Die aktuelle Playoff-Situation in der NFL nach elf Spielen

Am Montag, den 28. November 2011, endete die zwölfte Woche der NFL-Saison, und allmählich nimmt das Playoff-Bild Formen an.

Sowohl in der AFC als auch in der NFC konnten sich die meisten Playoff-Anwärter nach der zwölfte Woche der aktuellen NFL-Saison behaupten beziehungsweise absetzen. Bis auf wenige Positionskämpfe in der Setzliste scheinen die jeweils sechs Teams der Conferences einen Playoff-Platz so gut wie sicher zu haben.

Houston Texans führen überraschend in der AFC

Vor der Saison hätten sicher die wenigsten Experten damit gerechnet, dass die Houston Texans nach zwölf Wochen den ersten Platz in der AFC belegen. Doch trotz sechs Siegen in Folge und einer Bilanz von 8-3 scheint dies nur eine Momentaufnahme zu sein: Nachdem bereits Starting Quarterback Matt Schaub ausfiel, verletzte sich auch noch Ersatzmann Matt Leinart schwer (Schlüsselbeinbruch). Mit der Nummer 3 auf dem Feld und einem nicht gerade leichten Restprogramm (unter anderem gegen die Atlanta Falcons, Cincinnati Bengals und Tennessee Titans) scheint es fast sicher zu sein, dass die Texans ihre Nummer-1-Position einbüßen werden.

An Nummer 2 der AFC stehen die New England Patriots (8-3), die dank einer überragenden Offensive um Tom Brady und einem leichten Restprogramm (die letzten fünf Gegner haben allesamt keine positive Siegesbilanz) gute Chancen haben, am Ende der regulären Saison den ersten Platz in der AFC zu belegen. Vielleicht reicht es für die Patriots zu einem weiteren Einzug in den Superbowl, allerdings weist die Defensive erneut viele Lücken auf.

Die Baltimore Ravens (8-3) sind das drittbeste Team der AFC und profitieren neben der gewohnt starken Defensive (zuletzt neun Sacks gegen die San Francisco 49ers von der Tatsache, dass man die Pittsburgh Steelers (8-3) zwei Mal schlagen konnte. Das Restprogramm ist dankbar, folglich sollte man vor den Steelers (aktuell Nummer 5 der AFC) bleiben. Nummer 4 sind die Oakland Raiders (7-4) mit dem Rückkehrer Carson Palmer. Die Raiders sind ein Wackelkandidat: Die Denver Broncos (6-5) holten stark auf und feierten mit Tim Tebow als Quarterback fünf Siege in den letzten sechs Spielen, außerdem müssen die Raiders noch gegen drei schwere Brocken (Detroit Lions, Chicago Bears, Green Bay Packers) antreten. Die Cincinnati Bengals (7-4) belegen überraschend Platz 6 in der AFC und haben noch vier Heimspiele. Ein Einzug in die Playoffs ist also realistisch, der Vorsprung vor den Verfolgern (Denver Broncos, New York Jets, Tennessee Titans) beträgt jedoch nur einen Sieg.

Green Bay Packers dominieren die NFC

Der Titelverteidiger, die Green Bay Packers (11-0), sind das einzig ungeschlagene NFL-Team und spielen sehr dominant. Obwohl die Defensive statistisch gesehen große Defizite aufweist, weist sie die meisten Interceptions in der NFL auf. Viel wichtiger ist, dass Quarterback Aaron Rodgers sehr stark spielt und sogar den Rating-Rekord von Steve Young eingestellt hat. Das Restprogramm ist nicht einfach (unter anderem gegen die New York Giants, Raiders, Chicago Bears und Detroit Lions), dennoch scheint der erste Platz in der NFC fest gebucht zu sein. Für viele Fans und Experten geht es eigentlich nur noch darum, ob die Packers eine perfekte 16-0 Saison schaffen.

Die San Francisco 49ers (9-2) hatten vor dieser Saison sicherlich auch die wenigsten Experten auf dem Zettel. Aber das Team spielt sehr effektiv und ist ausgewogen besetzt. Das Restprogramm ist machbar (die Steelers sind der einzige Playoff-Kandidat, auf den man noch trifft), von daher können die 49ers schon mal für die Postseason planen.

Womöglich könnten die New Orleans Saints (8-3), Super-Bowl-Champion von 2010, den 49ers noch Platz 2 in der NFC streitig machen. Die Offensive um Drew Brees glänzte zuletzt beim 49:24-Sieg über die New York Giants. Drew Brees warf im 38. Spiel in Folge mindestens einen Touchdown-Pass und führt die NFL mit 3689 Yards an. In den letzten Wochen der Saison muss man allerdings noch einmal gegen die zuletzt aufstrebenden Atlanta Falcons (7-4), aktuell Platz 6 in der NFC, antreten. Die Dallas Cowboys (7-4), Nummer 4 in der AFC, scheinen ihren Divisionstitel so gut wie sicher zu haben. Zum einen liegt das an der schwächelnden Konkurrenz, zum anderen an einem deutlich stabileren Tony Romo. Allerdings muss man noch beide Spiele gegen die New York Giants bestreiten, die weiterhin ein Wörtchen um den Playoff-Einzug mitreden möchten, aber zuletzt vier Mal in Folge verloren haben. Die Chicago Bears (7-4) belegen Platz 5. Dank Jay Cutler und Matt Forte und der gewohnt stabilen Defensive schien vor einigen Wochen sogar die Verfolgungsjagd auf die Packers möglich. Doch Cutler fällt für den Rest der Saison aus und wohin die Reise mit Ersatzmann Caleb Hanie geht, steht in den Sternen. Vielleicht ist das die Chance für die Detroit Lions (7-4), die nach ihrem sensationellen Saisonstart aktuell keinen Playoff-Platz mehr belegen. Doch das Restprogramm ist schwer (unter anderem gegen die Saints, Raiders und Packers) und in dieser Saison verloren die Lions bisher alle Duelle gegen Playoff-Kandidaten.

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Christian Schmidt - selbständig, vielseitig, vielfältig, ambivalent * 1976 seit 2006 in Dresden wohnhaft Vorlieben: Literatur, Filme, ...

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