Deutscher Fernsehpreis 2011: Gewinner, Gästeliste, Emotionen

Stefan Raab gewann die Publikumswahl Fernsehpreis - RTL / Willi Weber
Stefan Raab gewann die Publikumswahl Fernsehpreis - RTL / Willi Weber
In der Aufzeichnung vom 03.10.2011 präsentierte RTL den Zuschauern die ARD als großen Abräumer des Fernsehpreises 2011. Hier: Zusammenfassung und Gästeliste

Am Ende eines sonnigen Spätsommertages konnten sich die Fernsehzuschauer der glanzvollen Gala der am Vorabend aufgezeichneten Verleihung des 13. Deutschen Fernsehpreises hingeben: Der Kölner Privatsender RTL strahlte am 03. Oktober 2011 die Preisverleihung aus, die von Nazan Eckes und Marco Schreyl souverän moderiert wurde. Joachim Fuchsberger erhielt den Ehrenpreis der Stifter für sein Lebenswerk und bedankte sich dafür mit seinem Herzenswunsch: "Auf Wiedersehen." Stefan Raab gewann die Publikumswahl zum Besten Entertainer und holte mit den Kolleginnen Anke Engelke und Judith Rakers auch den Preis in der Kategorie Beste Unterhaltung: Dem Finale des Eurovision Song Contests Düsseldorf 2011 sei dank. Auch Anke Engelke erhielt einen eigenen Preis: Sie gewann mit "Ladykracher“ die Sparte Beste Comedy. Und die Schauspieler? Nina Kunzendorf wurde zur Besten dieser Kategorie gekürt; ihr Kollege Jörg Hartmann für "Weissensee“ als Bester Schauspieler. Bei den der Gala unmittelbar vorangegangenen Juryentscheidungen erhielt die ARD inklusive Arte und den Dritten Programmen elf Preise, RTL zwei Trophäen und das ZDF, SAT.1 sowie ProSieben und Kabel Eins je eine Auszeichnung: Das Erste räumte demnach ab.

Der 13. Deutsche Fernsehpreis: Gewinner im Überblick

Am 02. Oktober 2011 wurde im Coloneum Köln die 13. Ausgabe des Deutschen Fernsehpreises gefeiert. Nazan Eckes und Marco Schreyl führten von namhaften Präsentatoren unterstützt durch die glamouröse, unterhaltsame und vor allem beim Auftritt von Unheilig sehr emotionalen Gala, deren krönender Abschluss die Verleihung des Ehrenpreises an Joachim Fuchsberger (85) war: Zu "Geboren um zu leben" erinnerten die Macher der Show an die im zurückliegenden Fernsehjahr verstorbenen Branchenteilnehmer. Ganz besonders wurde dabei Loriot gewürdigt. Bester Fernsehfilm wurde "Homevideo“ von Kilian Riedhof mit Wotan Wilke Möhring und Jonas Nay. Nay erhielt für seine Rolle darin auch den Förderpreis der Stifter SAT.1, RTL, ARD und ZDF.

Zum Besten Mehrteiler wurde die RTL-Eventproduktion "Hindenburg“ gekürt. Die ARD-Serie "Weissensee“ setzte sich als Beste Serie durch. Einer ihrer Hauptdarsteller, Jörg Hartmann, erhielt den Fernsehpreis in der Kategorie Bester Schauspieler für sein überzeugendes Spiel des Stasi-Karrieristen darin. Nina Kunzendorf wurde für ihre in den Augen der Jury exzellente Interpretation der zerrissenen Mutter und Kommissarin aus "In aller Stille“ (ARD) geehrt. Die ARD gewann für das Finale des Eurovision Song Contest Düsseldorf 2011 den Fernsehpreis in der Kategorie Beste Unterhaltung. "Ladykracher“ gewann die Rubrik Beste Comedy. Kabel Eins fand in der Kategorie Beste Unterhaltung Doku das Wohlwollen der Jury mit "Stellungswechsel“.

Raab vor Joko und Klaas sowie Günther Jauch

RTL freute sich über die Auszeichnung in der Sparte Beste Sportsendung: "RTL Boxen: Wladimir Klitschko vs. David Haye“. Fukushima-Experte Ranga Yogeshwar wurde in der Rubrik Beste Information ausgezeichnet. In der Kategorie Beste Dokumentation gewann "Wärst Du lieber tot?“ Beste Reportage sei in den Augen der Juroren "Die Story: Adel vernichtet“ gewesen. Die Preisträger in den Bereichen Besondere Leistungen Information, Unterhaltung und Fiktion waren Denis Scheck für "Druckfrisch“, ARD-Adelsexperte Rolf Seelmann-Eggebert sowie die Regisseure Christian Petzold, Dominik Graf und Christoph Hochhäusler von "Dreileben“. Im Fotofinish gewann Stefan Raab vor Joko und Klaas den Publikumspreis Bester Entertainer.

Die neunköpfige, unabhängige Jury unter Vorsitz von Journalist Christoph Keese und Produzentin Christiane Ruff entschied erst am Tag der Aufzeichnung der Gala über die Preisträger. Dazu Christoph Keese gegenüber RTL: "In einem insgesamt sehr dichten Jahrgang mit qualitativ hochwertigen Produktionen in allen Genres, hat die Jury ihre Favoriten gefunden: herausragende Leistungen bei den großen Fernsehereignissen und in den kleinen Formaten, deren Würdigung wir allen, den Zuschauern und der Fachwelt, sehr ans Herz legen möchten.“ Damit bezog sich Keese auf sämtliche nominierten Beiträge, die bereits an anderer Stelle von Suite101.de ebenso ausführlich aufgeführt worden sind, wie die Zusammensetzung der Jury.

Förderpreis an Jonas Nay

Der 21-jährige Jonas Nay erhielt in diesem Jahr den mit 15.000 Euro dotierten Förderpreis. Die Jury zeichnet den Jungschauspieler für seine herausragende Leistung in "Homevideo“ aus. Nay spielte einen Teenager, der durch einen unglücklichen Zufall zum Cyber-Mobbing-Opfer wird und letztlich keinen anderen Ausweg als den Tod sieht. Die Jury meinte: "Das intensive Spiel von Newcomer Jonas Nay ist zutiefst bewegend. Seine schonungslose und präzise Darstellung eines Teenagers, der unaufhaltsam im Strudel der Ereignisse ertrinkt, fesselt und quält zugleich. Nay liefert sich der Kamera aus und bringt den Zuschauer mit seinem eigenen Gefühlskampf in Bedrängnis.“

Lobende Erwähnungen für Frederik Pleitgen und Rola Bauer

Gemäß den Statuten der Preisvergabe ist die Auszeichnung von internationalem Fernsehen nicht vorgesehen. Dennoch hat die Jury im Laufe des letzten Fernsehjahres international arbeitende Fernsehmacher gesehen, die sie mit einer lobenden Erwähnung hervorhob: CNN-Korrespondent Frederik Pleitgen beispielsweise hat unter schwierigen Bedingungen von den Krisenorten des Jahres wie Ägypten und Liybien, berichtet. Produzentin Rola Bauer stemmte gemeinsam mit SAT.1, Tandem Communications sowie einem internationalen Konsortium die achtstündige Mini-Serie "Die Säulen der Erde“. Am ausgezeichneten Mehrteiler "Hindenburg" überzeugten besonders Szenenbild und Special Effects von Benedikt Herforth und Denis Behnke.

Gästeliste Deutscher Fernsehpreis 2011

Unter den Gästen waren Showmaster Frank Elstner, die Schauspieler Hannes Jaenicke und Bettina Zimmermann ("Bermuda Dreieck Nordsee“), Maximilian Simonischek, Christine Neubauer, Wotan Wilke Möhring, Anja Kling, Erdogan Atalay, Alexandra Neldel, Dominic Raacke und Boris Aljinoviv, Hannah Herzsprung, Maximilian Grill, Wolke Hegenbarth, Dietmar Bär, Klaus J. Behrendt, Jenny Elvers-Elbertzhagen, Franz Dinda und Frederik Lau, Valerie Niehaus, Katja Riemann, Heiner Lauterbach, die Moderatoren Sandra Maischberger, Steffen Hallaschka, Ulla Kock am Brink, Kai Ebel, Oliver Pocher, Johannes B. Kerner, Florian König, Katja Burkard, Guido Knopp, Frauke Ludowig, Markus Lanz, Nazan Eckes und Dieter Nuhr.

Einige der Genannten traten auch als Laudator auf. Auf der Gästeliste waren unter anderem die Namen Tom Beck, Diana Amft, Harald Glööckler, Hartmut Reitze, Joachim Llambi, Sonja Zietlow und Dirk Bach, Johann König, Wayne Carpendale, Wolfgang Rademann, Motsi Mabuse und Sylvie van der Vaart ("Das Supertalent“), Maite Kelly, Nico Hofmann, Vladimir Burlakow, Patricia Riekel und Helmut Markwort, Sophia Thomalla, Mirja Boes, Ross Anthony, Peer Kusmagk, Indira Weis, Jochen Schropp, Joko Winterscheid und Klaas Heuffer-Umlauf zu lesen; teils auch, weil sie selbst für einen Fernsehpreis nominiert gewesen sind. Mit dabei auch Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers sowie Schauspieler und Filmpreisträger Florian-David Fitz.

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