
- Daten und Statistiken auf dem Weg ins Netz - Andrew Turner
Im Internet ist in den vergangenen zehn Jahren eine gewaltige Datensammlung entstanden. Das Netz gewinnt jedes Jahr Millionen von Nutzern hinzu, mehr als 2 Milliarden Internetnutzer gab es Anfang des Jahres 2011. Jeder dieser Nutzer hinterlässt seine Spuren im Internet und wird zu einer statistischen Größe in den Datensammlungen von Google, Yahoo oder anderen Diensten. Aus diesem statistischen Material entstehen Online-Statistiken mit einer Reichweite, die zu Zeiten der analogen Technik unvorstellbar gewesen wäre. Im folgenden wird der Artikel die besten, frei zugänglichen Internetstatistik-Dienste vorstellen.
Google Insight: Die Internet-Statistik zum Verhalten der Internet-Nutzer
'Die Welt ist eine Google', schrieb Peter Glaser, Mitarbeiter der Stuttgarter Zeitung, vor einigen Jahren. Je mehr Zeit seitdem ins Land geht, desto wahrer wird dieser Satz. Street View, Google Earth, Insights for Search, Google Books und Google News, der Online-Konzern stellt dem Internet-Nutzer eine Unmenge an Daten zur Verfügung, die schon jetzt eins der größten Archive der Welt darstellen. Wer auf der Suche nach Statistiken über das Internet und dessen Nutzung ist, für den ist Google Insights for Search die erste Adresse. Dieser seit 2008 bestehende Dienst ist eine Erweiterung des alten Google Trends und erlaubt es den Nutzern zu prüfen, welche Suchbegriffe wie oft und wo in die Suchmaschine eingegeben werden.
Verschiedene Suchbegriffe lassen sich zueinander in Beziehung setzen, außerdem zeigt die Statistik, welche Suchbegriffe im Zusammenhang mit dem angegebenen Wort noch gesucht wurden. Sie können diese statistischen Daten dann im zeitlichen Verlauf verfolgen und daraus erstaunlich genaue Erkenntnisse gewinnen. So konnte aufgrund der Online-Statistik die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Grippeviren genauso vorhergesagt werden wie die letzte Gewinnerin des Euro-Vision-Song-Contests oder der Ausgang der Bundestagswahl. Durch die Analyse der Internet-Statistik unter Berücksichtigung der räumlichen und zeitlichen Bezüge lassen sich interessante Rückschlüsse auf das Interessenspektrum der Suchenden ziehen. Dies macht Insights for Search sowohl für soziologische Betrachtungen wie auch für die Entwicklung von Marketing-Strategien zu einem wertvollen Werkzeug. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) nutzt den Dienst beispielsweise zur Erkennung von Tendenzen auf dem Arbeitsmarkt.
Die anderen Online-Statistiken: Es bleibt keine Frage offen
Jenseits des Google-Angebots gibt es zahllose weitere Statistiken. Genannt seien hier die IVW-Datensammlung zur Verbreitung von Werbeträgern, die Statistiken von hitwise.com, die auch eine Statistik zur Browser-Nutzung umfassen, der Suchmaschinenvergleich Searchenginewhatch.com sowie Internetworldstats.com. Die Dichte der gesammelten Daten zur Internetnutzung ist jedenfalls erstaunlich bis erschreckend. Die eingehende Untersuchung dieses Materials kann in jedem Fall den Blick auf zahlreiche Erkenntnisse öffnen.
