
- Alex Capus: Léon und Louise - Carl Hanser Verlag
20 Romane wählte die Jury des Deutschen Buchpreises für die Wettbewerbsrunde 2011 aus knapp 200 deutschsprachigen Titeln aus, deren Erscheinungstermin zwischen Oktober 2010 und September 2011 liegt. Darunter sind einige bekannte Namen zu finden, aber auch vielversprechende junge Autoren der Gegenwartsliteratur, die dem breiten Lesepublikum noch nicht geläufig sind. Am 14. September werden die sechs Titel der Shortlist für die Endrunde bekannt gegeben, am 10. Oktober findet zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse die Preisverleihung im Frankfurter Römer statt.
Autoren und Romane auf der Longlist 2011 des Deutschen Buchpreises
Und das sind die nominierten Romane der Longlist des Jahres 2011 (in alphabetischer Reihenfolge):
- Volker Harry Altwasser, Letzte Fischer (Matthes und Seitz Berlin)
- Jan Brandt, Gegen die Welt (DuMont)
- Michael Buselmeier, Wunsiedel (Das Wunderhorn)
- Alex Capus, Léon und Louise (Hanser)
- Wilhelm Genazino, Wenn wir Tiere wären (Hanser))
- Navid Kermani, Dein Name (Hanser)
- Esther Kinsky, Banatsko (Matthes und Seitz Berlin)
- Angelika Klüssendorf, Das Mädchen (Kiepenheuer & Witsch)
- Doris Knecht, Gruber geht (Rowohlt Berlin)
- Peter Kurzeck, Vorabend (Stroemfeld)
- Ludwig Laher, Verfahren (Haymon)
- Sibylle Lewitscharoff, Blumenberg (Suhrkamp)
- Thomas Melle, Sickster (Rowohlt.Berlin)
- Klaus Modick, Sunset (Eichborn)
- Astrid Rosenfeld, Adams Erbe (Diogenes)
- Eugen Ruge, In Zeiten des abnehmenden Lichts (Rowohlt)
- Judith Schalansky, Der Hals der Giraffe (Suhrkamp)
- Jens Steiner, Hasenleben (Dörlemann)
- Marlene Streeruwitz, Die Schmerzmacherin (S. Fischer)
- Antje Rávic Strubel, Sturz der Tage in die Nacht (S. Fischer)
Am 10. Oktober Preisverleihung Deutscher Buchpreis in Frankfurt
Der Gewinner oder die Gewinnerin erfährt erst am 10. Oktober, dem Abend der Preisverleihung im Kaisersaal des Frankfurter Römer, ob er oder sie die 25.000 Euro Preisgeld und die große Ehre mit nach Hause nehmen darf. Alle Autoren, die auf der Shortlist stehen, können mit hohen Auflagen und vielen Lesern ihrer Romane rechnen und bekommen einen Trostpreis von 2.500 Euro. Auch die Aufnahme in die Longlist gilt bereits als hohe Anerkennung und vielleicht erster Schritt einer literarischen Adelung.
Reader mit Leseproben im Buchhandel
Von einem besonderen Service des Buchhandels profitieren jene Leser, die eine Entscheidungshilfe suchen, welche der 20 Bücher sie in den nächsten Wochen kaufen und lesen sollten. Ein Wirtschaftstochterunternehmen des Börsenvereins gibt ein "Lesebuch zur Longlist Deutscher Buchpreis 2011" heraus. In dem Buch finden sich Leseproben und Hintergrundinformationen zu den auf der Longlist nominierten Romanen. Auszüge aus den nominierten Romanen stehen kostenlos zum Download bereit. Diese können auf einen Computer oder E-Book-Reader geladen und dort gelesen werden.
Sieben Juroren bestimmen den Deutschen Buchpreis 2011
Die Juroren 2011, die alle von den Verlagen angereichten Titel lesen, eine Longlist-Auswahl treffen und am Ende den Sieger bestimmen, sind: Maike Albath (Deutschlandfunk/DeutschlandRadioKultur), Gregor Dotzauer (Der Tagesspiegel), Ulrike Draesner (Autorin), Clemens-Peter Haase (&, Goethe-Institut), Ina Hartwig (freie Kritikerin), Christine Westermann (Westdeutscher Rundfunk) und Uwe Wittstock (Focus).
Romane handeln in Frankfurt, Schweden, Iran
Jurysprecherin Albath kommentierte die Longlist-Auswahl: "Ob es um die Aufarbeitung der DDR, die deutsche Provinz, die Erkundung osteuropäischer Verhältnisse, Seefahrt, Philosophie, Liebesbeziehungen, politische Zuspitzungen in der Gegenwart oder psychische Ausnahmezustände geht, jedes Buch hat für seinen Stoff eine ganz eigene Form gefunden. Vom nüchternen Protokoll über einen farbenfrohen Realismus bis zu impressionistischen Momentaufnahmen ist alles vertreten. Die Wirklichkeitsausschnitte reichen von der Frankfurter Innenstadt bis nach Schweden und in den Iran. Wir sind gespannt auf die nächste Runde!“
Erfolgsgeschichte für deutschsprachigen Buchmarkt
Der Deutsche Buchpreis wird 2011 zum siebten Mal von der Börsenverein-des-Deutschen Buchhandels-Stiftung vergeben. Die Resonanz und die Erfolgsgeschichte dieses Literaturpreises für den "besten deutschsprachigen Roman des Jahres" sucht ihresgleichen. Nicht nur die diskussionsfreudigen Leser, vor allem auch die Verlagsbranche profitierte von dieser Initiative. Wie der Börsenverein meldet, war bereits der erste Siegertitel des Jahres 2005, Arno Geigers Roman "Es geht uns gut" zwei Monate nach der Preisverleihung mehr als 100.000mal über den Ladentisch gegangen. Uwe Tellkamps Roman "Der Turm" wurde drei Jahre später bereits 450.000mal in diesem Zweimonatszeitraum verkauft. Die Preisträgerin 2007 Julia Franck führt das Ranking der Linzenzverkäufe an: Ihr Roman "Die Mittagsfrau" wurde 33mal als Linzenz ins Ausland verkauft. Für drei Siegertitel wurden Filmrechte verkauft.
Die Buchpreis-Shortlist des Jahres 2010 enthielt die Namen Jan Faktor, Peter Wawerzinek, Judith Zander, Thomas Lehr, Doron Rabinovici und natürlich Siegerin Melinda Nadj Abonji. Bemerkenswerte Titel der Longlist wie zum Beispiel von Alina Bronsky, Mariana Leky, Kristof Magnusson waren zurückgefallen. Auf der Shortlist des Jahres 2009 fanden sich die Autoren Rainer Merkel, Herta Müller, Norbert Scheuer, Kathrin Schmidt (Siegerin), Clemens J. Setz und Stephan Thome.
