Deutsch als Fremdsprache (DaF) im Ausland unterrichten

DaF-Klasse in Südkorea, Abschlussessen - B.Olderdissen
DaF-Klasse in Südkorea, Abschlussessen - B.Olderdissen
Sie möchten Deutsch als Fremdsprache im Ausland unterrichten? Hier erfahren Sie etwas über die Voraussetzungen, Konditionen und häufigen Schwierigkeiten.

Wer einige Zeit im Ausland leben möchte, braucht gewöhnlich zunächst einmal einen Job vor Ort. Diese Jobs sind schwer zu finden und meistens werden besondere Kenntnisse erwartet, mit denen der normale Einheimische nicht aufwarten kann. Für viele deutsche Muttersprachler liegt daher die Lösung nahe, die deutsche Sprache im Ausland zu unterrichten. Doch die Umsetzung dieser Idee birgt etliche Hürden.

Voraussetzungen

Egal, ob man im europäischen Ausland oder Übersee DaF unterrichten möchte, die Anforderungen sind oft hoch. Auf dem Forum für Deutsch als Fremdsprache findet man fast täglich neue Ausschreibungen für DaF-Stellen im In- und Ausland, von Berlin bis Beijing, von Darmstadt bis zu einer Kleinstadt in Malaysia. Die Nachfrage nach der deutschen Sprache ist anscheinend weltweit hoch, doch ebenso die Erwartungen der meisten Arbeitgeber.

Gefragt wird gewöhnlich ein abgeschlossenes Studium der Germanistik oder gar Deutsch als Fremdsprache sowie umfangreiche Berufserfahrung. Dazu kann Erfahrung im Unterrichten auf verschiedenen Niveaustufen gehören, Arbeiten mit unterschiedlichen Zielgruppen (Erwachsene, Jugendliche, Kinder, Firmen und so weiter) und Kenntnis aller gängigen DaF-Lehrwerke. Da die Anzahl ausgebildeter und erfahrener DaF-Lehrkräfte in der Regel größer ist als der Bedarf an ihnen, ist der Einstieg für Anfänger oft schwer.

Geringes Gehalt bei hoher Stundenzahl

Im Durchschnitt unterrichten Schul- und andere Lehrer in Deutschland (je nach Bundesland unterschiedlich) rund 24 Stunden die Woche, dazu kommt intensive Vor- und Nachbereitung des Unterrichts mit allem, was dazugehört. Wer einen Job als DaF-Lehrer im Ausland sucht, muss darauf vorbereitet sein, 28 bis 30 oder gar mehr Stunden die Woche zu unterrichten (eine Unterrichtsstunde bedeutet normalerweise eine Unterrichtseinheit, die meistens aus 45 oder 50 Minuten besteht, in seltenen Fällen auch aus 60 Minuten) und dabei umgerechnet einen Stundenlohn von sieben Euro oder weniger zu erhalten.

Diese Art von Bezahlung beschränkt sich dabei nicht etwa auf Länder mit geringeren Lebensunterhaltskosten wie etwa China oder die lateinamerikanischen Staaten, sondern trifft auch auf EU-Länder wie Italien und Spanien zu, in denen das Leben heute vergleichbar teuer ist wie in Deutschland.

Arbeitswoche von sechs Tagen

An fast allen Sprachinstituten in der ganzen Welt ist eine Sechstageswoche durchaus üblich. Unterricht findet oft abends oder Samstagvormittags statt, um Berufstätigen die Möglichkeit einzuräumen, an einem Kurs teilzunehmen. Dies bedeutet, DaF-Lehrer haben sich häufig sechs Tage die Woche bereit zu halten, teilweise von morgens bis abends, was schwer auf dem Sozialleben und auf einer Partnerschaft lasten kann.

Neben dem Unterricht am Institut und dessen Vor-und Nachbereitung wird zudem oft von dem Lehrer erwartet, dass er auch spezielle Firmen oder andere auswärtige Kurse übernimmt. Dies kann lange Wege durch die Stadt der Wahl oder in ihre Nebenbezirke bedeuten, oftmals sogar ohne gesonderte Vergütung!

Warum trotzdem als DaF-Lehrer arbeiten?

Gerade Anfänger müssen darauf vorbereitet sein, die Unterrichtsstunden zu den ungünstigsten Zeiten abzuhalten und extrem wenig Gehalt bei viel Arbeit zu erhalten. Der Anfang ist hart, doch bietet der Beruf auch eine einmalige Chance, mit Menschen verschiedener Länder und Kulturen in engen Kontakt zu treten und bei der Zusammenarbeit gegenseitig voneinander zu lernen.

Hat man in dem Job einmal Fuß gefasst, öffnen sich schnell viele Türen, in den unterschiedlichsten Ländern der Welt für kurze oder längere Zeit Berufserfahrung zu sammeln, zu reisen und weltweite Freundschaften zu schließen. Das Gehaltsniveau wird in den meisten Fällen nie hoch sein, dafür bietet der Beruf aber ein besonderes Maß an Abwechslung und Möglichkeiten, die Arbeit je nach Schülern und Land immer wieder neu zu gestalten.

Quelle: eigene Recherche

Bernadette Olderdissen, Bernadette Olderdissen

Bernadette Olderdissen - Bernadette Olderdissen, geboren 1981, ist Anglistin, Skandinavistin und Japanologin mit einer Zusatzausbildung zur ...

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