Der Süden von Gran Canaria

Die Urlaubsorte der Kanareninsel und ihre Strände

Der Hafen von Puerto de Mogán auf Gran Canaria - Ließ
Der Hafen von Puerto de Mogán auf Gran Canaria - Ließ
Fast der gesamte Süden von Gran Canaria ist inzwischen zu einem einzigen Urlaubergebiet zusammengewachsen. Trotzdem ist nicht jeder Urlaubsort für jeden der richtige.

Strand, Meer und All-inclusive. Diese drei Begriffe erfüllen bereits die Erwartungen der meisten Touristen auf Gran Canaria. Doch ob man Playa del Inglés, Puerto de Mogán oder San Agustín als Hotelstandort wählt, ist in erster Linie eine Typentscheidung.

Playa del Águila und San Agustín sind Gran Canarias ruhigste Urlaubsorte

Schon nach fünfzehn Minuten auf der Autobahn erreicht man von Gran Canarias Flughafen aus die ersten Urlaubsgebiete im Süden. Im zusammenhängenden Hotelgürtel, der sich bis Meloneras fortsetzt, macht Playa del Águila den östlichen Anfang. Direkt dahinter befindet sich die kleine Ortschaft San Agustín, die sich zu Fuß in einem angenehmen Spaziergang erreichen lässt.

Die Hotels und Apartmentanlagen von San Agustín wurden mehr oder weniger stilvoll an die Hänge der Felsküste geklebt und verteilen sich um mehrere kleine Strände mit Kies und schwarzem Sand sowie den breiteren Sandstrand des Hauptortes. In erster Linie ältere Menschen verbringen hier ihren Urlaub und solche, die auf viel Trubel und Animation gern verzichten. Gerade in den Touristensiedlungen Richtung Playa del Águila geht es sehr ruhig zu und verhältnismäßig wenige Restaurants ermöglichen eine gediegene aber ruhige Abendgestaltung.

Gran Canarias Partymeile Playa del Inglés im Süden der Kanareninsel

Am „Strand des Engländers“ ist die Anzahl der Hotelbetten in den vergangen Jahren förmlich explodiert. Hier kann man erleben, was aus einem Ort wird, der sich einzig einem Tourismus des allgegenwärtigen Entertainments und der höchstmöglichen Auslastung widmet. Nicht nur die Gürteltaschenfraktion der britischen Gefilde be- und übervölkert die Liegen der feinsandigen Bucht, auch sehr viele Deutsche nehmen den Revierkampf wahr.

Das Angebot an Restaurants, Unterkünften, Shops und Diskotheken in Playa del Inglés ist schier unüberschaubar. Allerorts kann Ramsch erworben und mehr oder weniger gut gegessen bzw. getrunken werden.

Wer am Playa del Inglés Urlaub macht, kann meist auch dem Ballermann etwas abgewinnen. Animierter Koma-Urlaub kann hier in Perfektion ausgelebt werden. Wer es ruhiger mag, sollte sich einen anderen Stützpunkt aussuchen.

Endlose Strände auf Gran Canaria in Maspalomas

Der zentrale Dreh- und Angelpunkt des Tourirummels im Süden der Kanareninsel ist Maspalomas. Die einstmals einsame Landschaft rund um den Leuchtturm wird heute von großen Resorthotels und zahllosen kleineren Bauten überdeckt. Doch sind die kilometerweit reichenden Dünen, die hinter Playa del Inglés beginnend bis nach Maspalomas reichen auch für hartgesottene Individualisten einen Blick wert.

Maspalomas selbst gewinnt vor allem in den Abendstunden an Flair, wenn sich Gaukler auf der Promenade ein Stelldichein geben und sich in den Cafés rund um den Leuchtturm die Abendbrise genießen lässt. Viele der Restaurants sind für einen zahlfreudigen Geldbeutel gedacht, eine günstige Pizza findet man aber ebenfalls.

Das Hinterland ist mit einem Freizeitpark, Golfplätzen, Casinos und einem breiten Angebot weniger attraktiver Ferienanlagen zugepflastert worden. Wer sich hier schon während der Anfahrt wie auf einem Rummelplatz vorkommt, hat nicht ganz unrecht.

Maspalomas eignet sich für Menschen, die auf weitläufige Sandstrände und einen gewissen Comfort im Urlaub Wert legen. Es geht hier weit ruhiger zu als in Playa del Inglés, dennoch ist ein hohes Maß an Unterhaltung geboten für jene, die es erwarten.

Gran Canaria-Urlaub für Anspruchsvolle in Puerto de Mogán

Nirgendwo hat man sich auf Gran Canaria mehr Mühe gegeben, um einen Ferienort wie aus dem Ei gepellt herauszuputzen. In Puerto de Mogán im Südwesten der Insel spürt man die gehobenen Ansprüche schon bei der Ankunft. Riesige Vorhänge aus grell blühendem Hibiskus überspannen die Torbögen zwischen weiß getünchten Häuschen, die zumindest rund um die Hafenregion keine vielstöckigen Ausmaße erreichen. Der kleine Strand hat in der Hauptsaison nicht genügend Platz für alle Sonnenhungrigen. Rund um das Hafenbecken mit seinem Jachthafen reihen sich kleine Restaurants und Cafés auf, die alles bieten vom frischen Fisch bis zur Currywurst. Wer einen Spaziergang um die Mole antritt, kann den Fischern bei der Arbeit zusehen, wie sie ihren Fang anliefern und Reusen flicken. Wer lieber lebendige Fische beobachtet, kann mit der hiesigen Tauchbasis auf Tour gehen oder den Meeresboden trockenen Fußes durch die runden Bullaugen des Yellow Submarine betrachten. Für letzteres werden aber stolze 28 Euro pro adultem Mitfahrenden verlangt.

Das Hinterland von Puerto de Mogán ist weit weniger attraktiv. Planlos und ohne jeden Zusammenhang im Design werden immer mehr Hotels, Sportanlagen und Einkaufszentren in die karge Landschaft gestapelt.

Dennoch, Puerto de Mogán ist als fast kitschig attraktiver Urlaubsort gestaltet worden und für viele der schönste Gran Canarias.

Lesen Sie hier auch wie Sie Ihren Urlaub in Gran Canaria am besten planen und wie Sie die Insel am besten mit dem Mietwagen erkunden.

Constanze Liess, Constanze Liess

Constanze Ließ - Constanze Ließ studierte Journalismus an der Freien Journalistenschule Berlin. Sie bringt ihre Erfahrungen aus anderen Ländern ...

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