Die Berge Gran Canarias und der Roque Nublo

Das Bergland der Kanareninsel erhebt sich bis auf fast 2.000 Meter

Wanderung zum Roque Nublo auf Gran Canaria - Constanze Ließ
Wanderung zum Roque Nublo auf Gran Canaria - Constanze Ließ
Nur wenige Kilometer von der Küste entfernt beginnen die Berge Gran Canarias. Dramatische Felswände und Monolithen wie der Roque Nublo prägen das Bergland der Insel.

Bisweilen wird es anstrengend auf den Serpentinen, welche sich in das Hochland Gran Canarias schrauben. Sie steigen auf und ab, werden manchmal so schmal, dass kaum zwei Fahrzeuge nebeneinander passen oder knicken zu Kurven ein, die so spitz sind wie eine Messerklinge. Und trotzdem ist die Anstrengung hinter jeder Biegung vergessen, wenn sich ein weiteres atemberaubendes Panorama paprikaroter Vulkanfelsen unter makellosem blauen Himmel eröffnet. Wer nur die Strandpromenaden Gran Canarias kennt, hat die Kanareninsel nicht gesehen.

Kleine Entstehungsgeschichte der Kanarischen Inseln

Aus der Luft erinnert die zweitgrößte Kanareninsel Gran Canaria an einen perfekten Kegelvulkan. Sehr fern liegt diese Vorstellung nicht, denn wie alle Eilande des Archipels ist auch Gran Canaria vulkanischen Ursprungs. Einst brodelten unterseeische Feuerberge tief unter der Meeresoberfläche und spuckten Lava bis diese die Oberfläche durchbrach und immer neue Schichten bildete. Über Jahrmillionen entstanden die charakteristischen Gesichter, welche jede einzelne der Kanareninseln ausmachen. Der Großteil dieses gewaltigen Gebirges liegt unsichtbar in den Tiefen des Atlantiks, auch die vulkanische Aktivität dauert bis heute an und macht sich von Zeit zu Zeit durch leichte Erdbeben bemerkbar. Der letzte Ausbruch auf den Kanaren betraf 1971 die Insel La Palma.

Der Pico de las Nieves – Der höchste Berg Gran Canarias

Den höchsten Berg der Kanarischen Inseln kann Teneriffa für sich beanspruchen. Der Teide (3.718 Meter) ist gleichzeitig die mächtigste Erhebung Spaniens. Auch wenn sich der Pico de las Nieves auf Gran Canaria mit seinen 1.949 Metern dagegen etwas bescheidener ausnimmt, ist das ihn umgebende Bergland nicht weniger dramatisch.

Der „Schneeberg“ selbst ist die Spitze eines erloschenen Vulkans. Im Winter ist er manchmal mit einer leichten Schneedecke bepudert, was ihm auch zu seinem Namen verhalf. Als militärisches Sperrgebiet ist er aber nicht zugänglich.

Durch das Bergland von Gran Canaria zum Bergdorf Tejeda

So rau wie majestätisch ragen im Hinterland Gran Canarias die tief zerfurchten Bergketten empor. Stete Winde vom Atlantik haben sie ebenso geformt wie die ruhelose Erde unter ihnen. Glatt und unbezwingbar wirken sie, Geröll auf den Wegen ist Zeugnis ihrer Unbeständigkeit. Die Vegetation in den südlichen Regionen ist karg und wüstenartig, die feuchteren Höhenlagen sind mit anspruchslosen Kiefernwäldern bedeckt.

Ordentlich geteerte, aber sehr kurvige Landstraßen bringen Einheimische und Touristen in ihren gemieteten Kleinwagen zu den Panoramen des Inselinneren. Ein wenig schwindelfrei sollte man sein, wenn man hier fährt, außerdem selbstbewusst beim Autofahren. Aussichtspunkte und Haltebuchten ermöglichen häufige Pausen zum Staunen und zum Fotografieren.

An den meisten Tagen des Jahres sammeln sich Wolken an den Berghängen und hüllen die oberen Höhenlagen in Nebel. Wer sich schon morgens auf den Weg macht, hat bessere Chancen die Gipfel auch ohne Regenschleier zu erleben. Am Nachmittag bilden sich häufig Regenbögen über den Talhängen.

Dicht besiedelt ist das Bergland nicht. Die Ortschaften, welche der Reisende passiert, enden oft so schnell wie sie begonnen haben. Besonders herausgeputzt für Touristen und Prospekte wirkt die kleine Siedlung Tejeda. Die geschniegelten weißen Häuser reihen sich malerisch an einem Talhang auf. Wer hierher kommt, sollte unbedingt die Marzipancreme aus der örtlichen Dulcería probieren.

Das Wahrzeichen Roque Nublo und andere Wanderungen in den Bergen Gran Canarias

Die Berge der Kanareninsel sind ein Wanderparadies. Viele Pfade folgen den alten Königswegen, sind ausreichend beschildert und mit stabilem Schuhwerk gut zurückzulegen. Mehrere Wanderungen starten am Parkplatz des Roque Nublo. Wer wenig Zeit mitbringt, kann sich auch damit begnügen, den Weg zu diesem 80 Meter hohen Monolithen auf sich zu nehmen, welcher zu Gran Canarias Wahrzeichen gehört. Der „Nebelfels“ auf 1.813 Metern Höhe macht seinem Namen jedoch gern alle Ehre. Während die Morgenstunden meist noch die atemberaubende Aussicht auf das Umfeld freigeben, hüllt der Nachmittag den markanten Basaltbrocken gern in Wolken.

Beliebt sind auch Wanderungen zum Bergdorf La Culata und durch die abwechslungsreiche Landschaft rund um den Roque Nublo. Auch hierbei gilt, dass Frühaufsteher von den Ausflügen am meisten profitieren. Auch die Anfahrt über die Serpentinen muss bei der zeitlichen Planung mit einberechnet werden.

Buch zum Thema

  • Reise Know How Gran Canaria, Autor: Dieter Schulze, ISBN-13: 978-3831718160, Überarbeitete Auflage 2009

Lesen Sie auch, wie Sie sich auf eine Reise nach Gran Canaria am besten vorbereiten, wie Sie für sich den idealen Urlaubsort auf Gran Canaria wählen und was Sie wissen müssen, wenn Sie Gran Canaria mit dem Mietwagen erkunden möchten.

Constanze Liess, Constanze Liess

Constanze Ließ - Constanze Ließ studierte Journalismus an der Freien Journalistenschule Berlin. Sie bringt ihre Erfahrungen aus anderen Ländern ...

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