Dänemark - Deutschland endete mit 1:2 durch Podolski und Bender; Deutschland überstand die schwerste Gruppe der Vorrunde ebenso ungeschlagen wie die Qualifikation zur EM. Es war die dynamischste, abwechslungsreichste, schnellste und begeisterndste Begegnung des Teams des Deutschen Fußballbundes e.V. (DFB) während der Euro 2012 überhaupt, so übereinstimmend viele Fans, die Suite101.de anlässlich des letzten Vorrundenspieles im ukrainischen Lemberg beobachtet hat. Lukas Podolski krönte sein 100. Länderspiel mit dem 1:0 gegen Dänemark in der 19. Minute; in der 24. Minute schoss Michael Krohn-Dehli den Ausgleich; Lars Bender machte das 2:1 für Deutschland. In jeder Phase des Spiels zeigte sich das Team von Bundestrainer Joachim Löw als die stärkere Mannschaft, war angriffslustig und laufstark. Gomez, Khedira, Badstuber und immer wieder Lukas Podolski erarbeiteten sich Torchancen, scheiterten aber an der guten dänischen Defensive. Joachim Löw schon auf der Pressekonferenz vom Vortag: "Die Dänen sind eine Mannschaft, die sehr sehr gut kontern, in der Defensive kompakt stehen. Da müssen wir unheimlich aufpassen." Haben sie letztlich auch, die Deutschen, aber durch den Sieg der Portugiesen gegen die Niederlande hätte es auch das Aus für Deutschland bedeuten können, aber Superhottie Lars Bender - hot weil geistesgegenwärtig - schoss in der 80. Spielminute das 2:1 und sicherte dem DFB-Team damit das Erreichen der nächsten Runde, dem Viertelfinale und der damit verbundenen Begegnung mit Griechenland; Benders erstes Länderspieltor überhaupt. Superklasse sei das, so DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, der es als fantastisch einstufte, dass Deutschland mit neun Punkten ungeschlagen aus dieser schweren Gruppe gekommen sei.

Deutschland - Dänemark Zusammenfassung

13.000 aus Deutschland angereiste Fans unterstützten das Team mit unüberhörbaren Gesängen; nach Angaben der ARD waren 30.000 Zuschauer insgesamt in der Lemberg-Arena und 400.000 vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Die Aufstellung entsprach derjenigen der beiden zuvor gespielten Partien, nur für den gelbgesperrten Jerome Boateng spielte Lars Bender auf der rechten Verteidigerposition. Matthias Opdenhövel und Mehmet Scholl agierten als Präsentatoren vor der Kamera der ARD; Tom Bartels war als Reporter verpflichtet und unterließ es auch nicht, Updates zum Stand des Spieles Portugal - Niederlande zu liefern, denn dessen Ausgang hätte im Fall einer Niederlage Deutschlands gegen Dänemark entscheidend für das Weiterkommen sein können.

Schiedsrichter Carlos Velasco Carballo aus Spanien leitete die von Anfang an von den Deutschen dominierte Begegnung. Dynamisch und angriffssstark mit schnell erarbeiteten Chancen von Thomas Müller und Mario Gomez verbrachten die DFB-Jungs mehr Zeit vor dem dänischen Tor, als in der Defensive in der eigenen Hälfte. Sie wollten sich noch steigern, und sie setzten den Vorsatz auch um: Lukas Podolski schoss Deutschland mit dem 1:0 nach Vorlage von Müller und Gomez in der 19. Spielminute in Führung. Michael Krohn-Dehli sorgte fünf Minuten später für den Ausgleich, doch auch im weiteren Spielverlauf war das deutsche Team näher dran am nächsten Tor: Podolski gab richtig Gas; Chancen auch für Khedira und Badstuber.

Die richtige Entscheidung von Löw: Lars Bender macht das 2:1

In der 64. Minute kam André Schürrle für Lukas Podolski; zehn Minuten darauf ersetzte Miroslav Klose den an diesem Abend nach Auffassung von Tom Bartels etwas glücklosen Mario Gomez. In diesen Sekunden übernahm Portugal durch Cristiano Ronaldo mit 2:1 die Führung gegen Holland; ein Tor von den Dänen und Deutschland wäre draußen gewesen. Doch Lars Bender, der Ersatz für den gelbgesperrten Boateng, rettet sein Team in der 80. Spielminute mit einer furiosen Präsenz:

Ein für Klose zu langer Pass von Özil in die Mitte, ein geistesgegenwärtiger Lars Bender, ein Schuss, Tor. Wie macht er das, der Jogi Löw, dass er immer die Richtigen auswählt, so Reporter Tom Bartels. Kroos kam in der 84. für Müller.

Dänemark - Deutschland: Stimmen zum Spiel

"Da überlegt man nicht lange sondern haut einfach rein", so Lars Bender zu seinem Tor. Der Spieler stufte den Verlauf der EM ohne Punktverlust als großes Geschenk ein. Mehmet Scholl freute sich darüber, dass ein so junger Mann, der auf dieser Position gerade mal 16 Minuten Spielerfahrung habe, einen solchen Erfolg landet. Lukas Podolski zu diesem Spiel: "Wir sind im Viertelfinale, das ist das Wichtigste." Zur Favoritenrolle, in der Deutschland mit diesem Sieg war, wollte er weiter nichts sagen. Nach dem 1:0 gegen Portugal und dem 2:1 gegen die Niederlande behielt das Team des DFB das Prädikat Ungeschlagen aus der Qualifikation bei. Extrem positiv, Siegertypen, dazu laufstark und ehrgeizig, so Joachim Löw zu Lars Bender und seinem Bruder im ARD-Interview.

Joachim Löw im Interview mit der ARD

Angst habe er nicht davon gehabt, auszuscheiden, aber Respekt vor solchen Situationen. Löw war sichtlich erleichtert, freute sich darüber, in dieser extrem schweren Gruppe neun Punkte geholt zu haben. Griechenland ordnete Löw auch als schwierigen Gegner ein; ähnlich defensiv vorgehend wie die Dänen, aus drei Chancen auch drei Tore herausholend. Größer wird der Druck aber nicht mehr, so der Bundestrainer, denn der war bei dieser schweren Gruppe von Anfang an da. Joachim Löw nutzte die Gelegenheit, sich bei den Fans zu bedanken, die die Mannschaft mit den hohen Besucherzahlen bei den Fanmeilen aus seiner Sicht beeindruckend unterstützen. Philipp Lahm: "Wir haben die Hälfte hinter uns, aber es ist noch ein weiter Weg ins Finale."