
- Rheinbrücke Strasbourg - © reises - Fotolia.com
Am 22. Januar diesen Jahres jährte sich die Unterzeichnung des Elysée-Vertrages zum 48. Mal. Am 22. Januar 1963 unterzeichneten Charles de Gaulle und Konrad Adenauer im Elysée-Palast in Paris einen „Vertrag zur Festigung der deutsch-französischen Freundschaft“. Heute gibt es eine große Anzahl verschiedener Projekte und Kooperationen, vor allem in den Bereichen Jugend, Kultur und wirtschaftliche Zusammenarbeit.
Zum Beispiel die Stiftung: Fondation Entente Franco-Allemande (FEFA) mit Sitz in Strassburg. Diese Stiftung zur deutsch-französischen Verständigung wurde 1981 von Valéry Giscard d’Estaing und dem damaligen deutschen Bundeskanzler Helmut Schmidt gegründet. Die historische Aufgabe bestand zunächst aus der politischen Klärung der Entschädigungsleistungen aus dem 2. Weltkrieg, bei dem Elsässer und Lothringer zu Tausenden von der deutschen Wehrmacht zwangseingezogen wurden. Von 1984 bis 1986 zahlte die Bundesrepublik Deutschland einen Betrag von über 117.500.000 Euro (250 Millionen DM) an die FEFA, womit über 86 500 französische Staatsangehörige entschädigt wurden.
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit als Wirtschaftsfaktor im Dreiländereck
Über 100.000 Menschen pendeln täglich in der Region zwischen Elsass, Baden-Württemberg und der Schweiz. 500 deutsche Unternehmen haben sich im Elsass niedergelassen, darunter z.B. Siemens, Osram, die Schaeffler-Gruppe und die Würth-Gruppe aus dem schwäbischen Künzelsau, die auch den kulturellen Bereich mit einem Museum für moderne Kunst in Mulhouse unterstützt.
Der Europa-Park Rust zählt mit 3000 Beschäftigen ebenfalls zu einer der größten Arbeitgebern der Region und engagiert sich gleichzeitig als Begegnungsstätte für deutsch-französische Unternehmen und bietet eine Plattform für Dialog und Veranstaltungen.
Rhino - ein Nashorn für den Oberrhein
Zur weiteren Stärkung einer Identifizierung aller Bürger für eine europäische Region wurde ein Maskottchen entwickelt. Unter dem Motto "drei Länder, ein Fluss, eine Region" wurde von Kunst- und Designschulen in Basel, Karlsruhe und Mulhouse. ein Nashorn, Rhino (Rhin = Rhein) als Zeichen für die Oberrheinregion entwickelt. Ein Nashorn, das wirtschaftliche Stärke vermitteln und durch seine rotbraune Farbe an den Buntsandstein aus den Vogesen und dem Schwarzwald erinnern soll.
Sprache als Schlüsselfaktor
Sprache ist und bleibt Schlüsselfaktor vieler internationaler Projekte. Gerade im Elsass war das Beherrschen zweier Sprachen, französisch und deutsch, eine der größten Wettbewerbsvorteile auf dem Arbeitsmarkt, der heute mehr und mehr verloren geht. Daher hat die FEFA beim Euro-Institut in Kehl eine Studie in Auftrag gegeben, die die Bedeutung der Zweisprachigkeit für den Arbeitsmarkt untersuchen soll. Die Ergebnisse werden im Juni diesen Jahres erwartet. Die Akzeptanz bilingualer Schulen ist im Elsass wesentlich größer als im Rest von Frankreich: sind es im Elsass wieder 73,4 % der Schüler, die deutsch lernen sind es im Rest des Landes nur 15,4 %. In Baden-Württemberg sind die Bemühungen, französisch als erste Fremdsprache besser zu platzieren, bislang gescheitert. Der Vorstoß der Landesregierung insbesondere in Baden, im Grenzbereich zu Frankreich französisch als erste Fremdsprache einzuführen, ist an den Widerständen der Eltern gescheitert. Nur 24 % der deutschen Schüler lernen französisch, englisch dagegen 94 %.
