
- Tolle Rezeptideen mit Quitten - www.pixelio.de Roland Bollinger
Die Quitte ist vielen jüngeren Menschen kaum mehr bekannt. Man könnte jedoch fast sagen, dass sie die Urform unseres Obstes ist. Wenn Quitten reif sind, leuchten sie wie Zitronen und verbreiten einen wunderbaren Duft. Ursprünglich kommen sie aus Südostasien, Persien und vom Balkan und wurden wahrscheinlich auf der Insel Kreta kultiviert. Früher galten Quitten als Glücks- und Fruchtbarkeitssymbol. Im Römischen Reich wurden sie als Opferbeigabe und zur Parfumherstellung verwendet. 2000 Jahre alte Schriften belegen, dass die Quitte auch zu Heilzwecken eingesetzt wurde und noch heute gilt sie als Großmutters Tipp gegen Magen- und Halskrankheiten. Mit Quitten lassen sich hervorragende Süßspeisen zubereiten, wobei hier Marmeladen und Gelees an erster Stelle stehen.
Die Quitte gab unserer Marmelade den Namen
Der Begriff Marmelade findet man seit dem 16. Jahrhundert im deutschen Sprachraum und die Bedeutung war wie heute ein mit Zucker eingekochtes Fruchtmus. Zu jener Zeit verstand man in Portugal darunter speziell ein Quittenmus, denn die Quitte heißt auf Portugiesisch marmelo, die Weiterentwicklung des griechischen Wortes melimelon (meli= Honig, melon=Apfel), denn schon im antiken Griechenland war die Quitte als „Honigapfel“ bekannt und man kochte daraus ein süßes Mus.
Erntezeit
Je nach Sorte sind die Quitten zwischen Mitte September und Mitte Oktober reif und können bis hin zum Januar gelagert werden.
Quittenmarmelade mit Vanille und Zimt
3 kg Quitten
3 kg Gelierzucker 1:1
1 Vanillestange
1 Zimtstange
1 Esslöffel Zucker
Die Quitten waschen, Stiel und Blütenansätze entfernen, vierteln und entkernen. Die Quitten können, brauchen aber nicht unbedingt geschält zu werden. Früchte in einen großen Topf geben und soviel Wasser hinzufügen, bis sie bedeckt sind. Ausgeschabte Vanillestange, Zimtstange und 1 Esslöffel Zucker zugeben. Aufkochen und ca. eine dreiviertel Stunde weiter köcheln lassen, bis die Masse breiig ist. Zimt- und Vanillestange entfernen und das Obst pürieren. Den gewonnenen Brei abmessen und mit der gleichen Menge Gelierzucker vier Minuten kochen. Heiß in saubere Gläser abfüllen.
Quittengelee mit Zitronenmelisse
1 kg Quitten
2-3 Stängel Zitronenmelisse
750 ml Wasser
500 g Gelierzucker 2:1
1 Päckchen Zitronensäure
1 kg Quitten waschen, Stiel und Blütenansätze herausschneiden, entkernen und grob würfeln. Die Früchte in einen Topf geben und mit gut 750 ml Wasser bedecken und zum kochen bringen. Etwa 45 Minuten zugedeckt weiter köcheln lassen. Ein großes Sieb mit einem Mull- oder Leinentuch auslegen und auf eine Schüssel stellen. Saft und Früchte vorsichtig hineingießen und abtropfen lassen. Den Quittenbrei zum Schluss ausdrücken. Den gewonnenen Quittensaft (ca. 900 ml) abkühlen lassen. Zwei bis drei Stängel Zitronenmelisse abspülen und in einem großen Topf mit dem Saft, 500 g Gelierzucker 2:1 und einem Päckchen Zitronensäure gut verrühren und langsam aufkochen. Unter Rühren mindestens drei Minuten sprudelnd weiterkochen lassen, dann die Zitronenmelisse herausnehmen und die Flüssigkeit in saubere Gläser mit Schraubdeckel füllen. Fest verschließen und für mindestens 5 Minuten umgedreht auf den Deckel stellen.
Quittenbrot
Aus dem bei der Herstellung des Quittengelees entstandenen Fruchtbrei kann eine süße Nascherei hergestellt werden. Die verbliebenen Fruchtstücke oder Fruchtbrei fein pürieren (Mixer, Zauberstab) und mit exakt der gleichen Menge Zucker aufwiegen. Bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren etwa 50 Minuten einkochen, dabei aufpassen, dass die Masse nicht am Topfboden anbrennt. Ein Ofenblech oder eine große Auflaufform einfetten und den dicken Brei in ein bis zwei Zentimeter Höhe aufstreichen. Zwei bis drei Tage an einem warmen Ort trocknen oder bei halb geöffneter Backofentür bei ca. 100 Grad drei bis vier Stunden dörren lassen. Das Quittenbrot in kleine Würfel oder Rauten schneiden und in Hagelzucker, Kokosflocken oder gemahlenen Mandeln wälzen. Alles in einer gut verschließbaren Dose aufbewahren. Zwischen die einzelnen Schichten Pergamentpapier oder Alufolie legen, damit die Stücke nicht aneinander kleben.
Quittenlikör
2,5 kg Quitten
250 g Zucker
3 Zimtstangen
6 Gewürznelken
5 Sternanis
1 ½ Liter Wodka
Die Quitten waschen und mit einem Tuch den Flaum abreiben, mit Schale und Kerngehäuse in kleine Stücke schneiden und mit 250 g Zucker, 3 Zimtstangen, 6 Gewürznelken, 5 Sternanis und 300 ml Wasser aufkochen und für 5 Minuten sprudelnd weiterkochen. Danach 1,5 Liter Wasser hinzugeben und für ca. zwei Stunden leicht weiter köcheln lassen. Vom Herd nehmen, abkühlen lassen und danach alles durch ein mit einem Tuch ausgelegten Sieb gießen. Flüssigkeit mit 1 ½ Litern Wodka mischen und in Flaschen abfüllen. Ergibt ca. 3 Flaschen mit je ¾ Litern Inhalt.
Extratipp
Eine reife Quitte in den Wohnraum gelegt verbreitet einen angenehmen Duft und ist ein toller Ersatz für chemische Duftraumsprays!
Weitere interessante Informationen im Artikel: Die Quitte - Herkunft, Geschichte und Verwendung
