
- Umschlag des Katalogs zur Ausstellung - Hirmer-Verlag
Seit dem Jahr 2003 tourt die Ausstellung „Bunte Götter“ durch die Welt. Die Erfolgsgeschichte begann Münchener Glyptothek. Dann ging es über die Vatikanischen Museen, die Museen der Universität Harvard, der Getty-Villa in Malibu und viele bedeutende Museen in Kopenhagen, Rom, Basel, Amsterdam, Istanbul, Athen, Hamburg, Los Angeles, Frankfurt, Kassel, Madrid. Nun kommen die „Bunten Götter“ endlich nach Berlin und kehren im Pergamonmuseum auf der Museumsinsel ein.
Skulptur und Farbe
Archäologische Funde sind sehr oft weitgehend ihrer ursprünglichen Farbigkeit beraubt. Schriftliche antike Quellen liefern fast nie Hinweise auf die Farbigkeit. Und so sind in den Museen der Welt die meisten antiken Skulpturen in der Farbe ihres Materials oder mit der Patina vieler Jahre zu sehen. Und das wird vielfach auch als der originale Zustand empfunden.
Gab es bei Funden noch sichtbare Farbreste, so wurden diese im 19. Jahrhundert noch intensiv dokumentiert. Im 20. Jahrhundert ließ das Interesse daran nach und das Wissen um die Farbigkeit verkümmerte. Ein Forschungsprojekt von Vinzenz Brinkmann führte vor 25 Jahren zu der Idee, mit einer Ausstellung dieses Thema wieder ins Bewusstsein zu rufen.
So wurden neue Untersuchungsmethoden entwickelt und verbessert, um die Farbreste an originalen Skulpturen aufzuspüren und zu dokumentieren zu können. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) förderte die entsprechenden Untersuchungen in vielen Museen im In- und Ausland.
Die erste Ausstellung der „Bunten Götter“ in der Münchener Glyptothek wurde 2003 von Vinzenz Brinkmann und Raimund Wünsche realisiert. Farbig rekonstruierte Figuren den mit bloßem Auge marmorweißen Originalen gegenüber gestellt. Neben Marmorbildern waren auch Bronzeskulpturen zu sehen, die durch den Einsatz verschiedener Metalle ebenfalls eine eigene Farbigkeit bekommen.
Die Ausstellung im Pergamonmuseum Berlin
Es kommen die „Bunten Götter“. Aber sie bleiben in Berlin nicht allein. Sondern aus dem Bestand der Staatlichen Museen Berlin verstärken noch etliche Werke die Wanderausstellung.
Die Ausstellung im Pergamonmuseum in Berlin stellt die so genannte Berliner Göttin aus dem Bestand der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin in den Mittelpunkt. Die wird einer neuen Rekonstruktion der „Phrasikleia“ gegenüber stehen. Diese Grabfigur wurde 1972 in Attika gefunden und steht im Nationalmuseum in Athen. An ihr wie an der ebenfalls in der Mitte des 6. Jahrhunderts vor Christus entstandenen so genannte Berliner Göttin sind noch erhebliche Reste ihrer farbigen Fassung zu erkennen.
Das Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen zu Berlin und das Zentrum für Restaurierung der Museumsinsel Berlin untersuchten die Reste der Bemalung auf der Berliner Göttin. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind direkt mit den Auswertungen der Analysen an der „Phrasikleia“ zu vergleichen. Mit der farbigen Rekonstruktion der „Phrasikleia“ werden diese Ergebnisse deutlich dargestellt.
Der Katalog
Der Katalog zur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag. Er ist eine Erweiterung der Kataloge aus München und. Frankfurt. Ein Schwerpunkt dieses Katalogs gilt den aktuellen Untersuchungen zur Farbigkeit der „Berliner Göttin“ und der „Phrasikleia“ liegen. Dazu werden in der Publikation die Ergebnisse der Untersuchungen zu Farbresten am Pergamonaltar dargestellt.
Vinzenz Brinkmann und Andreas Scholl (Hrsg.): Bunte Götter, ca. 260 Seiten, ca. 220 Abbildungen in Farbe und 40 in Schwarz-Weiß., 24 × 30 cm, Klappenbroschur, Hirmer-Verlag 2010, ISBN: 978-3-7774-2781-2, ca. 39,90 Euro in Deutschland
Termine und Öffnungszeiten
Die Ausstellung „Bunte Götter“ ist im Nordflügel des Pergamonmuseums auf der Berliner Museumsinsel vom 13. Juli 2010 bis 3. Oktober 2010 zu sehen.
Anschrift: Pergamonmuseum, Am Kupfergraben, D-10117 Berlin-Mitte
Öffnungszeiten: täglich 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 22 Uhr.
Hinweis: Vom 8. Juli 2010 bis zum 11. Juli 2010 ist die ständige Ausstellung im Nordflügel des Pergamonmuseums geschlossen
Bild: Hirmer-Verlag
