
- Citroen Studie Metropolis - Citroen Communication
Stück für Stück gestattete die Automobilindustrie einen Einblick in ihr Neuheitenportfolio, das sie ins Reich der Mitte verfrachtete, um es auf der Auto China 2010 dem autobegeisterten Publikum vorzustellen. Nur im französischen Pavillon der Shanghai World Fair dagegen war das Conceptcar Citroen Metropolis zu besichtigen. Citroen will sich damit offensichtlich sein Stück vom Kuchen des gerade in der Luxusklasse aufstrebenden Marktes sichern, denn der Metropolis ist über dem derzeitigen Topmodell C6 im S-Klasse-Format positioniert. Er wurde vom in Shanghai ansässigen und erst 2008 gegründeten Designzentrum der Marke geschaffen.
Enorme Steigerungsraten im Absatzmarkt China
China ist nach Herstellerangaben für Citroen 2009 der zweitwichtigste Absatzmarkt geworden: Gegenüber 2008 wurden 57,5 Prozent mehr Fahrzeuge ausgeliefert. Das französische Unternehmen entwickelte sich somit besser als der Markt (plus 54 Prozent) und zählte damit unter den im Rahmen von Joint Ventures agierenden Autoherstellern zu denen mit der höchsten Steigerung. Auch die Volkswagen AG kann im größten Einzelmarkt China per Ende März 2010 auf 362.600 ausgelieferte Einheiten im I. Quartal verweisen. Was eine Steigerung von 53,8 Prozent gegenüber 2009 ausmacht. Der neue VW Phaeton wurde daher auf der Auto China gezeigt.
Langversionen sind in China gefragt: Audi A8 L und der BMW 5er in Langversion
Die Kundschaft, die in China Luxusklasseautos kauft, erwartet einen langen Radstand, weil der Chauffeur fährt. Um den damit verbundenen Wünschen nach mehr Platz, Komfort und Luxus im Fond gerecht zu werden, wird nicht nur der Phaeton als Phaeton L angeboten: Audi präsentierte mit dem Audi A8 L die Langversion seiner Luxuslimousine ebenfalls in Peking. Die Kollegen von BMW zeigten dort den speziell für den chinesischen Automobilmarkt entwickelten langen BMW 5er. Das neue Modell, das im Werk Shenyang produziert wird, steht exklusiv für China in den Motorvarianten BMW 535Li, BMW 528Li und BMW 523Li zur Wahl. Daneben feierte noch die Studie Concept Gran Coupé Premiere.
Auch die E-Klasse von Mercedes geht in die Länge
Die zur BMW Group zählende Marke Mini rückt in Beijing den Mini Countryman ins Scheinwerferlicht, der ebenso seine Asienpremiere erlebt, wie die Studien Mini Coupé Concept und Mini Roadster Concept. Mercedes-Benz kündigte die Präsentation der Studie Mercedes Concept Shooting Brake ebenfalls für die Auto China an: Das fünftürige Coupé nimmt Stilelemente des kommenden Mercedes CLS vorweg und begeisterte die ersten Betrachter durch eine sehr schlüssige Linienführung und das edle Interieur. Der Stuttgarter Hersteller stellte die optisch dezent überarbeiteten Versionen der Luxuslimousinen Maybach 57, 57 S, 62 und 62 S sowie die Langversion der Mercedes E-Klasse für China vor: 14 Zentimeter mehr im E 260 L und E 300 L.
Die China-Sondermodelle von Bentley: Mit 322 Stundenkilometer durch das Reich der Mitte
Auch der englische Luxusautohersteller Bentley ist sich der Bedeutung des chinesischen Marktes bewusst. Er stellte mit der Limousine Bentley Continental Flying Spur China und dem Coupé Continental GT Design Series China zwei speziell auf den chinesischen Markt zugeschnittene Modelle vor. Die Fahrzeuge tragen neue, eigenständige Farbtöne und im Interieur eine Farbzusammenstellung zur Schau, die es in keinem Bentley sonst gibt. Die als statusbewusst bekannten Chinesen können sich darüber hinaus an den typspezifischen Plaketten im Einstiegsbereich, an der Mittelkonsole und den Kotflügeln erfreuen. Angetrieben werden die Bentley vom W12-Motor aus dem Phaeton mit 610 PS, der in 4,8 Sekunden voll Null auf 100 beschleunigt.
Der Ferrari 599 GTO auf der Auto China Beijing 2010
Der ebenfalls auf der Beijing International Automotive Exhibition vorgestellte Ferrari 599 GTO soll nach Herstellerangaben innerhalb von nur 3,35 Sekunden von Null auf 100 Kilometer pro Stunde beschleunigen. Das Gewicht wurde durch den Einsatz konsequenten Leichtbaus bis hin zu dünnerem Aluminiumblech und einer ebensolchen Verglasung auf 1.495 Kilogramm gesenkt. Der Ferrari 599 GTO wird von einem Zwölfzylinder mit sechs Litern Hubraum angetrieben. Dieser leistet 680 PS und erreicht ein maximales Drehmoment von 620 Newtonmetern. Sein Verbrauch wird mit 17,5 Litern angegeben. Er stösst 411 g pro Kilometer CO2 aus (Euro 5). Das Sechsgang-Getriebe stammt aus der Formel 1 und ermöglicht Gangwechsel in 60 Millisekunden.
Speziell für China soll Lamborghini den Murciélago LP 670-4 SuperVeloce aufgelegt haben, den es nur für diesen Markt und nur in einer Limited Edition von zehn Exemplaren gibt. Sein Zwölfzylinder leistet 670 PS und bringt den Lamborghini in 3,2 Sekunden von Null auf 100 Stundenkilometer. Der Heckspoiler namens Aeropack-Wing bringt zwar Anpressdruck, bremst den Lambo aber auch auf 337 Kilometer pro Stunde ein. Eine Überraschung war der Ausblick, den Volkswagen auf der Pressekonferenz zur Auto China auf das Facelift des Tiguan zuließ.
Eckdaten zum Citroen Metropolis
Es gab also viel anzuschauen in Beijing. Daher ist die Entscheidung von Citroen, den Metropolis dort nicht zu zeigen, schwer nachvollziehbar. Die 5,30 Meter Länge messende, zwei Meter breite und nur 1,40 Meter hohe Luxuslimousine mit Hybridantrieb und Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe hätte gut zur Auto China gepasst. Sie wird von einem 272 PS leistenden Zweiliter-Sechszylinder mit 375 Newtonmeter maximalem Drehmoment und einem Elektromotor angetrieben, der eine Dauerleistung von 40 kW und eine Spitzenleistung von 70 kW liefert. Die Systemgesamtleistung beträgt nach Herstellerangaben 460 PS und 430 Newtonmetern und erreicht damit das Niveau eines Vierliter-Achtzylinders: S-Klasse-Format eben!
