 1938 kämpfte Japan um die Stadt Tai’erzhuang, gewann zwar schlussendlich, musste jedoch immense Verluste hinnehmen. Die hohen Verluste der Japaner (rund 30.000 Soldaten) führte zu einem abschwächen des Mythos der Unbesiegbarkeit der Japaner und gab der Moral der chinesischen Truppen einen Aufschwung. Es war einer der Wendepunkte des Krieges.

Pattsituation im Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg

Ende 1938 eroberten die Japaner Wuhan und Guangzhou (Kanton), warteten jedoch vergeblich auf eine Kapitulation Chinas. Alternativlos setzten die Japaner schließlich eine Marionettenregierung unter der Führung von Wang Jingwei ein und hielt den Osten Chinas unter Kontrolle. Der Rest von China wurde von der Kuomintang unter der Führung von Chiang Kai-shek und Mao Zedongs kommunistischer Partei kontrolliert. Trotz der Zerstrittenheit zwischen Maos Kommunisten und der Kuomintang gelang es den Japaner nicht, nennenswerten Boden gut zu machen. Nach dem Massaker von Nanjing und dem Panay-Vorfall (die Japaner versenkten das US-amerikanische Kanonenboot USS Panay) entschloss sich die USA zu einem Stahl- und Öl-Embargo über Japan, was schlussendlich zu dem Angriff von Pearl-Harbour führte.

Kriegserklärung der USA, China und UdSSR

1941 erklärten die USA und China offiziell Japan den Krieg. 1943 erklärte die von Japan eingesetzte Regierung in Nanjing den USA und Großbritannien den Krieg. Ein Jahr später startete Japan eine erneute Offensive, konnte jedoch nicht verhindern, dass die Kommunisten und die Kuomintang immer mehr ländliche Gebiete unter ihre Kontrolle bekamen. Am 8. August 1945 erklärte schließlich auch die Sowjetunion Japan den Krieg. Mit über einer Millionen Soldaten führte die Sowjetunion Operation Auguststurm durch und eroberte Mandschukuo, Mengjiang, Korea, die Präfektur Karafuto und die Kurilen. Nachdem die USA Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abwarfen, kapitulierte Japan schließlich am 15. August 1945. Die japanischen Truppen in China ergaben sich knapp einen Monat später am 9. September 1945.

Quellen:

Andreas Schnell, Andreas Schnell

Andreas Schnell - Andreas Schnell ist freier Autor / Journalist und lebt gemeinsam mit seiner Frau und zwei Töchtern in Frankfurt/Main. Redaktionell ...

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