
- Günter Grass im Porträt - NDR-Foto
Die ARD war bereits in den Jahren 2008 bis 2010 mit ihrem Sommer-Special „Deutschland, deine Künstler“ äußerst erfolgreich. Die drei bisherigen Staffeln erreichten trotz der Urlaubszeit pro Sendung das Interesse von 1,2 Millionen Zuschauern. Die Sendereihe ist offen für jede künstlerische Ausdrucksform: Schriftsteller und Maler, Schauspieler und Musikvirtuosen, alle „Spielarten der Kunst“ werden vorgestellt.
„Deutschland, deine Künstler“: Die Staffel 2011
Auch 2011 stellt die ARD wieder vier Künstler vor: Die Schauspielerin Senta Berger, den Schriftsteller Günter Grass, den Violinvirtuosen David Garrett und den Schauspieler Jan-Josef Liefers. Die Staffel machte am 27. Juli den Anfang mit einem Porträt der Schauspielerin Senta Berger. Ihr folgt nun am 3. August um 22.45 Uhr das Porträt des Schriftstellers Günter Grass. Am 17. August um 22.45 Uhr steht ein Porträt des Violinvirtuosen David Garrett im Mittelpunkt der Sendung. Den Abschluss der Staffel 2011 bildet der Schauspieler Jan-Josef Liefers am 24. August um 22.45 Uhr. Die Sendereihe besticht durch ihre Authentizität, da alle vier bereit waren, vor der laufenden Kamera während der Arbeit und noch kurz vor den Auftritten einen oft sehr persönlichen Einblick in ihr Denken, ihre Empfindungen und ihr Leben zu gewähren.
„Deutschland, deine Künstler: Im Porträt Günter Grass
In der vom NDR produzierten Folge über Günter Grass geht der Autor auf das Leben und künstlerische Wirken des heute 83-Jährigen ein, der im Alter von 32 Jahren seinen Erstling „Die Blechtrommel“ veröffentlichte. Harsche Kritiken begleiteten sein Werk genauso wie enthusiastischer Beifall. Auf einen Schlag wurden Günter Grass und sein trommelnder Oskar berühmt. Wenn Günter Grass übers seine Berufe spricht, dann nennt er immer – auch in dieser Reihenfolge – Schriftsteller, Bildhauer, Grafiker „und dann habe ich noch einen Beruf: Nobelpreisträger – daran werde ich immer mal erinnert.“ Literaturinteressierte und begeisterte Besucher seiner Lesungen kennen natürlich seine berühmtesten Werke wie „Die Blechtrommel“ oder den„Butt“ und „Hundejahre“ oder „Treffen in Telgte“. Alle diese Bücher werden in die Lesungen mitgebracht, und der heute 83-Jährige zeichnet für seine Leser geduldig sein kunstvoll erdachtes Autogramm in jedes Buch.
Schon in seiner Kindheit in Danzig wollte Grass Künstler werden. Daran hinderten ihn weder die beengten häuslichen Verhältnisse in einer Zwei-Zimmerwohnung noch die Ströme der Zeit, die Danzig „heim ins Reich“ holen wollten. Der erste Schritt seiner Befreiung war für Grass das freiwillige Melden zur Marine. Dass er mit 17 bei der SS seinen Dienst als Soldat ableistete, hat er lange verborgen gehalten, weil er später dieses „Trauma“ mit sich selbst abarbeiten wollte. Erst 2006 spricht er in seiner Autobiografie „Beim Häuten der Zwiebel“ darüber. Sein Geständnis löste Irritationen und auch offene Kritik aus. Der Dienst bei der SS gab aber den Ausschlag für den jungen Bildhauer Grass, sich dem Schreiben zuzuwenden. Tenor und Grundgedanke seines literarischen Schaffens, für das er 1999 den Nobelpreis erhielt, war das Vergessen mit seinen geschichtlichen Zusammenhängen.
Heute lebt und arbeitet Günter Grass in Behlendorf, südlich von Lübeck gelegen. In seinem Atelier beschäftigt er sich überwiegend mit Radierungen zu seinem Roman „Hundejahre“.
Quelle: ARD-Pressehinweis
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