
- Welcher Vorname passt zu meinem Baby? - Mike Babcock
In vielen Kulturen wie zum Beispiel in Indien und anderen asiatischen Ländern ist die Bedeutung eines Namens genau so wichtig wie sein Klang. Nimmt man noch die Numerologie hinzu, nach der eine bestimmte Anzahl von Buchstaben glückbringend sein soll, so kann die Namenssuche zur Wissenschaft werden. In Deutschland ist es nicht so kompliziert, wie ein Blick auf die Hitliste der Vornamen verrät.
Die beliebtesten Vornamen für Jungen und ihre Bedeutung
Laut Statistik der Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden, die seit 1977 jährlich ihre Vornamenliste herausgibt, gab es auch im Jahr 2010 keine Überraschungen – die zehn Spitzenreiter blieben stabil. Hier sind die beliebtesten Vornamen für Jungen und ihre Bedeutung laut der Webseite Onomastik, die sich der Namensforschung widmet.
- Maximilian – Kurzform des lateinischen Maximilianus: der Größte, Älteste
- Alexander – griechisch von “alexo" (abwehren) und "andros" (Mensch/Mann): der Beschützer
- Paul – Kurzform des lateinischen Paulus: der Kleine
- Leon – Kurzform des germanischen Leonhard und Erweiterung des griechischen Leo: der Löwe
- Lukas/Lucas – Kurzform des lateinischen Lucanus: jemand aus Lucania
- Luca/Luka – Variante von Lukas/Lucas, siehe oben
- Elias – griechische Form des hebräischen Elijah: "mein Herr ist Gott”
- Louis/Luis – Variante von germanisch Ludwig: “hlud" (laut, berühmt) und "wig" (Kampf)
- Jonas – lateinische Form des biblischen Jonah: die Taube
- Felix – lateinisch: der Glückliche
Die meisten der zehn Spitzenreiter wie Maximilian, Paul, Luka/s beziehungweise Luca/s, Jonas und Felix haben lateinische Ursprünge; der Rest germanische, griechische oder hebräische. Die Bibel hat zur Popularisierung vieler beliebter Rufnamen beigetragen.
Die beliebtesten weiblichen Vornamen und ihre Bedeutung
Auch bei den Mädchennamen gab es 2010 wenig Überraschungen; die Spitzenreiter Sophie/Sofie und Marie/Maria haben ihre Spitzenplätze behalten. Anna und Emma sind von Platz vier beziehungsweise fünf abgefallen. Hier ist die Top Ten der deutschen Mädchennamen mit Bedeutungen:
- Sophie/Sofie – Variante des griechischen Sophia: die Weisheit
- Marie – Variante der griechisch-latinisierten Form Maria; siehe unten
- Maria – griechisch-latinisierte Form des hebräischen Mirjam: die Fruchtbare oder Geschenk Gottes
- Sophia/Sofia – aus dem Griechischen: die Weisheit
- Mia – deutsche und englische Kurzform von Maria; siehe oben
- Anna – Variante des hebräischen Hanna; siehe unten
- Lena – Kurzform des hebräischen Magdalena (jemand aus Magdala) und des griechischen Helena: hell, strahlend, leuchtend
- Emma – Kurzform des germanischen Irmgard, der Kurzform von Irmingard, die sich aus "irmin" (Erde, Welt) und "garda" (Zaun, Umfriedung) zusammensetzt
- Hannah/Hanna – aus dem Hebräischen: Anmut, Huld, Gunst, Gnade, auch Kurzform von Johanna; siehe unten
- Johanna – weibliche Form von hebräisch Johannes: “Gott ist gnädig”
Herausgefallen aus den beliebtesten Vornamen ist 2010 bei den Mädchen Leonie und bei den Jungen David. Vornamen wie Johannes beziehungsweise Johanna und Maria wurden durch die Bibel bekannt und beliebt; die Kurzform Anna zum Beispiel ist bereits seit dem 16. Jahrhundert ein beliebter deutscher Vorname. Dass es noch mehr solcher zeitloser Namen gibt, zeigt diese kurze Auflistung beliebter deutscher Vornamen vom 19. Jahrhundert bis heute.
Seit wann gibt es Vornamen?
Vornamen gibt es, seitdem es Menschen und die Notwendigkeit, diese zu unterscheiden. Vornamen sind also älter als Sprache selbst. Ausserdem ist die Frage stark an eine weitere gekoppelt, nämlich seit wann es Nachnamen gibt. Jahrtausende kamen die Menschen mit nur einem Rufnamen aus, um sich selbst eindeutig zu bestimmen. Mit Anstieg der Bevölkerung und zunehmender Verstädterung reichte ein Name aber bald nicht mehr aus.
Die ältesten Familiennamen im europäischen Sprachraum stammen übrigens aus Italien. Venedig war bereits im 9. Jahrhundert eine große und einflussreiche Stadt mit vielen Einwohnern, die ihre Giovannis, Matteos, Chiaras und Francescas auseinander halten mussten, also kamen dort die ersten Nachnamen in Mode. Über Norditalien verbreiteten sie sich auch bald in Deutschland, allerdings erst vor etwa 800 Jahren.
Wer seinem Kind einen passenden Vornamen geben möchte, sollte sich zusätzlich zum Klang auch mit der Bedeutung verschiedener Namen beschäftigen. Große Eltern sollten sich zum Beispiel überlegen, ob sie ihr kräftiges Baby wirklich Paul nennen wollen. Wer es exotischer mag, sollte vielleicht einen Blick auf indische Mädchennamen beziehungsweise Jungennamen und ihre Bedeutung werfen.
