
- Blaue Diamanten - hinreißend schön - NIK / Dreamstime.com
Der edelste unter den Edelsteinen, der Diamant, ist den Menschen seit Jahrtausenden als unvergänglich bekannt. Als unvergleichlich hart und beständig gilt er. Nur ein Diamant kann die Oberfläche eines anderen Diamanten ritzen, kein anderes Werkzeug sonst. Bearbeitet erregt dieser Edelstein die Fantasie und Gier der Menschen. Nüchtern betrachtet handelt es sich bei dem Objekt der Begierde und funkelnden Kostbarkeit um reinen Kohlenstoff. Seit dem 13. Jahrhundert werden Diamanten bearbeitet. Die indischen Fürsten und Großmogule, im besonderen Maße Freunde des Edelsteins, lehnten dies anfänglich ab. Sie wollten die magischen Kräfte, die dem Diamanten von jeher nachgesagt werden, nicht gefährten.
Bis heute ranken sich Legenden um berühmte und weniger berühmte Exemplare dieses kostbaren Steins: Etwa vom angeblich mit einem Fluch behafteten blauen Hope-Diamanten. Hope war Amsterdamer Bankier. Um diesen Stein gibt es das Gerücht, dass er von dem 67-karätigen blauen Diamanten Ludwig XVI. übrig geblieben ist, als er 1792 gestohlen wurde und seither als verschwunden galt. Das Gerücht behauptet, dass dieser Stein nach einer Teilung zum "Hope“-Diamanten und zu einem weiteren Stein wurde. Letzterer soll im Besitz des Herzogs von Braunschweig gewesen sein. Neben solch berühmten Exemplaren sagt man selbst namenlosen Diamanten vermeintliche Heilkräfte nach. So nimmt es nicht Wunder, wenn Diamanten den Menschen immer wertvoller wurden. Gerade die größten und schönsten Diamantsteine haben eine Geschichte, die meist voller Geheimnisse ist.
Diamant, Brillant, innere Werte, Karat
Den Wert eines Diamanten bestimmen die so genannten vier C: carat, color, clarity, cut - Gewicht, Farbe, Reinheit, Schliff. Möglichst schwere und perfekt geschliffene Steine ohne Einschlüsse gelten als besonders schön. In ihnen bricht sich das einfallende Licht am eindrucksvollsten. Immer wieder wird die Frage gestellt: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Diamant und Brillant? Der Unterschied ist der, dass letzterer ein speziell geschliffener Diamant ist und durch diesen Schliff eine hohe Brillanz erhält. Wenn man so will: Der Begriff Diament bezeichnet quasi das "Ausgangsmaterial“, und der Begriff Brillant das daraus veredelte Endprodukt. Der inzwischen weit verbreitete Brillantschliff wurde erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts üblich und immer wieder verfeinert.
Karat (ct) bezeichnet das Gewicht eines Diamants und ist der fünfte Teil eines Gramms. Ein Karat (ct) entspricht also 0,2 Gramm. Die weltweit von den meisten Frauen getragenen Edelsteine sind Halbkaräter (0,50 ct) und bringen es auf 5,1 Millimeter Durchmesser. Ein Einkaräter misst im Durchmesser 6,3 Millimeter. Der schier unbezahlbare Zweikaräter 8,3.
Angaben einiger Hochkaräter:
- Als Super-Diamant gilt der "Cullinan“ mit 3.106 Karat. Er wurde 1905 in Südafrika entdeckt und nach dem Minenbesitzer Cullinan benannt. Der Super-Diamant wurde in 105 Steine aufgespalten.
- Der ebenfalls in einer südafrikanischen Mine gefundene weißblaue "Excelsior“ galt mit 995,29 Karat lange als größter Diamant.
- Der bläuliche "Großmogul“, den der frühere Schah von Persien besaß, soll roh an die 780 Karat gewogen haben, geschliffen allerdings nur noch 280 Karat.
- Der 1938 in Brasilien gefundene "Präsident Vargas“ hat 726,8 Karat. Von gleicher Größe (726 Karat) ist der "Jonker“ aus Südafrika.
- Der berühmteste und auch älteste Diamant ist der "Berg von Licht“, indisich: "Koh-I-Noor“ mit einem Gewicht von 672 oder sogar 793 Karat. Nach einer indischen Sage soll er schon vor mehreren tausend Jahren von dem Volkshelden Karna im Kampf getragen worden sein. Mehrfach war er Kriegsbeute. 1850 gelangte der berühmte Diamant in den britischen Kronschatz und liegt heute im Tower of London hinter Panzerglas.
- Der "Orlow“ aus dem russischen Zarenzepter Katharinas II. hatte 193 Karat. Er soll sehr rein gewesen sein, aber nur unzureichend geschliffen.
Beeindruckende Zahlen rund um den Rausch mit den Diamanten:
- Die ältesten Diamanten entstanden vor etwa 3,3 Milliarden Jahren – mindestens 150 Kilometer tief im Erdinneren.
- Der größte und je entdeckte Rohdiamant, der "Excelsior", wog 995,2 Karat, das entspricht 199,04 Gramm. Für den Fund erhielt der betreffende Minenarbeiter 1893 eine Belohnung von 500 Pfund sowie ein Pferd mit Sattel und Zaumzeug.
- Mehr als 3 Jahre brauchten die Schleifer, um dem so geannnten Millennium Star die klassische Tropfenform mit 54 Facetten zu verpassen.
- 1979 explodierten die Preise für Diamanten als Anlage-Objekt. Ein Jahr später platzte die Spekulationsblase: Der Preis für einen Einkaräter fiel von 60.000 auf 6.000 Dollar.
- Rund 20 Millionen Karat fördert die Argyle-Diamantenmine in Australien jedes Jahr.
- Richard Burten zahlte 1969 mehr als eine Million Dollar für einen Diamanten, den er Elizabeth Taylor schenkte. Sie verkaufte den Taylor-Burton, wie er nun hieß, später für fünf Millionen Dollar.
Quellennachweis:
