Die Demokratie bei Herodot

Das Volk bestimmt über die Annahme von Beschlüssen

Bei Herodot wird die Regierung per Losentscheid bestimmt. Sie ist gegenüber der Volksversammlung verantwortlich, die eine ausschließlich legislative Kompetenz besitzt.

Herodot verwendet für den Begriff der Demokratie beziehungsweise die demokratische Staatsform synonym die Begriffe Isegoria und Isonomia, welche übersetzt Isonomie bedeuten – also die politische Gleichheit aller Vollbürger einer Polis.

Herodots Merkmale der Demokratie

Für Herodot gibt es drei wesentliche Merkmale der Demokratie: Die Rechenschaftspflicht der Beamten, die Beschlusskompetenz des Volkes und die Losungen. Diese Elemente sind für ihn die Fundamente der Demokratie. Die für Herodot entscheidenden Merkmale der Demokratie sind die Bestimmung der Regierung per Losentscheid, die Verantwortlichkeit der Regierung gegenüber der Volksversammlung und die ausschließlich legislative Kompetenz der Volksversammlung. Das Volk bestimmt, ob Beschlüsse mit bestehenden Gesetzen in Einklang stehen oder nicht. Herodot sagte hierzu, dass der Demos der Herr über alles sei. Allerdings gab es keine Trennung zwischen Legislative und Exekutive, wodurch das ganze System nicht zu einer Demokratie im heutigen Wortgebrauch wurde, sondern eher zu einer echten „Volksherrschaft“.

Herodots Reden über die Demokratie

Ein sehr kritischer Satz von Herodot über die Demokratie kommt in der ersten Rede der Debatte am persischen Hof zum Vorschein. Hier spricht er durch Megabazos: „Denn gegenüber einem unnützen Haufen gibt es nichts, was unverständiger oder mehr geneigt wäre, über die Stränge zu schlagen.“ (III, 81). Die Episoden der beiden haben eine dienende Funktion als Veranschaulichung dieses Vorgangs, der geschickten Handhabung der Menge durch den zielbewussten, auf die Herrschaft losgehenden Einzelnen.

Die Demokratie wird nicht sehr milde behandelt: Das Lob am Ende der Rede von Otanes ist kurz, die Bedenken in den beiden folgenden Gegenreden umso ausführlicher. Vor allem die Worte von Megabyzos sind scharf: „Denn nichts ist unverständiger, nichts ist übermütiger, als so ein unnützer Haufe, und wenn man eines Herrn Übermut entgangen und soll dem Übermut eines ungezügelten Volkes in die Hände fallen, so ist das gar nicht zu ertragen. Denn wenn jener etwas tut, so tut er es doch mit Einsicht; bei dem Volke aber ist gar keine Einsicht. Denn woher soll ihm die Einsicht kommen? Hat ihm doch niemand das Gute beigebracht, noch hat es selber Verstand dazu. Es fällt auf die Geschäfte mit aller Gewalt, wie ein reißender Bergstrom. Wer also den Persern Böses gönnt, der halte es mit dem Volk“ (III, 81). -

Umfassandes Geschichtswerk von Herodot

Das Geschichtswerk von Herodot gilt als eines der bedeutendsten Hinterlassenschaften des Altertums. Zum ersten Mal in der Geschichte wurde bei Herodot über die beste Staatsform diskutiert. Dies beinhaltete die kritische Auseinandersetzung mit den verschiedenen Staatsformen. Herodot führte zudem die Begriffe Demokratie, Isonomie, Oligarchie und Monarchie ein, wobei in seinem Geschichtswerk das Wort Demokratie zum ersten Mal überhaupt dokumentiert ist.

Wichtige Zitate von Herodot finden Sie in dieser Übersicht.

Lars Hartfelder - Lars Hartfelder, M.A. Geboren 1977 in Finsterwalde (Brandenburg). Arbeitet seit 2005 als freier Journalist in Cottbus, unter anderem ...

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