Die Burg, ein Schmuckstück im Stadtkern von Horn

Die Burg in Horn - B.Linde
Die Burg in Horn - B.Linde
Kommen Sie mit auf einen Bummel in und um die Nebenresidenz und den Witwensitz der Edelherren und Grafen zur Lippe.

Von der Burgstraße her betreten Sie den mit Kopfstein gepflasterten Burghof. Dieser Bereich rund um das alte Gemäuer war bis 1846 ein eigener Rechtsbereich, der mit einer Mauer umgeben war. Damals war das linke Gebäude die Zehntscheune. Hier mussten die Bürger ihren Zehnten abgeben, sicher nicht immer freiwillig. Heute ist die Burgscheune ein Ort für Ausstellungen und andere Aktivitäten in der Stadt.

Auf dem Burghof

Links neben der Burg sehen Sie die ehemalige Meierei, einst Haupthof des Amtes Horn, der dem Landesherrn unterstand. Wenn Sie sich jetzt der Burg zuwenden, sehen Sie über dem Eingang die Jahreszahl 1659. Das ist die Zeit, in der die Burg aufwendig renoviert wurde, die der Gräfin Amalie bis zum Jahre 1670 als Witwensitz diente. Die frühere Zwiebelhaube ist leider nicht mehr zu sehen, dafür zeigt sich dem Besucher ein in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts wieder erbauter Turm.

In diesen Jahren erwachte die Burg aus ihrem langen Dornröschenschlaf und bekam ihr heutiges ansprechendes Aussehen. Oben vom Turm her haben Sie eine herrliche Aussicht über die kleine Stadt und die nähere Umgebung. Rechts neben dem Eingang geht es in den Burgkeller. Da, wo früher die Küche und später unter anderem auch das Gefängnis war, stehen den Bürgern jetzt renovierte Räume für private Feste zur Verfügung.

Der Brunnen im Eingangsbereich erinnert an die längst vergangene Zeit, genau wie die enge Wendeltreppe, die zum sogenannten Rittersaal führt. Sicher wurden über diesen Weg den Edelherrn und Grafen zur Lippe die Mahlzeiten an den Tisch gebracht.

Der Rittersaal

Wer die schwere Holztür aufgedrückt hat, steht in einem barocken Treppenhaus, steinerne Stufen führen nach oben. Bevor Sie zum Turm und Heimatmuseum hochsteigen, werfen Sie einen Blick in den schon erwähnten Rittersaal. Der jetzt hohe Raum ist durch die Entfernung einer Decke entstanden und wird heute unter anderem für Ratssitzungen und Hochzeiten genutzt. Neben dem großen Kamin können Sie sich außerdem die von den Wänden hängenden alten Stadt- und Schützenfahnen ansehen.

Eine Tür rechts führt zum Standesamt, die Tür auf der linken Seite führte früher in den herrschaftlichen Lustgarten. Wenn Sie links neben dem hohen Fenster Ihren Blick nach oben wenden, sehen Sie die Reste vom barocken herrschaftlichen Abort. Dieser eigenartige Platz ist entstanden, weil eine Decke abgerissen wurde. Wenn Sie aus dem Fenster sehen, erkennen Sie den um die Kernstadt führenden Stadtwall mit Resten der Stadtbefestigungen. Am Potthof, da wo heute die Straße entlang führt, waren damals die herrschaftlichen Kräuter- und Gemüsegärten.

Das Burgmuseum

Auf halbem Wege zum Museum und Turm können Sie noch einmal einen Blick von oben in den Rittersaal werfen. Im dem nach der Renovierung neugestalteten Museum sehen Sie neben den vom Heimatverein wieder zusammengetragenen Museumsgut auch die bekannten Zweihandschwerter der Hornschen Schlachtschwertierer. Mit einem Blick vom Turm endet der Gang durch die Burg in Horn.

Das Museum ist ab Ostern bis Allerheiligen von Dienstag bis Sonntag 14-16 Uhr geöffnet. Es werden verschiedene Führungen auch für Kinder angeboten.

Literaturempfehlung: Roland Linde u. Hans-Jürgen Liesen: Burg Horn (Lippische Kulturlandschaften Heft 10) ISBN-978-3-926311-54-2

B. Linde: Horner Geschichten. Erzählungen aus vergangenen Zeiten. Lippe Verlag ISBN 978-3-89918-027-5

Brita Linde, © B. Linde

Brita Linde - Seit ca. 30 Jahren arbeite ich mit Menschen in den verschiedensten Altersgruppen, außer in der eigenen Praxis auch in Schulen, ...

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