
- Dostojewskij Denkmal - Rolf Handke
Eine Rezension über den zeitlosen Klassiker von Fjodor M. Dostojewskij. Weshalb wird dieser Autor noch heute verschlungen? Die Antwort ist einfach: Er zeigt die Abgründe der menschlichen Natur auf und zeichnet dabei das Bild Russlands des 19. Jahrhunderts.
Der Teufel steckt im Menschen
Eine Kleinstadt irgendwo im russischen Zarenreich. Der Ort bleibt unerkannt. Das Werk von Dostojewski handelt vornehmlich von einem Hauslehrer namens Stepan Werchowenskij, seinem Sohn Piotr und den ehemaligen Schüler des Lehrers Nikolaj Stawrogin. Letzteren umweht ein düsteres Geheimnis, welches sich erst zum Schluss des Buches offenbart. Piotr Werchowesnkij wendete sich von den liberalen Ideen seines Vaters ab, respektive erweiterte sie, indem er sich radikalisierte. Er wurde Kommunist und versucht Nikolaj für seine Zwecke zu instrumentalisieren.
Ein schwieriges Verhältnis zu Stepan Werchowenskij
Die Wege von Stepan und Piotr trennten sich früh, deswegen ist das Vater-Sohn-Verhältnis arg belastet. Der „verlorene“ Sohn kehrt zurück und gründet eine kommunistische Zelle in der Kleinstadt, in welcher sein Vater lebt. Dies geschieht heimlich. Schon bald nimmt der geheime Zusammenschluss Gelegenheiten war, um Chaos und Angst in der Gesellschaft zu stiften. Der Umsturz des Gouverments des russischen Distrikts wird geplant. Anschließend soll ganz Russland in die Hände der Sozialisten fallen. So sieht jedenfalls der Plan der Revolutionäre und radikalen Liberalen aus.
Die Revolution wird geplant
„Die Zelle“ besteht aus vielen verschiedenen Charakteren und lässt sich nur schwer zusammen halten. Das Auseinanderbrechen und somit das vorzeitige Ende der – zumindest lokalen – Revolution steht bevor. Deshalb entschließt sich Piotr zu einer List. Er ist ein charismatischer Führer und versteht es, die Gruppe letztendlich auf seine Seite zu ziehen. Er ersann sich ein grausames Verbrechen, welches die Gruppe gemeinsam begehen soll. Das Band der notwendigen Verschwiegenheit würde sie dann zusammen schweißen und die Einheit des Bundes wäre sicher gestellt. Der Plan ist jedoch einfacher gedacht als ausgeführt.
Inhaltsanalyse schwierig
Die Interpretation des Buches ist schwierig, da es Dostojewski häufig auf die russische Geschichte und Protagonisten der damaligen Zeit anspielt. Daher ist die Edition des Deutschen Taschenbuchverlags zu empfehlen. Der Anhang jener Ausgabe erhält nützliche Hintergrundinformationen, welche für das nötige Verständnis unerlässlich sind.
Resümee
Das literarische Meisterwerk – Die Dämonen – ist sehr ansprechend geschrieben, aber nur für aufmerksame Leser geeignet. Dies liegt daran, dass das Buch viele verschiedene Erzählstränge in sich vereint. Wie etwa bei den Filmen „Pulp Fiction“ oder „Traffic“ springt der Autor zwischen den verschiedenen Strängen hin und her. Der Faden geht dabei weder verloren, noch wird die Geschichte dadurch weniger spannend. Ganz im Gegenteil: Gerade durch die sehr vielen Fäden, wird es interessant und reizvoll. Wer diesen Klassiker der Weltliteratur in die Hand nimmt, wird ihn nicht mehr aus derselbigen legen können.
DOSTOJEWSKIJ, Fjodor; Die Dämonen; 16. Auflage Oktober 2008; Deutscher Taschenbuchverlag; 12.90 Euro; ISBN: 978-3-423-12408-9
Bildnachweis: Dostojewskij-Denkmal in St. Petersburg von Peter Handke von pixelio.de
