
- Meierei auf der Pfaueninsel - Rebecca Haertel
Zur Zeiten der Mauer waren die Berliner Havel und der Wannsee eine der wenigen Möglichkeiten für die West-Berliner Natur zu tanken. Auch nach der Wiedervereinigung sind die beiden Gewässer beliebt, und relativ schnell zu erreichen. Der ideale Ort um nach einer hektischen Zeit die Seele baumeln zu lassen!
Hier findet man eine idyllische Landschaft und viel zu erkunden. Am bequemsten ist es die Havel und den Wannsee mit dem Schiff oder Boot zu entdecken. Die Stern und Kreisschifffahrt GmbH bietet verschiedene Touren von der Anlegestelle Wannsee an.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beschloss der Bankier Wilhelm Conrad eine Kolonie am Wannsee zu gründen. Er nannte sie Alsen, nach einer dänischen Insel, die eine wichtige Rolle im Deutsch- Dänischen Krieg (1864) spielte. 1898 wurde die Kolonie mit Stolpe als Wannsee vereinigt; 1920 dem Bezirk Zehlendorf eingemeindet.
Strandbad Wannsee und Heckeshorn
Man muss nicht unbedingt ans Meer fahren, wenn man sich nach Sand, Wasser und einen Strandkorb sehnt. Das Strandbad Wannsee ist eines der größten Freibäder das an einem europäischen Binnengewässer liegt. 1907 wurde hier zum ersten Mal gebadet. Die Architekten Wagner und Ermisch waren für die Gestaltung der Gebäude verantwortlich. Der Stil der Gebäude nennt sich Neue Sachlichkeit.
Gegenüber dem Strandbad liegt Heckeshorn. Hier kann man schön bei einem Kaffee entspannen. In Ufernähe ist die beeindruckende Kopie der Statue des Flensburger Löwen. Das Original steht heute in Kopenhagen. Außerdem sehenswert sind hier die Sommervilla des Malers Max Liebermann,aus dem Jahre 1910 und das Haus der Wannsee-Konferenz. Am 20.Januar 1942 wurde hier die Ermordung der europäischen Juden beschlossen. Seit 1992 ist die Villa eine Gedenk-und Bildungsstätte.
Pfaueninsel und Kladow
Einer der idyllischsten Flecken Berlins ist die Pfaueninsel, die mitten in der Havel liegt. Früher hieß sie Kaninchenwerder, weil Kaninchen hier gezüchtet wurden. 1685 schenkte der Große Kurfürst dem Alchemisten Johannes Kunckel die Insel, der hier Rubinglas herstellte. Im Jahre 1793 entdeckte Friedrich Wilhelm II die Insel. Er verbrachte hier eine glückliche Zeit mit seiner Geliebten. Für sie ließ er auch ein Schloss erbauen - im Stil einer Ruine. Weitere beachtenswerte Gebäude auf der Insel sind die Meierei, Schinkels Kavalierhaus und der Luisentempel.
Am westlichen Ufer der Havel ist Kladow. Dieser Teil Berlins liegt in Spandau. Beliebt ist die Fahrt mit der BVG Fähre von der Anlegestelle Wannsee, die den Besucher in ca. 20 Minuten nach Kladow bringt. Mehrere Restaurants liegen an der Promenade, sie alle bieten wundervolle Blicke auf die Havel. Gegenüber liegt Imchen. Die winzige Insel ist ein Naturschutzgebiet, das nicht betreten werden darf.
Nikolskoe, Glienicker Brücke und Schloss Glienicke
Gegenüber liegt Nikolskoe.1819 ließ Friedrich Wilhelm III das russische Blockhaus für seine Tochter Charlotte und ihrem Gatten, dem späteren Zaren Nikolaus bauen. Es ist heute eine Gaststätte. Die Kirche St. Peter-Paul ließ der König durch die Architekten Schadow und Stüler errichten. Am 13. August 1837 wurde sie eingeweiht.
Die Glienicker Brücke ist ein Symbol der deutschen Teilung. Weltweit bekannt wurde die Glienicker Brücke durch den Austausch von Agenten während des Kalten Krieges. Ende des 17. Jahrhunderts wurde eine erste schmale Holzbrücke an dieser Stelle gebaut. Die jetzige Brücke wurde 1907 eröffnet.
Links von der Glienicker Brücke liegt das Jagdschloss Glienicke. Der Große Kurfürst ließ es sich von Charles Philippe Dieussart errichten. Heute wird das Jagdschloss als Fortbildungsstätte genutzt. Bekannter ist jedoch das Schloss Glienicke.
1824 erwarb Prinz Carl von Preußen, der Sohn von der Königin Luise, das Grundstück wo heute das Schloss Glienicke steht. Er engagierte zwei Experten, die ihn sein Paradies gestalteten. Stundenlang kann man in Lennés riesigen Park spazieren gehen, während Schinkel das Schloss und das Casino baute.
