"Die Brücken am Fluss" mit Clint Eastwood

Eine erwachsene Liebesgeschichte mit Meryl Streep in der Hauptrolle.

Clint Eastwood inszeniert "Die Brücken am Fluss" (1995) nach einem Roman von Robert James Waller. An der Seite von Meryl Streep übernimmt er auch die Hauptrolle.

20 Jahre nach seiner ersten Regie-Arbeit aus dem für ihn so ungewohnten Genre des Liebesfilms, "Begegnung am Vormittag“, schlüpfte Clint Eastwood 1995 einmal selbst in die Rolle des alternden Liebhabers. Er übernahm an der Seite von Meryl Streep die Hauptrolle in "Die Brücken am Fluss".

Der Inhalt des Liebesfilms "Die Brücken am Fluss"

Die Geschwister Caroline und Michael Johnson (Annie Corley, Victor Slezak) kehren nach Jahren auf die Farm in Iowa zurück, wo sie als Kinder gelebt haben. Sie haben den Nachlass ihrer verstorbenen Mutter Francesca (Meryl Streep) zu ordnen. Bei ihrer Arbeit stoßen die beiden auf einen Brief ihrer Mutter, der an sie beide adressiert ist und offenbar dazu gedacht war, erst nach dem Tod der Frau geöffnet und gelesen zu werden. Dies tun Caroline und Michael dann auch und müssen voller Entsetzen feststellen, dass ihre Mutter für sie eine völlig Fremde war. 1965 hatte sie eine viertätige Romanze mit dem Fotografen Robert Kincaid (Clint Eastwood), den sie selbst als ihre einzige, wahre Liebe bezeichnet. Aus Francescas Tagebüchern erfahren ihre Kinder alles über diese heimliche Affäre ihrer Mutter.

Clint Eastwood und Meryl Streep – ein perfektes (Film-)Paar

Francesca Johnson freut sich auf vier Tage der Ruhe und der Erholung, da ihr Mann Richard (Jim Haynie) mit ihren beiden Kindern auf die Landwirtschaftsausstellung nach Illinois fährt. Doch es kommt anders als erwartet, und es folgen vier Tage, die ihr Leben für immer verändern. Denn es kommt der Fotograf Robert Kincaid vorbei, um nach dem Weg zu Fragen. Robert hat den Auftrag, die malerischen Brücken des Staates zu fotografieren. Francesca fühlt sich von dem fremden Mann sofort angezogen und schafft es daher nicht, den Weg vernünftig zu erklären, weshalb sie kurzentschlossen zu Robert ins Auto steigt und ihm den Weg zeigt. Nach getaner Arbeit bittet Francesca Robert zum Essen zu bleiben. Der nimmt die Einladung an und langsam kommt das in die Jahre gekommene Paar sich näher. Es entwickelt sich eine tiefe Liebe.

Clint Eastwood inszenierte den Roman von Robert James Waller

Dass Clint Eastwood ein begnadeter, geradliniger Regisseur ohne inszenatorische Schnörkel ist, weiß man spätestens seit seinen Filmen "Erbarmungslos“ (1991) oder "Million Dollar Baby“ (2003), für die er auch mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Mit "Die Brücken am Fluss“ wendete er sich einem Thema zu, das für ihn zunächst völlig untypisch erscheint, den Liebesfilm. Dennoch brachte er bereits 1973 mit "Begegnung am Vormittag“ einen exzellent inszenierten, erfrischend unkitschigen Liebesfilm auf die Leinwand, mit Altstar William Holden in der Hauptrolle. Gute 20 Jahre später brillierte Eastwood in diesem Genre nicht nur als Regisseur, sondern nun auch selbst als Darsteller in einem Liebesfilm, eine Rolle, die man bei dem "tough guy“ sicherlich am wenigsten erwartet hätte.

An seiner Seite spielte eine der großen Diven Hollywoods, Meryl Streep. Sie spielte eine frustrierte Hausfrau, die bis zu dem Treffen mit dem unbekannten Fotografen nicht einmal wirklich wusste, dass sie frustriert war. Und schon klopft der zweite Frühling sachte an ihre Tür. Mit sensiblem, gefühlsbetonten Spiel überzeugte Meryl Streep in der Rolle der Francesca Johnson und wurde dafür 1996 für den Oscar als beste weibliche Hauptdarstellerin nominiert.

"Die Brücken am Fluss": Hervorragende Hauptdarsteller und klare Regie überzeugen

Trotz eher stereotyper Figurenzeichnung überzeugt der Film auf ganzer Linie, was vor allem dem großartigen Spiel der beiden Hauptfiguren zu verdanken ist. Eastwoods klarer Regie ist es außerdem zu verdanken, dass die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Robert James Wallers weniger pathetisch und kitschig daherkommt als das Gros dieses Genres. Überraschend handlungsarm kommt der Film "Die Brücken am Fluss" daher und beschränkt sich lediglich auf die Ablichtung ihrer beiden Hauptfiguren und deren nur langsam wachsenden Gefühle füreinander. Und jene sanften Szenen des Näherkommens zwischen Francesca und Robert sind die großen Highlights des Films. Trotz einem zunächst dialoglastig erscheinendem Kammerspiel wird der Zuschauer immer weiter in den Bann der beiden hervorragend agierenden Darsteller gezogen, bis jener am Ende inbrünstig zittert, ob Francesca Robert begleiten wird oder nicht; und dass obwohl derselbe Zuschauer weiß, dass sie es nicht tun wird, wie er aus der interessanten Rahmenhandlung schon erfahren hat. Ein erfreulich erwachsener Liebesfilm, der nicht nur Frauen zu Herzen gehen dürfte.

Daniel Stenmans - 17.11.1979 in Goch, Kreis Kleve, geboren. 1999 Abschluss am Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Kevelaer mit Abitur. Ausbildung zum ...

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