Diamonds are Forever: Faszination Diamant

Journalistin Christine Gordon im Suite101-Interview

Buchcover  - Tectum Publishers
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Sie ist eine Fachfrau in Sachen Diamanten. Mit Suite101 spricht Christine Gordon anlässlich ihres Buchs "Diamanten" über den Wert von Diamanten und De Beers' Werbecoup.

Warum faszinieren uns Diamanten so sehr?

Fast alles an Diamanten ist faszinierend. Wie sie vor so langer Zeit in der Erde entstanden, die Wissenschaft der Diamanten, die Entstehung eines geschliffenen Steins oder eines Schmuckstücks. Aber die wahre Schönheit und der wahre Reiz des Steins ist die Art wie der Diamant mit Licht spielt – sein Feuer und seine Brillanz.

Jenseits der eigentlichen Schönheit des Steins spielt in der Diamantenfaszination auch Werbung eine wesentliche Rolle. Man wird eingeladen, ein kleines Stück Mysterium und Romantik zu erwerben; ein Diamant als Symbol für Liebe und Ewigkeit. Den Anschein zu erwecken, dass Diamanten bei Verlobungen und Eheschließungen notwendig sind, war ein außergewöhnlicher Werbecoup, indem einige der tiefsten menschlichen Emotionen für den Schmuckkauf eingespannt wurden. Ob das ein Gewinn für die Menschheitskultur ist, hängt vom eigenen Sinn für Werte ab.

Der moderne Massenmarkt für Diamanten ist fast ausschließlich eine Schöpfung von De Beers Werbekampagnen zuzuschreiben, so auch der berühmte Slogan "Diamonds are forever“. Jetzt mit einer Rezession ist eine branchenweite Gruppe von Minen und Händlern wieder sehr interessiert, den Diamantenkauf anzukurbeln, da der Kauf von Luxusartikeln zurückgegangen ist. Unsere Faszination für Diamanten wird nicht so leicht schwinden, aber man erwartet, dass erstmal weniger Schmuck gekauft wird.

Was macht Diamanten so wertvoll?

Diamanten werden nach ihrem Gewicht – Karat – und nach Farbe bewertet, die von Weiß bis Braun, sogar Schwarz reicht. Extragavante Farben – Fancy Colours – wie Rosa, Grün, Blau und andere sind seltener. Die berühmtesten farbigen Steine heute sind rosa Diamanten, die in Australien gefördert werden und die sehr teuer verkauft werden. Gewiss sind die seltensten Diamanten höchst wertvoll. Das sind Steine mit der besten Farbe oder intensivsten Fancy Colour, mit den größten Maßen, dem perfekten Schliff.

Tatsächlich wird der Wert der meisten Diamanten künstlich geschaffen, indem Steine gelagert werden, durch den Sortierungsprozess und durch Preisbücher zur Wertermittelung. De Beers hat gewissermaßen den Wert von Diamanten erfunden. Da De Beers jetzt nur noch die Hälfte des Diamantenmarktes kontrolliert, werden die Schmuckpreise auf dem Massenmarkt wahrscheinlich fallen und ein klarer zweistufiger Markt für Diamanten entsteht. Letzteres gibt es in der Realität bereits, aber einen Anlagemarkt für Diamanten zu etablieren, ist neu. Die Diamantenfirmen versuchen jetzt, Diamanten während der Rezession als Anlagewert zu etablieren. Aber die traurige Wahrheit ist, dass nur ein kleiner Anteil der Steine sich als Anlage eignet.

Woher stammen die wertvollsten Steine und warum?

Die berühmteste Quelle für sehr große Diamanten von hoher Qualität ist wahrscheinlich das afrikanische Königreich Lesotho. Dieses winzige Land produziert immer wieder sehr große Steine, ungefähr einen pro Jahr in der Let’seng Le Terai Mine, hoch oben in den Bergen. Der jüngste Fund ist der 478 Karat große Light of Let’seng, der für 18,4 Millionen US-Dollar verkauft wurde.

Jede Mine kann sehr wertvolle Diamanten hervorbringen, aber heute kommen die wertvollsten Diamanten aus afrikanischen Minen. Es ist jedoch nicht einfach eine Frage der Geografie. Indien hat in der Vergangenheit auch sehr große, hochqualitative Steine hervorgebracht. Es ist auch eine Frage des gesamten Produktionswerts.

Heute bringt Namibia einige Diamanten mit der höchsten Qualität an ihren Stränden und Seebettminen hervor. Angola und Sierra Leone und andere afrikanische Staaten haben auch Diamanten von hoher Qualität in ihren Flusssystemen. Diese sind sekundäre Ablagerungen, die über Hunderte von Tausenden Jahren durch die Abwitterung von Kimberlitröhren entstanden sind. Die Diamanten werden dann in den Flusssystemen mitgeführt und abgelagert – in Flussbetten, im Kies, im Meer. Während dieses langen Prozesses überleben nur die besten Diamanten die turbulente Reise, die anderen zerbrechen.

Natürlich werden auch Steine von hoher Qualität in den Kimberlitminen von Südafrika, Russland und Kanada gefunden, aber oft mit einer höheren Beimischung von Steinen schlechterer Qualität, Industriequalität, und weniger von Edelsteinqualität. Der größte je gefundene Diamant von über einem halben Kilo, der 3.106 Karat Cullinan Diamant, wurde in einer Kimberlitröhre in Südafrika geborgen.

Worauf sollte man beim Diamantenkauf achten?

Man sucht nach den berühmten vier Cs – Cut, Colour, Carat, Clarity – und ein guter Juwelier wird entsprechende Auskünfte geben. Nur die Karat – die Größe – sind allerdings für das ungeübte Auge sichtbar. Kaum wahrnehmbare Farbschattierungen, Einschlüsse im Stein und die Proportionen des Schliffs machen einen gewaltigen Unterschied im Wert des Steins aus. Diese können von einem Gemmologen zertifiziert werden, um Gewissheit zu geben, dass man einen Stein von hoher Qualität erwirbt.

Die meisten Defekte in Steinen können mit dem nackten Auge nicht gesehen werden, sie müssen unter Vergrößerung untersucht werden, um gefunden zu werden. Sollten Defekte für das Auge sichtbar sein, befindet sich der Stein am unteren Ende der Klarheitsskala. Steine können auch "verbessert“ werden – entweder werden Einschlüsse per Laser entfernt, wobei winzige Löcher im Stein zurückbleiben, oder durch Bruchauffüllung, um den Stein schöner aussehen zu lassen. Diese Behandlungen reduzieren tatsächlich den Wert des Steins, jedoch nicht seine Erscheinung.

Farbe ist auch schwierig. Die Unterschiede zwischen Weißschattierungen mögen nicht sichtbar sein, können aber einen beachtlichen Unterschied im Wert ausmachen. Weiße oder farblose Steine rangieren von D bis I; nur ein Experte kann sie ohne Schwierigkeiten auseinanderhalten, aber eine D-Schattierung ist sehr viel wertvoller als ein I-Grad.

Fancy Colours – Rot, Blau, Gelb, Grün – werden je nach Farbintensität bewertet. Je stärker die Farbe, desto höher der Wert. Farbe kann auch kreiert werden, indem Diamanten bestrahlt werden. Manche Farben sind in der Natur so selten, dass man davon ausgehen kann, wenn man diese Farbe sieht, dass sie im Labor erzeugt wurde. Grüne Diamanten sind so ein Fall; sie sind sehr rar und auch in der Natur erhalten sie ihre Farbe durch Lagerung in der Nähe von radioaktiver Strahlung. Eine Analyse in einem gemmologischen Labor mit einem Spektralfotometer ist die einzige Möglichkeit herauszufinden, ob die Farbe eines Fancy Diamonds natürlich oder künstlich ist.

Der Schliff kann gemessen werden, bestimmt das Feuer und die Brillanz und daher den Wert des Steins. Der Schliff – Cut – bezieht sich auf die Proportionen, die Ausführung, die Symmetrie und den Glanz eines Diamanten. Ein computergesteuertes System nimmt die exakten Maße und Proportionen eines Diamanten in Sekunden auf. Ein gemmologisches Zertifikat mit all diesen Informationen, gibt es bei einem hochwertigen Stein von immer.

Dr. Tong-Jin Smith, Urs Kuckertz

Tong-Jin Smith - Bereits während ihres Studiums der Politikwissenschaft hat Tong-Jin Smith als freie Journalistin gearbeitet und neben dem Beruf an ...

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