"Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein....", so sang schon Reinhard Mey als Hobbypilot vom Fliegen. Ähnlich ergeht es wohl auch jedem passionierten Gipfelstürmer, der die schöne Aussicht vom Berggipfel genießt. Ganz so grenzenlos ist diese Freiheit für Menschen dann wohl doch nicht, wenn sie in großen Höhen von der Bergkrankheit übermannt werden. So kann ein lange geplanter und organisierter Urlaub schnell zum Fiasko werden und sogar tödlich enden - so muss es aber nicht kommen.

Ursachen und Symptome der Bergkrankheit

Wer hoch hinaus will, für den ist so ein Aufstieg allemal anstrengend, auch wenn er sehr gut trainiert ist. So können sich harmlose Kopfschmerzen einstellen, die aber auch ein Symptom für die akute Bergkrankheit sein können. Kommen noch Abgeschlagenheit, Schlafstörungen, Schwindel, Übelkeit oder sogar Erbrechen dazu, so ist man höchst wahrscheinlich an der Bergkrankheit erkrankt.

Diese Erkrankung tritt in der Regel erst ab einer Höhe von 2.500 Metern auf und befällt meist jene, die es besonders eilig haben. Ihr Körper hat nicht ausreichend Zeit, sich auf den niedrigen Sauerstoffgehalt der höher gelegenen Luftschichten einzustellen. Die Lunge kann nicht ausreichend Sauerstoff aufnehmen, was ebenfalls zu einer Sauerstoffunterversorgung im Blut führt. Hat man seine kritische Höhe erreicht, dauert es meist ungefähr vier Stunden bis die Krankheit ausbricht, und ein bis vier Tage bis sie wieder abklingt. Ignoriert man allerdings alle Alarmsignale des Körpers und klettert unbeirrt weiter, riskiert man ein Lungen- und/oder Hirnödem - also Wasseransammlungen, die im schlimmsten Fall zum Tode führen können. Typische Symptome hierfür sind beispielsweise Atemnot, Sehstörungen, Gleichgewichtsstörungen, Gefühlsstörungen und Kribbeln.

Kann man vorbeugen?

Die beste Prophylaxe gegen diese Höhenkrankheit besteht darin, Höhen ab 2.500 Metern zu meiden, besonders wenn man bereits an Anämie oder Atemwegsproblemen leidet. Oft werden vorbeugend Entzüdungshemmer oder andere Medikamente empfohlen, was man aber unbedingt mit seinem Arzt besprechen sollte. Wer sich mit Bedacht vorwärts beziehungsweise aufwärts bewegt, kann nicht nur das atemberaubende Panorama intensiver betrachten, sondern gibt seinem Körper die Möglichkeit, sich zu akklimatisieren.

Sind bereits Beschwerden aufgetreten und die Bergsteiger Krankheit akut, sollte man wieder eine niedrigere Höhe aufsuchen und sich etwas Ruhe gönnen. Warm eingepackt kann sich der Körper dann schonen, um entweder weiter nach oben oder wieder Richtung Tal zu marschieren.

Wer die Risiken kennt und sie ernst nimmt, kann faszinierende Gebirge wie den Himalaya und die Anden besuchen und den Aufstieg genießen, ohne krank zu werden. So wird dieser Trip zu dem Ereignis, das er werden sollte: Eine großartige Gelegenheit, um Körper und Geist in Einklang mit sich und der Natur zu bringen - nicht in Gefahr!

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