Jeden Mittwoch und Samstag sitzen Millionen von Menschen vor ihren Fernsehgeräten und packen in Gedanken schon ihre Koffer für die Weltreise, malen sich aus, wie wohl das neue Haus oder Auto aussehen soll oder stellen sich vor, wie es denn wäre, wenn man nie wieder arbeiten gehen müsste. Aber schon nach wenigen Minuten zerplatzen die großen Träume, denn schon wieder hat man nicht den heiß ersehnten Millionengewinn ergattern können.

Wie wahrscheinlich ist ein Millionengewinn im Lotto?

Obwohl die Wahrscheinlichkeit, einen Sechser mit Superzahl zu landen, doch eher gering ist, hält es sie meisten Lottospieler nicht davon ab, ihren Tipp abzugeben und auf den Millionengewinn zu hoffen. Ein Spiel für wirkliche Optimisten, denn die Chance auf den heiß ersehnten Treffer liegt bei 1:140 Millionen. Trotzdem sind viele Menschen durch das Lotto-Spiel sehr reich geworden, insgesamt 4.800 Spieler wurden zu Lotto-Millionären. Der bisher höchste Gewinn in der Lotto-Geschichte ging übrigens im Jahre 2006 an einen Spieler aus Nordrhein-Westfalen, der sich über 37,7 Millionen Euro freuen konnte und von diesem Moment an wohl ein sorgloses Leben führt.

Häufige Fehler beim Lotto-Spiel

Allerdings ist die Euphorie oft groß bei den Gewinnern und nicht alle schaffen es, diesen Gewinn richtig zu handhaben. Oft werden überstürzte Aktionen gestartet, beispielsweise kündigen viele sofort ihren Job. Man sollte trotz der großen Freude einen kühlen Kopf bewahren und erst einmal abwarten, wie hoch die Gewinnausschüttung sein wird. So wurden am 23. Januar 1988 die Zahlen 24, 25, 26 und 30, 31, 32 gezogen. Jeder der 222 Gewinner hatte damals wohl gedacht, für immer ausgesorgt zu haben, aber weit gefehlt, denn die Auszahlung pro Spieler betrug klägliche 85.000 Mark. Wie konnte das passieren, wird sich wohl der werte Leser jetzt fragen. Die Antwort ist, dass Zahlen gezogen wurden, die von sehr vielen Menschen angekreuzt werden. Sehr beliebt sind aufeinander folgende Zahlen oder auch jene, die in Geburtstagen oder Hochzeitstagen vorkommen. Weiterhin sind bestimmte Zahlenfolgen sehr beliebt. Die große Anzahl der Gewinner im Januar 1988 ist der Beweis. Aber auch Muster auf dem Tippschein sind populär bei den Spielern.

Lotto-Strategien

Allerdings ist es besser, sich für Zahlen zu entscheiden, die nicht von vielen angekreuzt werden. So sollten etwa Zahlen genommen werden, die nicht in Geburtstagen vorkommen, also jene über 31. Und wie sieht es mit der berühmt-berüchtigten Zahl 13 aus? Es mag unglaublich klingen, ist aber dennoch wahr. Die 13 wurde in den ganzen Jahren von allen Zahlen am seltensten gezogen. Seit 1955, als die erste Ziehung der Lottozahlen stattfand bis heute, kullerte sie nur 553 Mal aus der Trommel. Die große Gewinnerin aber ist die 43, denn sie wurde 654 Mal gezogen.

Welche Zahlen sollte man also wählen? Es kommt nicht darauf an, welche Zahlen man wählt, denn rein statistisch ist die Wahrscheinlichkeit für alle Zahlen gleich. Vielmehr sollte man darauf achten, nur derartige Kombinationen zu wählen, die von anderen Spielern seltener benutzt werden. Dazu gehören etwa Geburtstage, also alle Zahlen bis 31, Zahlenkombinationen und Muster auf dem Tippschein. Im Falle eines Gewinns muss man dann, wenn überhaupt, mit weniger Gewinnern teilen.

Die Geschichte des Lotto-Spiels

Am 9. Oktober 1955 fand in Deutschland die erste Ziehung der Lottozahlen statt, und zwar in einem Hotel in Hamburg. Das Waisenmädchen Elvira Hahn zog damals die ersten Gewinnzahlen, ein historischer Moment in der Geschichte des Glücksspiels. Die Glücksfee, die heute allen Spielern bekannt sein dürfte und deren Name untrennbar mit dem Lotto-Spiel verbunden ist, heißt Karin Tietze-Ludwig und begleitete seit August 1967 30 Jahre lang alle Lotto-Spieler.

Aber um die Ursprünge des Lotto-Spiels kennen zu lernen, muss man sich ins Genua des Mittelalters begeben. Dort war es im 16. Jahrhundert üblich, die 90 Mitglieder des Stadtrats per Los zu bestimmen. Diese Vorgehensweise fand man so interessant, dass man begann, Wetten abzuschließen. Im Jahre 1643 wurde dann das Zahlenlotto-Spiel „5 aus 90“ geboren. In Neapel wurden 90 Zettel mit den Namen armer Frauen im heiratsfähigen Alter in eine Trommel gelegt, von denen man fünf Namen zog. Die glücklichen Gewinnerinnen wurden mit einer Aussteuer bedacht.

In Deutschland, genauer gesagt in Bayern, entstand im Jahre 1763 das erste Zahlenlotto, nachdem das von der Kirche verordnete Verbot des Glücksspiels von Papst Clemens XII aufgehoben wurde. Allerdings war der Erfolg nur mäßig und ab 1800 gab es erst einmal kein Lotto-Spiel mehr. Erst 1955 führte man „6 aus 49“ ein, das bis in die heutige Zeit nichts an Popularität verloren hat. Am 4. September 1965 konnte man die erste Ziehung der Lottozahlen auf dem Bildschirm verfolgen.

Und zum Schluss noch ein Lotto-Witz: „Die richtigen Lottozahlen sind wie kleine Kinder: Bleiben immer ungezogen!“

Quellen: