
- Dimmu Borgir - Spiritual Black Dimensions - Nuclear Blast
Im folgenden Artikel soll es um die besten Heavy-Metal-Alben aller Zeiten gehen. Die Liste ist chronologisch geordnet.
Black Sabbath: "Paranoid" (erschienen 1970 bei Philips Records)
Obwohl "Black Sabbaths" erstes Album, "Black Sabbath", eigentlich als die Geburtsstunde des Heavy Metal gilt, muss gesagt werden, dass ihr zweites Album, "Paranoid", das damals noch junge Genre bei weitem mehr geprägt hat als sein noch eher bluesiger Vorgänger. Vor allem die erste Single, "Paranoid", schoss im September 1970 auf Platz 4 in den UK Charts und blieb Black Sabbaths einziger Top Ten Hit in Großbritannien. Das Album selbst erreichte in den USA und in Großbritannien Top-Ten-Platzierungen. Obwohl die damaligen Musikkritiker Paranoid gegenüber sehr negativ eingestellt waren, gilt es heute als eines der größten Heavy-Metal-Alben aller Zeiten.
Dio: "Holy Diver" (erschienen 1983 bei Vertigo)
Wenn man im Lexikon das Wort "episch" nachschlägt, könnte man ohne Weiteres das Cover von "Holy Diver" und die Tracklist des Albums abbilden – und alles wäre erklärt. Der dunkle und beinahe schon hypnotische Groove des Titelsongs braucht sich auch heute vor keinem Vergleich zu verstecken, während Lieder wie "Stand Up And Shout" quasi automatisch zum Headbangen einladen. Alle Songs des Albums sind geprägt von eingängigen Melodien und harten Riffs. Man hat das Gefühl, dass Dio mit diesem Album alle Heavy-Metal-"Modeerscheinungen", die in den 80er Jahren noch kamen, bereits vorweggenommen haben. Um das Ganze abzurunden, kommt noch die Hitsingle "Rainbow in the Dark" hinzu, bei der Ronnie James Dio selbst für die Keyboardbegleitung zuständig war. "Holy Diver" erreichte in den UK-Album-Charts 1983 Platz 13, die beiden Singleauskopplungen, "Holy Diver" und "Rainbow in the Dark" schafften es in den USA auf Platz 40, beziehungsweise 14. 1984 erreichte "Holy Diver" Gold- und 1989 schließlich Platinumstatus.
Metallica: "Master of Puppets" (erschienen 1986 bei Elektra Records)
"Master of Puppets" ist das dritte Studioalbum von Metallica und ein Meilenstein des Thrash Metal. Es ist außerdem das letzte Album, das Metallica mit Cliff Burton am Bass einspielen konnten, da dieser noch im selben Jahr bei einem Busunfall in Schweden starb.
Aufhänger dieses Albums ist eine Metapher von Menschen an Marionettenschnüren, die dadurch, dass sie von anderen Dingen gesteuert werden, nur noch einen eingeschränkten freien Willen haben. Jedes Lied befasst sich mit einer dieser Schnüre. So befasst sich der Song "The Thing That Should Not Be" zum Beispiel mit Lovecrafts Mythos der großen Alten und hier vor allem mit den von den alten Gottheiten in den Wahnsinn getriebenen Kultisten, während das Titellied davon handelt, wie die Sucht nach Drogen das selbstbestimmte Handeln eines Menschen beendet.
"Master of Puppets" schaffte es in Amerika auf den 29. Rang der Album-Charts, im Jahr 2004 (!) kletterte "Master of Puppets" in Finnland sogar noch auf Platz 7. Insgesamt erreichte "Master of Puppets dreizehnmal Platin (sechsmal in den USA, fünfmal in Kanada, einmal in Australien und einmal in Finnland)
Slayer: "Reign in Blood" (erschienen 1986 bei Def Jam)
Das 1986 erschienene "Reign in Blood" ist das dritte Studioalbum und gleichzeitig das Major-Label-Debüt von Slayer. Dabei handelt es sich um eines der einflussreichsten und gleichzeitig auch extremsten Thrash-Metal-Alben aller Zeiten. Dabei besticht es vor allem durch seine Geradlinigkeit, jeder einzelne Song kommt ohne Umwege zum Punkt. Die Rhythmen, die Gitarrenriffs und die gewalttätigen Texte setzten für alle Thrash-Metal-Bands neue Standards. Die Tracks "Raining Blood" und "Angel of Death" gehören auch heute noch zu jedem Konzert von Slayer. Vor allem "Angel of Death" sticht mit seiner grenzwertigen Thematik hervor, da es Mengeles Experimente an Menschen im KZ Auschwitz behandelt. "Reign in Blood" erreichte 1992 Goldstatus.
King Diamond: "Them" (erschienen 1988 bei Roadrunner Records)
Der dänische Musiker Kim Bendix Petersen alias King Diamond gilt als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten im Heavy Metal. Bekannt ist er vor allem für die stattliche Anzahl an Konzeptalben, die er im Lauf seiner Karriere veröffentlicht hat. Ein Konzeptalbum besteht – anders als gewöhnliche Musikalben – nicht aus voneinander unabhängigen Liedern, vielmehr wird vom ersten bis zum letzten Song eine zusammenhängende Geschichte erzählt. Ein absoluter Klassiker unter diesen ist das 1988 von King Diamond veröffentlichte "Them". Es handelt von einer aus der Irrenanstalt heimgekehrten Großmutter, welche nach der Rückkehr zu ihrer Familie sofort damit beginnt, ihren Enkel in die unheimliche Geschichte rund um ihr verfluchtes Haus hineinzuziehen. Die absoluten Höhepunkte sind hier das Schlagzeugspiel von Mikkey Dee in "Welcome Home" und die brachiale Gitarrenriffattacke in "The Accusation Chair". Die Geschichte von "Them" wurde im etwas später erschienen Album "Conspiracy" fortgesetzt. In den amerikanischen Billboard-Charts war "Them" insgesamt 11 Wochen lang zu finden (die beste Platzierung war 89).
Judas Priest: "Painkiller" (erschienen 1990 bei Columbia Records)
Nach den eher mäßigen Verkaufszahlen des Vorgängers "Ram It Down" besannen sich Rob Halford und Co. wieder ihres klassischen 80er Jahre Metalstils, den sie für "Painkiller" lediglich um einige Elemente aus dem Speed Metal ergänzten. Das Ergebnis war eines der einflussreichsten europäischen Metalalben der 90er Jahre, welches unter anderem Bands wie Gamma Ray oder Primal Fear entscheidend prägte.
In dem Song "Painkiller" geht es um einen fiktiven Messias, der ausgeschickt wurde, um die Zerstörung der Erde und der Menschheit zu verhindern. Das Lied ist pure, sich entladende Energie und der Rest stellt nichts weniger als eines der schnellsten, gemeinsten und gleichzeitig auch kraftvollsten Metalalben aller Zeiten dar. Neben "Painkiller" selbst ist auch die zweite Singleauskoppelung, "A Touch of Evil", ein absoluter Höhepunkt der Scheibe.
"Painkiller" war 20 Wochen in den Billboard-Charts zu finden und schaffte es dort auf Platz 26.
Manowar: "The Triumph of Steel" (erschienen 1992 bei Atlantic)
Mit "Achilles, Agony and Ecstasy in Eight Parts", dem etwas mehr als 28 Minuten langen Eröffnungssong, stellt "The Triumph of Steel" vielleicht das beste Album dar, das die Männer rund um Joey DeMaio jemals produziert haben. "Achilles, Agony and Ecstasy in Eight Parts" handelt vom Krieg um Troja und konzentriert sich inhaltlich sehr stark auf den Zweikampf zwischen Achilles und dem trojanischen Helden Hector. Dabei wird der Track – aufgrund der abwechslungsreichen Soli und Gesangseinlagen – nie langweilig. Auch die anderen Lieder auf "The Triumph of Steel" überzeugen. So ist "Brothers of Metal" ein für Manowar typischer Song über das Thema "wahrer Metal" und bei "Master of the Wind" beweisen sie schlussendlich sogar richtig Gefühl.
Rammstein: "Herzeleid" (erschienen 1995 bei Motor Music)
Mit deutschen Texten kann man international nur vereinzelt Erfolg haben? Dass das Gegenteil der Fall ist, beweisen Rammstein bereits auf ihrem ersten Album, "Herzeleid" (1995) mit den an stampfende Maschinen und harte Gitarren erinnernden Sounds. In ihrem Stil verarbeiten Rammstein unter anderem Einflüsse aus dem Punk, Hard Rock, Electronica und Gothic.
Mit "Herzeleid" kam auch sehr schnell der internationale Erfolg.So kommen die Lieder "Heirate mich" und "Rammstein" in David Lynchs Film "Lost Highway" vor. In letzterem geht es um die Flugzeugkatastrophe von Ramnstein im Jahr 1988. Auf dem Album finden sich aber noch weitere Klassiker der Band, allen voran "Du riechst so gut" und "Asche zu Asche".
Das Album stieg in den deutschen Charts auf Platz 6 und verkaufte sich weltweit 1,5 Millionen Mal.
Dimmu Borgir: "Spiritual Black Dimensions" (erschienen 1999 bei Nuclear Blast)
An Dimmu Borgirs viertem Studioalbum schieden sich von Anfang an die Geister. Wählte man bei früheren Werken einen eher rifflastigen Ansatz, wurden die Lieder auf "Spiritual Black Dimensions" sehr viel schneller und dunkler als alles, was die Band davor produziert hatte.Wenn man sich ansieht, um wie viel komplexer die Arrangements im Vergleich zu den Vorgängeralben gestaltet wurden, kann man sich die musikalische Entwicklung, welche die Band von und während der Produktion durchlaufen haben muss, beinahe bildlich vorstellen. Die Band gewann für das Album im Jahr 1999 den norwegischen Grammy in der Kategorie "Metal". Eigentlich sollte dort der Song "The Insight and the Catharsis" gemeinsam mit einem Symphonieorchester aufgeführt werden, aber Mitglieder des Orchesters weigerte sich, das Lied – aufgrund des angeblich satanischen Inhaltes – zu spielen. Es wurde schließlich "Grotesquery Conceiled" als Ersatz gewählt. Die Geschichte führte nach der Preisverleihung bei der After Show Party noch zu einer handfesten Auseinandersetzung. Erwähnenswert ist auch der Auftritt des Borknagar-Sängers Simen "I.C.S. Vortex" Hestnæs, der kurz darauf fix bei Dimmu Borgir anheuerte.
"Spiritual Black Dimensions" landete in Österreich auf Platz 31, in Finnland auf Platz 14 und in Norwegen auf Platz 18 der Album-Charts.
Bullet for My Valentine: "The Poison" (erschienen 2006 bei Gun Records)
"The Poison" ist das 2006 erschienene Debütalbum der walisischen Metalband Bullet for My Valentine. Die Band wird meist in die Metalcore-Schublade gesteckt, dabei greift es viel zu kurz, die Waliser auf nur ein Genre festzulegen. Vielmehr hören sich ihre Lieder eher so an, als würde Rob Zombie sich an einem außer Kontrolle geratenen Cover eines Songs von HIM versuchen, während die Jungs von Slayer die Begleitmusik dazu machen. So werden die eher dunklen Texte abwechselnd gesungen und gegrunzt, während sich die Liebe der Jungs für kraftvolle Riffs und klassisches Heavy Metal quer durch das ganze Album zieht. Ein gutes Beispiel hierfür ist "Her Voice Resides", ein Lied mit gefühlvollem Text, das gleichzeitig mit einer rigorosen Härte gespielt wird, die jedem Fan des Schwermetalls das Herz aufgehen lässt.
Die Singleauskopplung "All These Things I Hate (Revolve Around Me)" erreichte in Amerika Platz 30 und hielt sich 10 Wochen in den Charts.
Quelle: Billboard.com
