Diaspora unterscheidet zwischen "folgen" und "befreundet sein"

Die Diaspora-Profilseite - Christoph Till
Die Diaspora-Profilseite - Christoph Till
Diaspora versteht sich als datenschutzfreundliche Alternative zu Facebook. Jetzt unterscheidet das Netzwerk zwischen "folgen" und "befreundet sein"

2010 sorgte das Netzwerk Diaspora für großes Aufsehen. Der Grund: Das Netzwerk wollte eine datenschutzfreundliche Alternative zu Facebook darstellen und damit dem größten sozialen Netzwerk der Welt Schritt für Schritt die Nutzer streitig machen. Das Prinzip funktioniert mit Hilfe eines dezentralen Prinzips. Jeder Nutzer kann, sofern er über die nötigen Kenntnisse verfügt, die Daten auf seinem eigenen Onlinespeicher selbst hosten. War das System anfangs noch mit wenigen Funktionen versehen bietet es jetzt unter anderem private Nachrichten, Benachrichtigungen und ein neues System, das zwischen "Followern" und "Freunden" unterscheidet. Damit versucht Diaspora die Nische zwischen Facebook und Twitter zu schließen.

Follower dürfen keine privaten Nachrichten schreiben

Ähnlich wie bei Twitter können "Verfolger" von Nutzern lediglich die Statusmeldungen von Nutzern lesen und darauf mit Hilfe von "Replies" reagieren, die mit einem @ vor der Nachricht erstellt werden. Freunde können dagegen den Nutzer mit Hilfe privater Nachrichten kontaktieren, das komplette Profil sehen und natürlich alles machen, was Freunde in einem Social Network können. Damit dürfte Diaspora die Lücke zwischen Twitter und Facebook erfolgreich schließen und so ein Alleinstellungsmerkmal bieten.

Viele Standardfunktionen fehlen Diaspora noch

Doch der Nachteil von Diaspora bleibt weiterhin, dass das Netzwerk noch nicht so ausgereift ist wie beispielsweise Facebook, Twitter oder auch die deutschen VZ-Netzwerke. Viele Funktionen wie zum Beispiel Gruppen, Seiten oder auch Fotogalerien fehlen der Facebookalternative noch. Zum anderen schwindet bei dem Netzwerk der Wille der Nutzer, sich regelmäßig bei Diaspora einzuloggen. Dementsprechend ist auch die Resonanz auf Artikel rund um Diaspora im Internet zurückgegangen. Auch die Aktivität von Nutzern ist zurückgegangen.

Clients für Diaspora fehlen noch

Ähnlich wie bei der Twitteralternative Buzz fehlt Diaspora auch noch etwas anderes, was andere soziale Netzwerke schon lange haben: Clients für PC, Mac und Smartphones. Facebook und andere Netzwerke bieten mittlerweile sowohl viele offizielle Apps als auch Anwendungen von Drittentwicklern. Dafür ist Diaspora aber auch noch nicht bereit, da das Netzwerk derzeit noch keine offizielle Programmierschnittstelle zur Verfügung stellt. Dennoch könnte das Netzwerk noch eine große Alternative zu Facebook, Twitter und Co. werden. Grundlage dafür sind die vielen Datenschutzskandale, die sich die etablierten Marken in den letzten Monaten erlaubten. Facebook beispielsweise erlaubte Werbern auf der eigenen Plattform komplette Nutzerdaten und Chats bei den eigenen Nutzern mitzulesen. Twitter hingegen ist öfter wegen der eigenen Geschäftsbedingungen in der Kritik. Hier könnte Diaspora mit seiner neuen Strategie sowohl Verfolger als auch Freunde anzubieten, wirklich gut ankommen, da sowohl das Facebook- als auch das Twitterpublikum abgedeckt werden kann.

Christoph Till, Foto Ulrich

Christoph Till - Ich bin 1986 in Riesa in Sachsen geboren. In der Nähe bin ich auch geblieben. Im Moment wohne ich in Strehla. Ich studiere Medien-, ...

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