Eigentlich ja ein Gallischer Aberglaube, dass einmal der Tag kommt, an dem einem der Himmel auf den Kopf fällt. Doch getroffen hat es ausgerechnet die Australier. Bei trübem Wetter scheint die Welt hier buchstäblich Kopf zu stehen im Bergland der Blue Mountains, in New South Weles. Als hätte sich das Himmelsblau auf die dichte Laubdecke der Wälder gelegt, und die graue Schlechtwetterfront am Firmament hinterlassen. Die gesamte Gegend ist in einen mysteriösen blauen Schleier gehüllt. Das achte Weltwunder könnte man glauben, gäbe es da nicht eine simple wissenschaftliche Erklärung. Die verdampfenden ätherischen Eukalyptusöle legen sich wie ein Smognebel über die Wälder und sorgen so für ein Panorama, wie von einem fernen Planeten.
Blue Mountains: Auch bei Einheimischen ein beliebtes Ausflugsziel
Die Tier- und Pflanzenwelt Australiens macht den Kontinent seit jeher zu einem beliebten Reiseziel. Die Blue Mountains sind wegen ihrer landschaftlichen Attraktionen auch bei Einheimischen ein bevorzugter Ausflugsort. Gerade mal 60 Kilometer von Sydney entfernt, verbringen hier viele Stadtbewohner ihre freien Tage in einem der drei Nationalparks. Am Rande der Parks liegen etliche kleine Ortschaften mit Touristenbüros, in denen man sich über die lokalen Sehenswürdigkeiten, Wanderwege und Unterkunftsmöglichkeiten informieren kann. Von Sydney aus kann man bequem eine Tagestour in kleinen Gruppen buchen. Die Reiseleiter wissen die eine oder andere Geschichte aus den Blue Mountains zu erzählen. Manche sind so alt, dass sie noch aus einer Zeit lange vor der Entdeckung des fünften Kontinents stammen.
Three Sisters: eine sagenhafte Legende
So die Legende um die „Three Sisters“. Drei Schwestern, die vor Jahrtausenden zu Stein verwandelt, über den blauen Wäldern thronen und darauf warten wieder Mensch zu werden. Einst verliebten sich die Schwestern, Töchter eines Medizinmannes, in drei Brüder des benachbarten Nepean-Stammes. Der Brauch verbot es ihnen aber, außerhalb des eigenen Stammes zu heiraten. Da die Brüder ihre Geliebten entführen wollten, blieb dem verzweifelten Vater nichts übrig, als die eigenen Töchter in Stein zu verwandeln. Bei einer kriegerischen Auseinandersetzung wurde der Vater jedoch getötet, und niemand hatte sonst die Gabe, den Zauber rückgängig zu machen. So ruhen sie bis in alle Ewigkeit in den Blue Mountains. Heute sind sie das Wahrzeichen der Region und von einer Aussichtsplattform in der Ortschaft Katoomba bietet sich ein einmaliger Blick auf die felsigen Schwestern.
Weltkulturerbe der UNESCO
Die drei Nationalparks bieten aber auch weniger mystische Sehenswürdigkeiten. Einen schönen Nachmittag kann man zum Beispiel im Featherdale Wildlife Park verbringen. Über 250 Vogelarten, 60 Reptilien- und 30 Froscharten leben hier frei in der Natur. Oder das vielseitige Sportangebot der Parks nutzen. Kurze Spaziergänge, Wanderungen jeden Schwierigkeitsgrads, Wildwasser-Rafting oder Kanufahrten. So fühlt sich Freiheit an. Dank der Auszeichnung der UNESCO zum Weltkulturerbe werden sich auch künftige Generationen an der Schönheit der Blauen Berge erfreuen können.
