
- Buddha Statue in Thailand - Wilfried Steinacker / pixelio.de
Das Prinzip der Ahimsa ist im Buddhismus von zentraler Bedeutung. Übersetzt steht dieser Begriff für Gewaltlosigkeit oder auch das Nicht-Verletzen. Dieser Umstand – der sich ebenso auf das Töten von Tieren erstreckt – wirkt sich auch auf die buddhistische Küche aus. So gibt es beispielsweise sehr viele Gerichte, die vegetarisch sind, doch je nach buddhistischer Strömung ist das Verzehren von Fleisch nicht notwendigerweise verpönt.
Essen wie buddhistische Mönche
So wie bei vielen Dingen im Leben macht es auch im Hinblick auf die buddhistische Küche Sinn, einen Blick auf die Ursprünge zu werfen. Die Sangha, also die buddhistische Gemeinschaft, rekrutierte sich zu Zeiten des historischen Buddhas aus den Anhängern, die von Buddha selbst ordiniert wurden. Erst später übertrug er das Recht der Ordinierung an seine Jünger. Anders als heute, wo der Buddhismus vor allem im Westen überwiegend von Laien ausgeübt wird, bestand die buddhistische Gemeinschaft zum großen Teil aus Mönchen und später auch Nonnen. Der Begriff im Pali – einer altindischen Sprache – für die buddhistischen Mönche ist Bhikkhu. Dies bedeutet übersetzt nichts anderes als „Jemand, der Almosen erbettelt“.
Getreu der Tradition mussten also die Mönche das essen, was sie als Almosen erhalten haben und dazu gehörte ebenfalls Fleisch. Außerdem ist es im Pali-Kanon, dem wichtigsten Lehrtext in der Theravada Tradition, überliefert, dass der historische Buddha selbst (Siddhartha Gautama) den Verzehr von Fleisch nicht grundlegend ablehnte. Er aß es auch selbst. Das Tier, von dem das Fleisch stammte, durfte jedoch nicht ausschließlich für den erbettelnden Mönch bestimmt sein, da dieser somit einen direkten Einfluss auf den Tod des Tieres gehabt hätte, was wiederum eine negative karmische Handlung gewesen wäre.
Nicht alle Arten von Fleisch
Im Vinaya, den Ordensregeln des Pali-Kanons, ist in einer Geschichte nachzulesen, dass Buddha zwar den Verzehr von Fleisch billigt, jedoch nicht alle Arten von Fleisch ohne Folgen genießbar sind. Das Fleisch von Menschen, Elefanten, Pferden, Hunden, Leoparden, Löwen, Tigern, Hyänen, Bären und Schlangen darf nicht gegessen werden. Anzumerken ist hierbei, dass es sich um Regeln handelt, die für Mönche aufgestellt worden sind, nicht für Laien.
Buddhistische Küche und Gerichte heute
Der Verzehr von Fleisch stellt im Buddhismus kein generelles Verbot dar, trotz allem sind die meisten Buddhisten der Auffassung, dass eine – zumindest zum großen Teil – vegetarische Ernährungsweise dem Karma sehr viel zuträglicher ist als eine Ernährung mit großem Fleischanteil (dies ist jedoch nicht gleichzusetzen mit dem Fasten, welches im Buddhismus eine untergeordnete Rolle spielt). So ist es auch wenig verwunderlich, dass ein Großteil buddhistischer Gerichte vegetarische sind. Köche, die nach buddhistischen Vorgaben kochen, gehören in Sachen vegetarischer Ernährung zu den einfallsreichsten überhaupt. Sie sind Experten darin, den Geschmack von Fleisch zu imitieren und verwenden dazu Zutaten wie beispielsweise Seitan, Soja oder Agar.
Zu einem der bekanntesten Gerichte weltweit gehört Buddhas Delight (deutsch: Buddhas Vergnügen), oftmals auch nur Jai genannt. Dabei handelt es sich um ein rein vegetarisches Gericht, das aus mindestens zehn verschiedenen Zutaten besteht, darunter Pfeilblatt, Karotten, Shiitake, Tofu und Wasserkastanien. In Deutschland ist auch das sogenannte „Buddhistische Fastengericht“ sehr bekannt, welches allerdings keinerlei Normierung unterliegt und somit von Restaurant zu Restaurant unterschiedlich sein kann. Abgesehen davon, dass es den „Buddha“ im Namen trägt und vegetarisch ist, hat dieses Gericht jedoch nur sehr wenig mit dem Buddhismus gemein.
Quellen:
- Pali-Kanon: Suppiy?
- Buddhism & Vegetarianism
