Dialog soll Generationskonflikte abbauen

Sängerin Monique Coleman zu Jugendforum in der UNO - UN Foto/Evan Schneider
Sängerin Monique Coleman zu Jugendforum in der UNO - UN Foto/Evan Schneider
Das Internationale Jahr der Jugend der UNO soll den Dialog zwischen Alt und Jung fördern, während Jugendarbeitslosigkeit einen neuen Höchststand erreicht.

Am 12. August haben die Vereinten Nationen das Internationale Jahr der Jugend ausgerufen und mit der Forderung verbunden, die Talente und den Tatendrang junger Menschen aufzugreifen und ein besseres Verständnis zwischen den Generationen, Kulturen und Religionen zu fördern.

“Dialog und gegenseitiges Verständnis” lautet denn auch das Motto für das Jahr, das offiziell am jährlich begangenen Internationalen Tag der Jugend in der Generalversammlungs-Halle des UNO-Hauptquartiers in New York eingeläutet wurde.

Investitionen müssen Jugendlichen nützen

Generalsekretär Ban Ki-moon forderte in seiner Botschaft aus diesem Anlass die Mitgliedsstaaten der Weltorganisation auf, stärker in soziale und wirtschaftliche Programme zu investieren, die den weltweit 1,2 Milliarden Menschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren zugute kommen.

“Die Energie der Jugend kann zusammengebrochene Wirtschaftssysteme wieder ankurbeln“, sagte Ban. Er sei immer wieder beeindruckt vom Willen, den Talenten und Idealismus junger Menschen, die er rund um die Welt antrifft. Sie würden einen wichtigen Beitrag zur Überwindung der Armut leisten, die Verbreitung von Krankheiten stoppen, den Klimawandel bekämpfen und die Jahrtausend-Ziele (MDGs) zu erreichen helfen.

Im Verlauf des Jahres der Jugend konzentrieren sich die Vereinten Nationen und ihre Partner-Jugendorganisationen auf die Notwendigkeit, den Dialog zwischen Jung und Alt zu fördern sowie sicherzustellen, dass Jugendliche in wichtige politische Entscheidungsprozesse einbezogen werden.

Andere Meinungen akzeptieren und Konflikte lösen

“In einer Welt, in der sich die unterschiedlichsten Menschen und Traditionen enger berühren als je zuvor, ist es entscheidend, dass junge Menschen lernen, aufmerksam zuzuhören, mit anderen zu fühlen, abweichende Meinungen zu akzeptieren und Konflikte zu lösen“, sagte der UNO-Generalsekretär.

Gleichzeitig veröffentlichte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) zu Beginn des Jahres der Jugend einen Bericht zur Jugendarbeitslosigkeit, die einen neuen Höchststand erreicht hat. Danach waren 81 Millionen der 620 Millionen wirtschaftlich aktiven Jugendlichen am Ende des Jahres 2009 ohne Arbeit.

Die Weltwirtschaftskrise habe einen unverhältnismässig grossen Einfluss auf die Jugend gehabt, sagte Ban dazu in seiner Botschaft. Sie verloren ihre Jobs, kämpften darum, wenigstens eine unterbezahlte Anstellung zu finden und standen eingeschränkten Bildungsmöglichkeiten gegenüber.

Das Wohnungs- und Urbanisierungsprogramm der UNO (UN-Habitat) gab in der Zwischenzeit bekannt, dass es Beihilfen für 51 Jugendprojekte in 31 Ländern bewilligt hat. Die Zuschüsse kommen aus Habitats urbanen Jugendfonds, die bis zu einer Million US-Dollar pro Jahr ausmachen.

87 Prozent aller Jugendlichen leben in Entwicklungsländern

Die Jugend der Welt umfasst etwa 18 Prozent der Weltbevölkerung. 87 Prozent von ihnen leben in Entwicklungsländern, wo sie sich mit beschränktem Zugang zu Ressourcen, gesundheitlicher Betreuung, Bildung, Berufsausbildung, Arbeitsplätzen und anderen wirtschaftlichen Möglichkeiten auseinandersetzen müssen.

Während des Internationalen Jahres der Jugend verfolgt die UNO daher drei vorrangige Ziele – stärkeren Einsatz für und Investitionen in die Jugend; erhöhte Einbeziehung der Jugendlichen in Entscheidungen und Partnerschaften mit anderen Teilen der Gesellschaft sowie ein gewachsenes inter-kulturelles Verständnis innerhalb der jungen Generation.

Die Vereinten Nationen begingen 1985 erstmalig ein Internationales Jahr der Jugend. Eine Dekade später nahm die Generalversammlung das globale Aktionsprogramm für die Jugend an, das den politischen Rahmen für nationale Aktionen und internationale Unterstützung zur Verbesserung der Situation junger Menschen absteckt.

Der Autor an der UNO-Mission in Sierra Leone, Foto: UNIOSIL

Christian Holger Strohmann - Mehr als 20 Jahre lang habe ich für die Vereinten Nationen (United Nations Organisation - UNO) auf allen Kontinenten als Journalist, ...

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