Die Aspisviper lebt in Deutschland nur im Schwarzwald

Neben der in geringen Populationen nahezu flächendeckend vorkommenden Kreuzotter ist die Aspisviper die zweite Giftschlange in Deutschland.

Viele Menschen nehmen an, die Kreuzotter wäre die einzige in Deutschland lebende Giftschlange. Tatsächlich kommt außer ihr auch die Aspisviper vor.

Lebensraum der Aspisviper

Die Aspisviper (Vipera aspis) lebt überwiegend in Spanien, Italien, der Schweiz, Frankreich und Slowenien. In Deutschland kommt sie nur im Schwarzwald vor. Dort bewohnt sie bevorzugt Geröllflächen und Steinbrüche, wo sie warme und steinige Flächen vorfindet. In den südeuropäischen Verbreitungsgebieten leben Aspisvipern aber auch in weniger idealen Habitaten, die Schlange ist sehr anpassungsfähig.Die im Schwarzwald lebenden Exemplare der Aspisviper halten von Mitte Oktober bis Mitte März Winterschlaf, in wärmeren Gebieten verkürzt die Schlange diesen. In Deutschland lebt ausschließlich die Art Vipera aspis aspis, während in der Schweiz mit der Alpenviper (Vipera aspis atra) und der Rediviper (Vipera aspis franciscirid) zwei weitere Unterarten vorkommen. Die Färbung der Aspisviper fällt sehr unterschiedlich aus, sowohl Brauntöne als auch Orange oder Grau kommen als Grundfarbe der Schlange vor.

Das Leben der Aspisviper

Bei der Aspisviper handelt es sich um eine überwiegend tagaktive Schlange und um einen Lauerjäger. Die Schlange ernährt sich überwiegend von kleinen Säugetieren, sie frisst aber auch Vögel und Eidechsen. Ihre hauptsächlichen Fressfeinde sind Steinmarder und Dachs sowie Krähen und Bussarde; Jungtiere werden auch von Igeln und Schlingnattern erbeutet. Die Paarung der Aspisviper erfolgt nach der Winterruhe, einige Tiere paaren sich im Herbst ein weiteres Mal. Die Anzahl der Jungtiere schwankt bei jedem Geburtsvorgang zwischen vier und zwanzig Jungschlangen; diese schlüpfen entweder noch im Körper der Mutter oder sofort nach der Geburt aus der Eihülle. Diese seltene Form der Geburt wird als ovovipar bezeichnet. Aspisvipern können bis zu vierzehn Jahren alt werden, ausgewachsene Tiere erreichen eine Länge von zumeist sechzig bis fünfundsechzig Zentimetern, wobei die Männchen etwas länger als die Weibchen werden.Einige wenige Tiere erreichen eine überdurchschnittliche Länge von bis zu neunzig Zentimetern.

Die Aspisviper und der Mensch

Ebenso wie die Kreuzotter greift die Aspisviper den Menschen nicht aktiv an, sondern flieht vor diesem. Ein Biss erfolgt nur, wenn Menschen die Schlange in die Enge treiben oder anfassen. Das Gift der Aspisviper führt zu ernsthaften gesundheitlichen Einschränkungen, ein Biss ist aber im Normalfall nicht tödlich. In seltenen Fällen einer Bissverletzung durch eine Aspisviper muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, dieser verabreicht in jedem Fall ein Antiserum. Ohne Behandlung bilden sich nach einem Biss durch die Aspisviper nicht nur Schwellungen an der Bissstelle, sondern auch Atemnot und Herzbeschwerden können als Folge auftreten. Die Aspisviper verfügt über einen nur geringen Giftvorrat und benutzt diesen bei einem Verteidigungsbiss oft nur zum Teil.

Quelle:

Text über die Aspisviper auf Amphibienschutzseite

Helmut Agnesson, Helmut Agnesson

Helmut Agnesson - Geboren am 06.04.1960 (09. Nissan 5720). Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel, später Studium der ...

rss