Die 56. Internationalen Kurzfilmtage in Oberhausen

Die Kurzfilmtage in Oberhausen sind ein wichtiges Ereignis für junge Filmemacher. 2010 kämpfen 145 Beiträge aus 40 Ländern um die begehrten Preise.

Junge unbekannte Filmemacher haben es in der Regel schwer, Fuß zu fassen und die Aufmerksamkeit der Presse sowie der Produktionsfirmen zu erringen. Eine großartige Chance für Nachwuchsfilmer bieten da die internationalen Kurzfilmtage in Oberhausen, die vom 29. April bis zum 4. Mai 2010 zum 56. Mal stattfinden. Hier wird nicht nur Mainstream gezeigt. Das Festival ist auch offen für Experimente und ungewöhnliche, facettenreiche Produktionen aus allen Bereichen.

56. Internationale Kurzfilmtage in Oberhausen: 145 Filme in fünf Wettbewerbskategorien

Dieses Jahr treten 145 Filme in fünf verschiedenen Wettbewerben gegeneinander an. In folgenden Kategorien werden Preise vergeben: Internationaler Wettbewerb, Deutscher Wettbewerb, NRW-Wettbewerb, Kinder- und Jugendfilmwettbewerb. Außerdem gibt es den MuVi-Preis für das beste deutsche Musikvideo.

Eine erfolgreiche Teilnahme kann durchaus ein Sprungbrett für eine große Karriere bedeuten. So haben beispielsweise Roman Polanski oder Wim Wenders ihre ersten Schritte bei den Oberhausener Kurzfilmtagen gewagt.

Der internationale Kurzfilmwettbewerb

Natürlich ist auch das Preisgeld, um etwa den nächsten Kurzfilm realisieren zu können, ein weiterer Ansporn. Allerdings ist die Konkurrenz in diesem Jahr so hoch wie nie. Allein im internationalen Wettbewerb kämpfen 64 Beiträge aus 36 Ländern um den mit 7.500 Euro dotierten Hauptpreis. Erfreulich ist, dass 2010 Kurzfilme aus allen fünf Erdteilen auf dem Programm stehen. Auch die beiden afrikanischen Länder Uganda und Südafrika sowie viele kleinere Nationen wie Moldawien oder der Libanon scheuen sich nicht, einen interessanten und experimentellen Wettbewerbsbeitrag ins Rennen zu schicken.

Der deutsche Wettbewerb

Der Hauptpreis für den besten deutschen Kurzfilm fällt mit 5.000 Euro ein weniger geringer aus. Dafür ist die Konkurrenz mit 28 Beiträgen nicht ganz so groß. Dennoch ist es im nationalen Vergleich nicht einfach hervorzustechen, da die Bereiche vielseitiger sind, gewaltige Bildsprachen eingesetzt und mehr Mut zu experimentieren bewiesen wurde. Von Vorteil ist sicherlich, dass es kaum formale und inhaltliche Einschränkungen gab, und auch der Weg für genreübergreifende Elemente offen stand.

Trotz allem hat der Spielfilm die Vorherrschaft, auch wenn er nicht immer klar vom Dokumentarfilm zu trennen ist. Bestes Beispiel hierfür ist der Streifen "Ground Control" von Adnan Softic. Der Anfang erscheint wie eine Dokumentation über die Familie des Filmemachers, bis es irgendwann deutlich wird, dass es sich um einen Spielfilm handelt.

Der NRW-Preis

Eine kleinere, aber trotzdem bedeutende Auszeichnung wird außerdem bei den Kurzfilmtagen vergeben. Der NRW-Preis wurde 2009 eingeführt und wird ausschließlich an Nachwuchsfilmer aus Nordrhein-Westfalen verliehen. 2010 kämpfen sieben Wettbewerbsteilnehmer um insgesamt 1.500 Euro. Nominiert wurden fünf Beiträge aus den beiden Kölner Filmhochschulen und zwei freie Produktionen.

Nordrhein-Westfalen ist nicht umsonst eines der erfolgreichsten Filmproduktionsstandorte Deutschlands. Dass auch die Kurzfilmtage dazu beitragen können, neue Talente aus der Region zu entdecken, beweist z. B. der außergewöhnliche Film von einer der jüngsten Teilnehmerinnen. Angélique Dubois versteht es, Leverkusen glaubhaft als Schauplatz für einen klassischen Italo-Western darzustellen und gleichzeitig ein Portrait der Stadt zu zeichnen.

Kinder- und Jugendfilmwettbewerb

Den Kinder- und Jugendfilmwettbewerb gibt es seit dreißig Jahren und ist die einzige internationale Preisverleihung dieser Art in Deutschland. Eine schöne Tradition ist es geworden, die Filmemacher nach Oberhausen einzuladen, damit sie ihre Filme dem Publikum vorstellen und mit ihm darüber diskutieren können. Bei über 45 Produktionen aus 27 Ländern werden sicherlich eine Menge angeregter Gespräche zustande kommen, auch wenn die Entscheidung, wer die Preise im Wert von 2.000 Euro verdient, nicht leicht fallen wird.

Der MuVi-Preis

In den letzten Jahren hat sich das Musikvideo zu einem eigenständigen Kurzfilmgenre entwickelt. Grund genug, um auch das beste deutsche Musikvideo zu würdigen. Das Besondere ist, dass dieser Preis vom Publikum vergeben wird. In einem einmonatigen Streaming kann man sich die nominierten Videos online anschauen und für seinen Favoriten abstimmen.

Dieses Jahr wurden 170 Bewerbungen eingesandt. Zwölf davon wurden ausgewählt und konkurrieren um ein Preisgeld in Höhe von 500,- Euro, das ausschließlich die Regisseure und nicht die Interpreten erhalten.

2010 sind die Teilnehmer, die zum ersten Mal dabei sind, beinahe unter sich. Lediglich Markus Wambsganss wurde in Oberhausen schon preisgekrönt. Dieses Jahr tritt er mit dem Video "Opaque" (Interpret: Hildur Gudnadóttir) an. Doch er ist nicht der einzige bekannte Regisseur, der am MuVi-Wettbewerb teilnimmt. Ein starker Mitbewerber ist beispielsweise Klaus Lemke. Sein Clip „Andere Leute", in dem Ausschnitte seiner alten Filme gezeigt werden, hat ebenfalls gute Chancen.

Kartenbestellung für die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen

Alle Aufführungen der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen werden im Lichtburg Filmpalast gezeigt. Karten für das Event können deshalb auch nur hier, unter der Telefonnummer 0208-824 29-0 oder 0208-824 29-15 (nachmittags ab 14.30 Uhr) bestellt werden. Änderungen vorbehalten.

Sylvia Schöbe - Liebe Leser und Leserinnen, Vielen Dank für das Interesse an mir und meinen Artikeln. Dann möchte ich mich einmal kurz ...

rss