
- Schönhauser Allee - Rebecca Haertel
Welches sind die bekanntesten und beliebtesten Straßen Berlins? Keine Frage - die Antwort ist klar. Unter den Linden und der Kurfürstendamm natürlich! Aber Berlin hat noch viele andere attraktive und interessante Straßen.
Unter den Linden
Älter als der Kurfürstendamm ist die Straße Unter den Linden. 1647 ließ der Große Kurfürst den heutigen Prachtboulevard anlegen. Ihren Namen hat sie von den Lindenbäumen, die der Kurfürst anpflanzen ließ. Die Straße besitzt viele historische und elegante Gebäude. Das älteste Gebäude ist das Zeughaus. Das ehemalige Waffenlager wurde 1695 errichtet, heute ist hier das Deutsche Historische Museum untergebracht. Schinkels Neue Wache liegt gegenüber vom Kronprinzenpalais, wo bis 1918 das preußische Herrscherhaus residierte. Das Kronprinzenpalais ist mit dem Prinzessinnenpalais verbunden; früher lebten hier die Töchter von Wilhelm III. und andere Mitglieder der preußischen Herrscherfamilie. Wenn sie eine Opernaufführung sehen wollten, war es gar nicht weit bis zur Staatsoper, die gleich nebenan liegt. Friedrich der Große gründete sie 1743.
Kurfürstendamm
Man kann sich kaum vorstellen, dass einst die Kurfürsten auf diesem heutigen Prachtboulevard nach dem Jagdschloss Grunewald reisten. In den 1870er Jahren beschloss der Reichskanzler Otto von Bismarck die Straße in einen Prachtboulevard zu verwandeln, der den Champs-Elysées in Paris gleichen sollte. Am 5. Mai 1886 fuhr hier die erste Straßenbahn. Der Kurfürstendamm, wie man ihn heute kennt, war damit geboren. Menschenmassen und Autos tummeln sich hier. Es fällt schon schwer, sich für eines der vielen Restaurants und Cafés zu entscheiden! Die Hauptattraktion ist natürlich die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche auf dem Breitscheidplatz.
Friedrichstraße
Einst teilte die Mauer die Friedrichstraße. Der Checkpoint Charlie, ein ehemaliger Grenzübergang für Alliierte und Diplomaten, ist das einzige was vom Kalten Krieg noch übrig geblieben ist. Heute ist er eine Touristenattraktion. Das Mauermuseum ist gleich nebenan. Die Friedrichstraße ist eine beliebte Einkaufsstraße. Dussmann und Lafayette sind bekannte Kaufhäuser. Bei Dussmann findet man Kultur, bei Lafayette exklusive Mode, Schmuck und Parfüm.
Bergmannstraße
Ruhiger geht es in der Bergmannstraße in Kreuzberg zu. Ausgefallene kleine Läden und viele Restaurants versprechen dem Besucher schöne Stunden. Dabei sollte man nicht vergessen, einen Blick in die attraktive Marheineke Markthalle (1892) zu werfen.
Havelchaussee
Entspannend ist eine Fahrt entlang der Havelchaussee, die durch den Grunewald führt. Unbedingt halten sollte man am Grunewaldturm. Es lohnt sich, die Treppen hinaufzusteigen, um den schönen Ausblick zu genießen! An der Havelchaussee gibt es übrigens ein paar schöne Badestellen.
Öffnungszeiten Grunewaldturm: Montag-Sonntag von 10 bis 22 Uhr
Karl-Marx-Allee
Die Karl-Marx-Allee wurde in den 1950er Jahren zur Großbaustelle Ost-Berlins. Es ist immer wieder ein Vergnügen, auf der Straße zu bummeln und sich die prächtigen Häuser, die damals als Wohnungen für die Arbeiter gebaut wurden, anzuschauen. Zuckerbäckerstil nennt man diese Architektur. Die Straße musste mehrere Namenswechsel erdulden. Ganz früher hieß sie Große Frankfurter Straße, von 1950 an Stalinallee, bis sie 1960 den Namen Karl-Marx-Allee bekam. Die Straße spielte eine große Rolle im Volksaufstand des 17. Juni 1953. Hier streikten die ersten Bauarbeiter.
Kastanienallee und Schönhauser Allee
Die Kastanienallee ist eine der ältesten Straßen im Prenzlauer Berg. Berliner und Touristen, die gerne gesehen werden wollen, treffen sich hier in den vielen Cafés und Bars. Dadurch hat sie den Spitznamen „Casting Allee“. Die Schönhauser Allee ist eine wichtige Einkaufsstraße und das Zuhause von Konnopkes - Berlins beliebtester Imbissbude.
Majakowskiring
Prächtige Villen findet man im Majakowskiring. Hier wohnten vor dem Zweiten Weltkrieg hauptsächlich Industrielle, die später enteignet wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Straßenzug nach dem russischen Dichter Wladimir Majakowski benannt. Was ist so besonders an dieser Straße? Nun, hier wohnten einst die Mitglieder der DDR-Regierung wie Willhelm Piek, Otto Grotewohl und Erich Honecker. Auch Johannes R. Becher, der den Text der DDR-Nationalhymne „Auferstanden aus Ruinen“ dichtete, lebte hier. Ab 1960 zog es die Politiker jedoch raus aus Berlin ins malerische Wandlitz.
