
- Bonnie und Clyde - der Film - Amazon
"Digital remastered von restaurierten Film- und Tonelementen" heißt es auf der Rückseite der Blu-Ray von "Bonnie und Clyde" unter Specials. Vom begehrten Feature fehlt im Menü jedoch jede Spur. Nach den ersten Bildern ist aber klar, dass nicht nur der Film entstaubt, sondern auch der cineastische Glanz längst vergangener Tage gründlich herauspoliert wurde.
Der Inhalt von "Bonnie und Clyde"
Die Vereinigten Staaten in den 1930er Jahren. Im staubigen Südwesten der amerikanischen Wirtschaftkrise trifft Bonnie Parker auf Clyde Barrow. Die arbeitslose Schriftstellerin liegt gelangweilt auf ihrem Bett und starrt auf das verlassene Land vor ihrer Haustür. Die Auswirkungen der "Great Depression" treffen besonders die Bauern: Auf der Suche nach menschlicheren Arbeitsbedingungen flüchten viele in den Westen. Da viele Äcker dadurch brach liegen, vertrocknet das Land und der Südwesten Amerikas verwüstet zusehends. Als Clydes Wagen vor dem Haus hält, erwacht die benommene Bonnie aus ihrer Lethargie. Clyde hat etwas, dass viele in dieser Zeit nicht mehr besitzen: ein Auto, einen gepflegten Anzug und sogar einen Revolver.
Eigentlich ist Bonnie nicht so schnell zu beeindrucken, doch Clydes Raubüberfall überzeugt die Mittellose. Für Bonnie ist klar: Clyde redet nicht nur, "er macht auch". Der Rest ist Geschichte. Das Gangsterduett verübt dreizehn Morde, etwa ein Dutzend Bankraube und ungezählte Überfälle auf Geschäfte und Tankstellen. Zwischen 1931 und 1935 sorgen ihre Verbrechen in den USA für erhebliches Aufsehen. Diese Periode wurde zuweilen als die "Ära der Volksfeinde" (Public Enemy Era) bezeichnet. Auf der jahrelangen Verfolgungsjagd kommen die beiden mit Hilfe von John Dillinger und Ma Barker immer wieder aus knapper Not in den nächsten US-Staat. Am Ende durchqueren sie fünf US-Staaten, bevor sie aus einem Hinterhalt erschossen werden.
Film wurde entstaubt: "Bonnie und Clyde" auf Blu-Ray
Aber zurück zur Filmrestaurierung: Der Klassiker wird von Warner im Bildseitenverhältnis 1:1.85 quadriert, was dem 16:9 Seitenverhältnis entspricht. Hierbei ist der Bildanteil so gewählt, dass die Köpfe der Protagonisten niemals beschnitten sind. Für die Blu-Ray wird ein neues hochauflösendes Master verwendet. Die Schärfe ist auf hohem Niveau und niemals unnatürlich überzeichnet. Einige Szenen erscheinen für wenige Sekunden unscharf, wobei dies aber zu Lasten des Originalmaterials geht. Kontraste und Farben wirken natürlich und warm - besonders der staubige Südwesten erstrahlt im schönsten goldgelben Glanz. Man hat den Eindruck, dass der charakteristische Look des Filmmaterials für die Blu-Ray herausgekitzelt wurde – und das vielleicht zum ersten Mal in der Geschichte der vielfältigen Veröffentlichungen von "Bonnie und Clyde"
Ton entrauscht: Deutsche Sprachversion ist klar verständlich
Der Mono-Ton ist in mehreren Sprachen vorhanden: Japanisch, Spanisch, Italienisch, Französisch, Englisch, Deutsch. Erwähnenswert bleibt die Rauschfreiheit und Klarheit des deutschen Tons. Ein Stereo-Remaster wäre zwar im Bereich des Machbaren gewesen, doch ist bei dem bekannten Pseudo-Stereoeffekt die Verteilung der Klangereignisse meist zu unnatürlich. Insgesamt eine beispielhafte Restauration des Genre-Klassikers: mit dem gelungenen Blu-Ray-Transfer zeigt Warner zudem, dass es sich lohnt, altes Filmmaterial zu entstauben.
