Nach dem politischen Programm der Europäischen Kommission und der EU-Mitgliedstaaten soll Europa eine Vorreiterrolle bei der Schaffung einer kohlenstoffarmen Wirtschaft spielen. Nach Ansicht des VDMA - als dem größten Verband der Investitionsgüterindustrie in Europa - ist dieses Ziel ohne den Maschinen- und Anlagenbau als Technologieanbieter nicht zu erreichen.
Moderne Umwelttechnologie
Die zunehmende Umweltzerstörung und die Einsicht, dass eine saubere Umwelt ein wertvolles Gut darstellt, erhöht stetig die Nachfrage nach umweltfreundlichen Techniken, Produkten und Dienstleistungen. Durch den Transfer moderner Umwelttechnologie steht der deutsche Maschinen- und Anlagenbau als einer der wichtigen Problemlöser zur Stelle und wird diese Rolle auch zukünftig übernehmen.
Nach Ansicht des VDMA muss eine nachhaltige Industriepolitik folgende Elemente berücksichtigen:
- Die Eigeninitiative der Unternehmen zu Umwelt schützenden Maßnahmen muss gefördert werden.
- Es sind Anreizsysteme zur Förderung des Engagements für den Umweltschutz zu schaffen.
- Das vorhandene Umweltrecht muss durch verständliche Umweltschutzvorschriften entrümpelt werden.
- Nationale Alleingänge sind durch europäische bzw. internationale Umweltstandards zu ersetzen.
Beitrag des Maschinen- und Anlagenbaus zum Umweltschutz
Bereits heute trägt der Maschinen- und Anlagenbau zum Umweltschutz bei und wird auch in Zukunft als Technologie-Lieferant zur Verfügung stehen. Auch sind die in jüngster Zeit aufgestellten Prognosen, dass die Umwelttechnik bis 2020 die klassischen Industriezweige überflügelt, nicht ganz korrekt. Vielmehr liefert der Maschinen- und Anlagenbau auch Umwelttechnologie, die sich auf dem Weltmarkt für Umwelttechnik sehr gut behaupten kann.
Umwelttechnologien aus Sicht des Maschinen- und Anlagenbaus sind
- alle Technologien und Verfahren zur Verringerung der Umweltbelastung (vor- und nachsorgende Umwelttechnik),
- umweltverträgliche Technologien (diese nutzen und schützen die Umwelt, nutzen alle Roh- und Reststoffe auf eine nachhaltigere Weise als die Technologien, an deren Stelle sie getreten sind) sowie
- Technologien der effizienteren Ressourcenbewirtschaftung (erneuerbare Energien).
Ihre Produkte entwickeln die Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus permanent neu bzw. weiter. Im Zuge der damit verbundenen Produktverbesserungen geht der Kundennutzen (geringere Betriebskosten, Benutzungsfreundlichkeit usw.) einher mit ökologischen Vorteilen. Folgende Beispiele verdeutlichen dies:
Fördertechnik und Aufzugsbau
Durch den zunehmenden Einsatz von Kunstfaserseilen ist der Einbau von kleineren und kompakteren Antrieben möglich. Dies führt zu einem energieeffizienteren Betrieb der Anlage.
Kältetechnik
Durch eine enge Kooperation des Maschinen- und Anlagenbaus mit Instituten für thermodynamische Forschung und der branchenübergreifenden Zusammenarbeit mit Kältemittelherstellern konnten kurzfristig umweltverträgliche Ersatzprodukte entwickelt werden, die kein Ozonabbaupotenzial besitzen.
Oberflächentechnik
Zum Umweltschutz trägt der Maschinen- und Anlagenbau vor allem durch neue Applikationstechniken, kreislaufgeführte Prozesse, Erhöhung des Auftragswirkungsgrades bei der Spritzlackierung, Oversprayrückgewinnung und die Weiterentwicklung der lösemittelfreien Pulverlackierung bei.
Antriebstechnik
In der Antriebstechnik bewirken neue Antriebskonzepte, Getriebe mit hohen Wirkungsgraden, Leichtbauweise und Lebensdauerschmierung ökologische und ökonomische Verbesserungen.
Metallverarbeitung
In der Metallbearbeitung werden durch Trockenbearbeitung bzw. Minimalmengenschmierung kürzere Bearbeitungszeiten bei geringerem Abfallanteil erreicht. Durch die Einsparungen am Kühlschmierstoff und Waschprozessen amortisieren sich die Kosten für die notwendige Umrüstung zudem bereits in einem Zeitraum von ein bis zwei Jahren. Hinzu kommen geringere Kosten, weniger Umweltbelastung und gesundheitliche Vorteile.
Diese Beispiele zeigen, dass Umwelttechnik - mit unterschiedlich hohem Anteil - in fast jedem Produkt der Investitionsgüterindustrie steckt.
