
- Mercedes SLR Stirling Moss 2009 - Daimler AG
Es passiert nicht häufig, dass es zu einem bestimmten Thema bei Wikipedia keinen Eintrag gibt. Doch im Falle des Mercedes-Benz SLR Stirling Moss wurde der Interessent bis zum Tag des Verfassens dieses Artikels zumindest nicht fündig. Zwar sind alle Angaben zum 2004 erstmals erschienenen und im britischen Woking gefertigten Gemeinschaftsprojekt der Formel 1-Schmiede McLaren und Mercedes – dem Coupé SLR, seinen leistungsgesteigerten Varianten und dem Roadster – beschrieben, doch zum die Baureihe abschließenden, limitierten Typ SLR Stirling Moss fanden sich keine Angaben oder Bilder.
Der Mercedes-Benz SLR Stirling Moss feierte sein Debüt in Detroit 2009
Dr. Klaus Maier, der Leiter Vertrieb und Marketing Mercedes-Benz Cars, präsentierte der Öffentlichkeit den neuen SLR Stirling Moss im Rahmen des Neujahrsempfanges der nordamerikanischen Autoshow. Die letzten Exemplare des auf nur 75 Einheiten limitierten Sondermodells wurden im Dezember 2009 gefertigt. Sachlich betrachtet steht das Namenskürzel für die drei Begriffe "sportlich“, "leicht“ und "Rennsport“. Aber für Kenner ist die Buchstabenkombination die Bezeichnung für ein Traumauto von besonderem Rang, dessen Urahnen als Rennsportwagen in den 1950er Jahren entwickelt und durch ihre Siegesserien berühmt wurden.
Dem Rennsport geschuldet ist der Verzicht auf Dach und Windschutzscheibe des nach dem Rennfahrer Stirling Moss benannten und bereits vor Produktionsende ausverkauften Sondermodells. Im Design deutlich moderner gehalten als seine rund 2.000 Schwestermodelle der Baureihe 199 verfügt der SLR Stirling Moss über den bei AMG entwickelten Achtzylinder-Kompressormotor mit 478 kW beziehungsweise 650 PS. Dieser beschleunigt den SLR Stirling Moss in weniger als 3,5 Sekunden aus dem Stand auf 100 Stundenkilometer. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 350 Kilometer pro Stunde.
Dieses extreme Konzept machte den Hochleistungssportwagen nach Ansicht seiner Schöpfer zum würdigen und legitimen Träger des Namens von Sir Stirling Moss, der in den 1950er Jahren die legendären SLR-Rennsportwagen von Mercedes-Benz von Sieg zu Sieg pilotiert hat. Seine Jungfernfahrt zelebrierte der SLR Stirling Moss zusammen in Begleitung des 300 SLR und der SLR-Palette. Sir Stirling Moss war zu diesem Anlass nach Brescia gekommen, um Augenzeuge dieses historischen Auftritts zu sein. Geboren wurde der SLR-Mythos 1955 durch Rudolf Uhlenhaut, den damalige Pkw-Versuchschef und Leiter der Rennwagen-Entwicklung.
Mehr zu Rennfahrer Stirling Moss und dem Modellauto des SLR im Maßstab 1:43
Um der traditionellen Ausnahmestellung des SLR gerecht zu werden, hatten Mercedes-Benz und McLaren ihr umfangreiches technisches Know-how aus dem Motorsport in die Supersportwagen einfließen lassen. Beispielsweise setzten die SLR durch die weitestgehende Verwendung von sehr leichten und dennoch hochfesten Carbonfaser-Werkstoffen höchste Maßstäbe bei Hochleistungsfahrzeugen hinsichtlich Handling, Steifigkeit und Sicherheit. Dazu gehören unter anderem die an die Monocoque und Crash Cone Konstruktionen der Formel 1 angelehnten Frontstrukturen aus Karbonfasern, die ein optimales Crashverhalten garantieren.
Das Zusammenspiel von Gestaltung und Funktion beim SLR Stirling Moss
Das Frontmittelmotor-Konzept sorgt für die Konzentration der Massen nahe der Fahrzeugmitte und somit im Interesse hoher Agilität und bester Fahrdynamik für ein sehr geringes Massenträgheitsmoment. Dies bildet zusammen mit der aus dem Rennsport übernommenen Fahrwerksauslegung die Basis für optimales Handling. Das Design des SLR Stirling Moss fällt durch eine langgezogene Motorhaube, straffe Taille und die weit nach hinten versetzte Fahrgastzelle sowie das kurze Heck auf. Aus dem Rennsport stammt das auf Abtrieb basierende Aerodynamikprinzip im Zusammenspiel von Diffusor, geschlossenem Unterboden, Spoiler und der Airbrake.
Mercedes-Benz und McLaren beendeten mit dem SLR Stirling Moss ihre Zusammenarbeit im Bau von Straßensportwagen. Der Nachfolger von SLR Coupé und Roadster trägt das Namenskürzel SLS AMG und feierte mit seinem Flügeltürenkonzept Premiere auf der IAA 2009. Zum SLR Stirling Moss sind Modellautos in dem Maßstab 1:43 und ein Modell im Maßstab 1:18 für knappe 30 Euro beziehungsweise 60 Euro erschienen, sodass die Erinnerung an diesen Typ nicht nur in den klimatisierten und für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Hallen millionenschwerer Sammler wach gehalten werden wird, die eine knappe Million Euro dafür zahlten. An den Namensgeber dieses Fahrzeuges erinnert eine Plakette mit dessen Unterschrift im Innenraum.
