In der Bundesrepublik Deutschland herrscht allgemeine Schulpflicht. Da nicht jedes Kind über die gleichen Fähigkeiten verfügt, haben sich drei unterschiedliche Schulformen herausgebildet, die jeweils verschiedene Ziele haben.
Die Förderschule
Viele Kinder und Jugendliche brauchen in der Schule eine besondere Förderung aufgrund von Lern- oder Konzentrationsschwächen oder weil sie körperlich oder geistig behindert sind. Die Förderschule, auch als Sonderschule, Förderzentrum oder Schule mit Förderschwerpunkt Sonderpädagogik bezeichnet, wurde deshalb als eine Schulform für Kinder und Jugendliche entwickelt, die in ihrer Entwicklung oder in ihren Bildungs- und Lernmöglichkeiten so stark beeinträchtigt sind, dass sie in der Haupt- oder Realschule oder am Gymnasium nicht ausreichend pädagogisch gefördert werden können. Die verschiedenen Förderschultypen mit ihren Förderschwerpunkten dagegen können den Schülern eine speziell auf ihre jeweiligen Bedürfnisse zugeschnittene pädagogische Förderung anbieten, die eine bessere Entwicklung ermöglichen kann. Denn es geht nicht nur um die Vermittlung von Lernstoff, sondern auch darum, die Beeinträchtigungen zu sehen und mit pädagogischen Mitteln zu überwinden oder zumindest so mit ihnen umzugehen, dass ein Lernen möglich ist. Dies können die allgemeinen Schulen nicht leisten.
Definition und Ziele von Hauptschulen
Die Hauptschule, die Ende der 1960er Jahre aus der sogenannten Oberstufe der Volksschule hervorgegangen ist, ist laut Definition eine allgemeinbildende weiterführende Schule. Sie umfasst normalerweise die Jahrgangsstufen 5 bis 9 und 10 und zählt deshalb zur Sekundarstufe I. Die Hauptschule wird nach der 9 Klasse mit dem Hauptschulabschluss (auch Berufsschulreife genannt) abgeschlossen, wer die 10 Klasse anhängt, erhält den so genannten „erweiterten“ Hauptschulabschluss, der häufig mit einem Realschulabschluss gleichgesetzt wird. Die Hauptschule als eigenständige Schulform gibt es noch in sechs Bundesländern (Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen, Berlin). In diesen hat sie den Status einer Regelschule und Pflichtschule, die Schulträger müssen sie also anbieten, weil laut gesetzlicher Regelung alle der Schulpflicht unterliegenden Schülerinnen und Schüler, die nicht die Möglichkeit haben, andere Schulformen wie Realschule oder Gymnasium zu besuchen, zum Besuch der Hauptschule verpflichtet sind.
Die Realschule als weiterführende Schule
Die Realschule, die bis 1965 auch Mittelschule genannt wurde, ist eine allgemeinbildende weiterführende Schule. Sie umfasst die Jahrgänge (Klassen) 5 bis 10 oder 7 bis 10 der Sekundarstufe I. Die Realschule wird mit dem Realschulabschluss (auch Mittlere Reife oder Fachoberschulreife genannt) abgeschlossen. Die Kultusministerkonferenz (KMK) beschloss im Jahre 1964, dass der Unterricht an Realschulen vor allem die Vermittlung einer erweiterten Grundbildung zum Ziel haben sollte. Der Unterricht an Realschulen wurde daher stark praxisbezogen ausgelegt, ohne dabei auf den Aspekt der Wissenschaftsorientierung zu verzichten. Wer den Realschulabschluss schafft, der ist berechtigt, berufsqualifizierende Bildungsgänge zu durchlaufen, sich für die mittlere Beamtenlaufbahn zu bewerben oder eine höhere Berufsfachschule, die Fachoberschule oder die gymnasiale Oberstufe zu besuchen.
Das Gymnasium: Fachprofile, Schuldauer
Das Gymnasium gliedert sich, je nach Bildungsschwerpunkt, in verschiedene Fachprofile auf. In Deutschland sind dies:
- Humanistisches Gymnasium
- Neusprachliches Gymnasium
- Mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium
Es gibt auch einige Sonderformen des gymnasialen Zweiges, die ihren Schwerpunkt auf unterschiedliche Bildungsaspekte legen:
- Europäisches Gymnasium (Schwerpunkt Sprachen)
- Musisches Gymnasium (Schwerpunkt Musik, Kunst, Deutsch)
- Musikgymnasium (Schwerpunkt nur Musik)
- Sportgymnasium (Schwerpunkt Sport)
- Berufliche Gymnasien (etwa für Ernährungs- und Agrarwissenschaften oder Biotechnologie)
- Gymnasiale Oberstufe des Zweiten Bildungsweges am Abendgymnasium oder Kolleg
- Wirtschaftsgymnasium (Schwerpunkt Betriebswirtschaft und Sprachen)
Viele Eltern möchten ihre Kinder unbedingt auf ein Gymnasium schicken, um ihnen die beste Bildung zukommen zu lassen. Allerdings sind nicht alle Kinder dazu geeignet, den hohen Ansprüchen und Erwartungen dieser Schulform gerecht zu werden. Dennoch gilt das Gymnasium als Einstieg in ein erfolgreiches Berusleben. Ein Gymnasium bietet Schülern immerhin die Möglichkeit einer vertieften allgemeinen Bildung und der Abschluss (Abitur oder allgemeine Hochschulreife) befähigt die Absolventen zu einem Studium an einer Hochschule (Universität). Gymnasien sind, abhängig von der Dauer der Schulzeit, nach dem klassischen Modell (G9) aufgegliedert in die Sekundarstufe I (Jahrgang fünf/sieben bis zehn) und die Sekundarstufe II, auch Oberstufe genannt (Jahrgang elf bis zwölf oder elf bis dreizehn). Seit der Einführung des achtjährigen gymnasialen Ausbildungsganges (G8) hat sich die Gliederung der verkürzten Dauer der Schulzeit angepasst und trägt seitdem die Bezeichnung Sekundarstufe I (Jahrgang fünf bis neun) oder Sekundarstufe II (Jahrgang zehn bis zwölf). Wer für sein Kind eine passende Schule in der Nähe sucht, der findet eine große Auswahl an Schulen im Internet.
