Die Brüder Grimm

Wer waren die Väter von Grimms Märchen?

Die berühmten Märchen von Jacob und Wilhelm Grimm stammten nicht aus der Fantasie der Brüder, sondern wurden lediglich von ihnen aus alten Erzählungen aufgeschrieben.

Sie gehören in die Kindheit eines jeden: Die Gebrüder Grimm sind die berühmtesten Märchenerzähler des Abendlandes.

Los ging es im Jahre 1806, als sich die Leidenschaft der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm für Literatur im allgemeinen und Märchen und Sagen im besonderen erstmals in einer Sammlung niederschlug. Auf Veranlassung der beiden deutschen Schriftsteller Achim von Arnim und Clemens Brentano sammelten die beiden alte, vorwiegend mündlich überlieferte Geschichten, die sie überarbeiteten und zu Papier brachten. Eine ihrer wichtigsten Quellen war die aus einer hugenottischen Familie stammende Dorothea Viehmann, die Jacob und Wilhelm Grimm die Geschichten erzählte.

Kindheit, Jugend und Studium

Gebürtig stammen Jacob und Wilhelm Grimm aus Hanau. Jacob wurde am 4. Januar 1785 geboren, Wilhelm am 24. Februar 1786. Die Eltern der beiden, Dorothea und Philipp Wilhelm Grimm, hatten in ihrer Ehe neun Kinder, von denen drei als Säuglinge starben. Die ersten Jahre ihrer Jugend verbrachten die Brüder Grimm in Steinau an der Straße, wo der Vater als Amtmann arbeitete.

Da die Eltern der Ansicht waren, das die Jungen eine gute Bildungen bekommen sollten, schickten sie sie zu einer Tante nach Kassel, wo die beiden ab 1798 das Friedrichgymnasium besuchten. Im Anschluss an ihre Schulzeiten wechselten die beiden nach Marburg, wo sie Rechtswissenschaften studierten. Hier machten sie sich erstmals mit der Literatur von Goethe, Schiller und Herder vertraut, da einer ihrer Dozenten den wissbegierigen Studenten seine Privatbibliothek öffnete. Ferner vertieften sie sich auch in Werke, die über den Minnesang oder die Romantik handelten. Zu Romantikern entwickelten sie sich jedoch nicht, sondern tendierten zu den Realisten, die in der Vergangenheit die Wurzeln für die zeitgenössischen Zustände sahen. Sie untersuchten die geschichtliche Entwicklung der deutschsprachigen Literatur und schufen sich eine Grundlage für die wissenschaftliche Behandlung dieses Arbeitsgebiets.

Grimms Märchen

Spätestens nach dem Tod ihrer Mutter im Jahre 1807 mussten die Brüder Grimm selbst für ihren Unterhalt sorgen. Sie veröffentlichten Aufsätze über Minnesang und brachten zunächst einzeln, schon bald aber auch zusammen Sammlungen zu den Themen Balladen, Mythen oder Märchen heraus. 1812 erschien eine Zusammenstellung unter dem Titel "Kinder - und Hausmärchen", 1815 folgte ein zweiter Band zu diesem Thema. Diese "Kinder- und Hausmärchen" sind heute besser bekannt als Grimms Märchen. Zudem verdienten sich die beiden als Bibliothekare und Sekretäre.

1814 heiratete Wilhelm Grimm die Apothekerstochter Henrietta Dorothea Wild, die von da an den gemeinsamen Haushalt der Brüder in Kassel führte.

Weil Jacob nach dem Tod des Oberbibliothekars in Kassel nicht befördert wurde, zogen die beiden nach Göttingen, wo sie zusammen mit dem Historiker Friedrich Christoph Dahlmann, dem Orientalisten Heinrich Ewald, dem Literaturforscher Georg Gottfried Gervinus, dem Staatsrechtler Wilhelm Eduard Albrecht und dem Physiker Wilhelm Weber als die "Göttinger Sieben" gegen die durch König Ernst August II. von Hannover angeordnete Aufhebung des vier Jahre zuvor erlassenen Grundgesetzes seines Staates protestierten. Die Professoren wurden deshalb am 11. Dezember ihrer Ämter enthoben. Jacob und Wilhelm Grimm kehrten vorübergehend nach Kassel zurück, wurden aber 1840 von König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen nach Berlin eingeladen, wo sie im Jahr darauf an der Akademie der Wissenschaften aufgenommen wurden.

Wilhelm Grimm starb am 16. Dezember 1859 in Berlin, Jacob Grimm am 20. September 1863 ebenfalls in Berlin.

Die wichtigsten Werke der Brüder Grimm

  • Kinder und Hausmärchen (2 Bände: 1812, 1815)
  • Deutsche Sagen (2 Bände: 1816, 1818)
  • Deutsche Grammatik (4 Bände: 1819 -1837)
  • Deutsche Mythologie (1835)

Weiterführende Literatur:

Steffen Martus: Die Brüder Grimm. Eine Biografie. Berlin 2009.

Heinz Rölleke (Hg.): Grimms Märchen. Frankfurt/M 2006

Hans-Georg Schede: Die Brüder Grimm. München 2004.

Christian Goldmann, Christian Goldmann

Christian Goldmann - Mein Name ist Christian Goldmann. Ich bin 33 Jahre alt und arbeite seit einigen Jahren als Journalist in Bremen und Umgebung. Zuvor habe ...

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