Die Anfänge der Erde und der Welt

Planet - Pixelio
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Wie die Forscher im Laufe der letzten Jahrhunderte zu den Erkenntnissen gelangten, die inzwischen auf einen Urknall schließen lassen.

Bis zur modernen Urknalltheorie, der Entstehung des Universums, war es ein langer Weg. Nach 500 Jahren Forschungsgeschichte sind inzwischen Beweise dafür vorhanden, dass es eine Urexplosion gegeben haben muss, in der Materie, Raum und Zeit ihre gemeinsame Entstehung feierten. Nach dem kosmologischen Standardmodell geht man heute davon aus, dass dies vor etwa 13,7 Milliarden Jahren passiert sein muss. Für das Bestehen des Planeten Erde rechnet man ganze 4,6 Milliarden Jahre. Was in der gegenwärtigen Forschung mit ausgeklügelten Techniken und komplizierten physikalischen Rechenverfahren herausgefunden wird, dem diente im späten Mittelalter fast einzig und allein die Bibel als Grundlage.

Erste Erkenntnisse aus dem Alten Testament

Im Jahre 1650 gelangte der irische Bischof James Ussher nach langjährigem alttestamentarischem Studium zu der Ansicht, Himmel und Erde seien am 23. Oktober 4004 vor Christus erschaffen worden. Selbst Isaac Newton, der eigentlich einen anderen wissenschaftlichen Hintergrund pflegte, legte sich am Ende seines Lebens auf die Erklärung der göttlichen Schöpfungsgeschichte fest. Was irritierend erscheint - denn in Newtons Formeln, mit denen er den Himmel erklärte, fand sich keine Spur von Anfang und Ende; eher deutete darin alles auf eine bestehende Ewigkeit hin.

Die Theorie des ewigen Universums

Erst James Hutton gelangte durch Zufall 1788 auf einer Bootsfahrt zu einem tatsächlichen Beweis für seine Vermutung, die Erde habe ein unermesslich hohes Alter: er beobachtete graue Schieferplatten an der schottischen Nordseeküste über dem Meer, die sich seiner Meinung nach in grauer Vorzeit am Grund eines Urmeers abgelagert hatten. Durch mächtige Kräfte mussten sie später aus der Tiefe emporgehoben worden sein, um dann in einer unvorstellbar langen Epoche von Wind und Wasser abgeschliffen zu werden, worauf sich langsam ein rotes Sediment absetzen konnte - ein unmöglicher Vorgang für eine Zeitspanne von 6.000 Jahren, die es der Bibel nach hätten gewesen sein müssen. Und Hutton schloss aus den Jahrmillionen, die die Natur für ihren Reichtum gebraucht haben musste, dass die Erde einen nie endenden Zyklus des Werdens und Vergehens darstellte. Für ihn gab es „keine Spur eines Anfangs, kein Anzeichen eines Endes“.

Die Evolutionstheorie - Schöpfung ohne Schöpfer

Darwin glaubte an eine Auslese innerhalb der Arten - und schätzte ihre Geschichte auf eine sehr, sehr lange Zeit. Im Gegensatz zu Hutton meinte er, eine Richtung wahrzunehmen, in der sich Organismen fort- und weiterentwickelten. Er stellte sich den Anfang allen Lebens als einen warmen Tümpel vor, in dem „alle Arten von Ammonium- und Phosphorsalzen, Licht, Wärme, elektrischer Strom etc.“ enthalten sind. So müsse sich „auf chemische Weise eine Proteinverbindung gebildet“ haben. Er begründete hiermit einen der ersten wissenschaftlichen Versuche, den Beginn des Lebens zu erklären. Und er war einer der ersten Wissenschaftler, die sich deutlich von allen theologisch fundierten Sichtweisen distanzierte.

Der Streit zwischen Ewigkeit und Endlichkeit

Eine Weile standen sich die beiden Theorien unversöhnlich gegenüber: Ewiger Wandel, zyklische Unendlichkeit? Oder konkreter Beginn des Ganzen - ob mit oder ohne Gott? Darwins Theorie hatte die Nase zunehmend vorn. Geologen und Physiker waren sich einig: Wenn die Erde in ihrer ganzen Geschichte Wärme ans Außen abgegeben hat, dann muss sie ursprünglich ein glühend heißer Ball gewesen sein - ohne Leben.

Der Physiker Sir William Thomson berechnete 1869 irrtümlich, die Erde könne nicht älter sein als 20 Millionen Jahre - für einen Glutball sei die Zeit eher knapp bemessen. Evolutionstheoretiker hielten dies für unmöglich in Anbetracht der Entwicklung des irdischen Lebens - es hätte in dieser Zeit niemals erreichen können, was es geworden ist.

Uran als präzise Uhr

Das radioaktive Element Uran eilte den Physikern zu Hilfe - hiermit ließ sich das Alter extrem alter Steine messen. Und ein Rekord schlug den anderen: man fand Steine, die eine, sogar mehr als zwei Milliarden Jahre alt waren. Als die Forscher dann endlich Meteoritengestein aus der Frühzeit des Sonnensystems datierten, konnte man davon ausgehen, dass vor 4,6 Milliarden Jahren Sternenstaub zum Planeten Erde verklumpte. Und es glaubte immer noch bis weit ins 20. Jahrhundert ein Teil der Wissenschaftler, vor allem Astronomen, an ein ewiges Kreisen der Gestirne.

1916 gab Einsteins Relativitätstheorie einen Hinweis darauf, dass es einen Urknall gegeben haben musste - denn hiernach gab es kein gleichbleibend bestehendes Universum, sondern nur die Möglichkeit, sich immens aufzublähen und dann wieder zu schrumpfen, bis nichts übrig blieb. Hubble entdeckte 1929, dass sich viele, viele Galaxien von der Erde wegbewegten - eine Art kosmische Explosion. Aber schloss das wirklich ein ewiges Universum aus?

Der nachklingende Urknall

Und endlich - über dreißig Jahre später - gab ein unangenehmes Brummen im Empfänger zweier Radioastronomen in New Jersey den endgültigen Hinweis auf den Anfang der Welt. Arno Penzias und Robert Wilson fanden kurze Zeit später heraus, dass das Rauschen im Teleskop den schwachen Nachhall einer einstigen Urexplosion (=Big Bang) aufgefangen hatte.

An diesen unendlich kleinen Punkt des Ausgangszustands, an dem sich die Explosion einst ereignete, wird das Universum irgendwann zurückkehren... Denn die Ausdehnung des Alls wird an ihrem größtmöglichen Punkt ein Ende haben - und die Anziehungskräfte der Massen werden alles was ist wieder zum Ursprung zurückversetzen.

Quellen:

Maja Al-Massri - Die gebürtige Hamburgerin lebt seit 2007 in Wien, wo sie an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Klavier studiert. ...

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