Deutsche kaufen Ferienimmobilie im eigenen Land

Beispiel Norderney: Ferienimmobilien sind begehrt - Jörn Käsebier
Beispiel Norderney: Ferienimmobilien sind begehrt - Jörn Käsebier
31.05.2011: Eine Umfrage zeigt, dass Deutsche am häufigsten im eigenen Land eine Ferienimmobilie kaufen. Beliebt sind die Regionen an Ostsee und Nordsee.

Deutsche, die ihr Geld in eine Ferienimmobilie stecken, kaufen dieses Objekt am liebsten in Deutschland. Eine Befragung von mehr als 1.800 Eigentümern von Ferienimmobilien ergab, dass fast die Hälfte von ihnen (48,5 Prozent) in deutsche Objekte investiert hat. Besonders Ferienhäuser und Ferienwohnungen an der Ostsee- und Nordseeküste sind begehrt, teilten heute das Maklerunternehmen Engel & Völkers und das Online-Vermietungsportal Home-Away Fe-Wo-direkt mit, die die Befragung in Auftrag gegeben hatten. Mit deutlichem Abstand folgen Spanien (11,8 Prozent), Österreich (8,9 Prozent) und Italien (8,2 Prozent).

Ferienimmobilie kaufen und vermieten

Hauptmotiv für den Erwerb einer Ferienwohnung oder eines Ferienhauses war der Wunsch nach einem Urlaubsdomizil zur Eigennutzung, gefolgt von der Aussicht auf gute Renditen durch Wiederverkauf und Vermietung. Knapp zwei Drittel der Befragten zeigte sich zufrieden mit der Wertentwicklung ihrer Immobilie. Seit dem Erwerb sei der Wert um durchschnittlich 27,9 Prozent gestiegen. Kai Enders, Vorstand Wohnimmobilien von Engel & Völkers, geht davon aus, dass sich dieser Trend in den kommenden Jahren fortsetzen wird – zumindest bei Immobilien in gutem Zustand, die in sehr guten Lagen liegen. Im statistischen Mittel hatten die Käufer von Ferienimmobilien 191.000 Euro ausgegeben. Nur gut 30 Prozent konnten allerdings die Kaufsumme komplett aus eigenen Mitteln aufbringen. Die übrigen waren auf Kredite angewiesen. Allerdings lag der Fremdkapitalanteil mit durchschnittlich 53,8 Prozent niedriger als beim Erwerb der meisten Wohnimmobilien.

Ferienwohnung vermieten und Gewinn erwirtschaften

Die Hälfte der Befragten vermietete die Ferienimmobilie nicht gleich nach dem Kauf, sondern erst ein oder zwei Jahre nach dem Erwerb. Um die Kosten zu decken und weil sie gerne Gäste haben – dies gaben die Eigentümer am häufigsten als Motiv für das Vermieten ihres Ferienhäuschens oder der Ferienwohnung an. Erst an dritter Stelle folgte der Wunsch, Gewinn aus der Vermietung zu ziehen. Dabei können sich die Renditen durchaus sehen lassen. Durchschnittlich 7,4 Prozent erzielten die Vermieter. 14.200 Euro nahmen sie im Mittel im Jahr 2010 ein, 2009 hatte der Durchschnittswert noch bei 13.800 Euro gelegen. Als Hauptgrund für die Mietsteigerungen nennt die Studie, dass die Auslastung der Ferienimmobilien zugenommen habe. Sie stieg von 22 auf 23 Wochen im Jahr. Die Eigennutzung bleibt hingegen auf zwei bis vier Wochen jährlich beschränkt.

Die gestiegene Vermietungsdauer ist auch darauf zurückzuführen, dass immer mehr private Investoren ihre Ferienwohnung in einer Großstadt kaufen. Sie reagieren damit auf den Trend zum Zweiturlaub in einer Stadt und erhoffen sich, die Ferienimmobilie auch leichter in der Nebensaison vermieten zu können. Diese Entwicklung sei bereits seit einigen Jahren zu beobachten, so Aye Helsig, Marketingchef von Home-Away Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahr nahm der Anteil um 0,3 Prozent auf 7,3 Prozent zu. Damit verbunden ist, dass der Anteil von Ferienwohnungen gegenüber Ferienhäusern steigt. Innerhalb von zwei Jahren vergrößerte er sich von 46,6 Prozent auf 49,3 Prozent.

Ferienhäuser mit Strandnähe an der Nordsee und Ostsee

Das Vermietungspotenzial war für 46,3 Prozent der Befragten ein Kaufkriterium. Für die große Mehrheit war die Lage der Immobilie entscheidend. Mehr als die Hälfte (56,7 Prozent) legte besonderen Wert auf das Land beziehungsweise die Region. Im Norden Deutschlands sind vor allem Immobilien in Strandnähe gefragt, während im Süden Häuser an Seen und in den Bergen oben auf der Liste stehen. Dass der Trend eher zur Immobilie in Deutschland geht, hängt auch damit zusammen, dass einige Eigentümer mit Investments in Spanien große Verluste hinnehmen mussten, als in der Wirtschaftskrise die Immobilienblase dort platzte. Vor dem Kauf einer Immobilie im Ausland empfehlen Experten, sich in jedem Fall über die Rechtslage zu informieren. Ansprechpartner findet man etwa über die Deutsche Schutzvereinigung Auslandsimmobilien.

Jörn Käsebier - Bei Suite101.de betreute Jörn Käsebier zweieinhalb Jahre die Ressorts Wirtschaft & Geld sowie Sport als Redakteur, solange es ...

rss