
- Soldat im Biwak - pixelio.de - Sergej23
Bei der Bundestagswahl am 27. September 1998 verlor die Regierungskoalition von CDU/FDP die Mehrheit. SPD und Bündnis 90/Grüne bildeten die erste rot-grüne Regierung auf Bundesebene. Zum Bundeskanzler wurde Gerhard Schröder, zum Vizekanzler und Außenminister Josef "Joschka" Fischer gewählt. Der zwölfte deutsche Bundesverteidigungsminister kam aus Rheinland-Pfalz: Rudolf Scharping.
Rudolf Scharping, Bundesverteidigungsminister von 1998 bis 2002
Rudolf Scharping wurde am 2. Dezember 1947 in Niederelbert im Westerwald geboren. Nach seinem Abitur am Gymnasium in Oberlahnstein studierte er Politikwissenschaft, Soziologie und Rechtswissenschaften an der Universität Bonn. Scharping trat 1966 in die SPD ein und engagierte sich in verschiedenen Ämtern: Er war von 1975 bis 1994 Abgeordneter des rheinland-pfälzischen Landtags in Mainz, von Mai 1991 bis Oktober 1994 Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und seit 1994 Mitglied des Deutschen Bundestages. Dort führte er von 1994 bis 1998 die SPD-Fraktion, bis er von Kanzler Schröder in die Bundesregierung berufen wurde. In seine Amtszeit fällt die Beteiligung der Bundeswehr am Krieg im Kosovo. Scharping konnte sich in der Truppe jedoch nie den notwendigen Respekt erwerben. Dazu kamen mehrere unglückliche Affären: die Mallorca-Affäre, die Hunzinger-Affäre und seine Fotos in einer Zeitschrift, die ihn mit seiner Lebensgefährtin im Swimmingpool zeigten, während die Bundeswehr vor einem Einsatz in Mazedonien stand. Bundeskanzler Schröder entließ ihn daher am 18. Juli 2002 aus seinem Amt. – Rudolf Scharping lebt heute in Frankfurt.
Peter Struck, Bundesverteidigungsminister von 2002 bis 2005
Peter Struck wurde am 24. Januar 1943 in Göttingen geboren. Er besuchte dort die Schule und absolvierte 1962 am Gymnasium sein Abitur. Anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Göttingen und Hamburg. Er beschloss diesen Lebensabschnitt mit dem ersten juristischen Staatsexamen 1967, dem zweiten Staatsexamen 1971 und der Promotion zum Doktor der Rechtswissenschaften im gleichen Jahr. Seine berufliche Tätigkeit begann er in der Verwaltung der Hansestadt Hamburg. Seit 1983 ist er als Rechtsanwalt zugelassen. Peter Struck trat 1964 in die Sozialdemokratische Partei (SPD) ein, wurde 1980 erstmals in den Bundestag gewählt und war dort von Oktober 1998 bis Juli 2002 Fraktionsvorsitzender der SPD. Nach dem Rücktritt von Rudolf Scharping holte ihn Kanzler Schröder als Bundesverteidigungsminister in die Regierung. Auch nach der Bundestagswahl am 22. September 2002 blieb Stuck Verteidigungsminister. In seiner Amtszeit formulierte er neue "Verteidigungspolitische Richtlinien", die er mit dem Satz "Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt" zusammenfasste. Nach der vorzeitigen Auflösung des Bundestages Ende 2005 und der Neuwahl am 18. September war die SPD nicht mehr in der Regierung, so dass Struck aus seinem Amt ausschied. - Peter Struck lebt heute in Uelzen/Niedersachsen.
Franz-Josef Jung, Bundesverteidigungsminister von 2005 bis 2009
Der Hesse Franz-Josef Jung wurde am 5. März 1949 in Eltville-Erbach am Rhein geboren. Er ging im Rheingau zur Schule und machte sein Abitur 1968 in Geisenheim. Anschließend studierte er Jura an der Universität in Mainz. Seit 1978 ist er als Rechtsanwalt, seit 1983 zusätzlich als Notar in Eltville tätig. 1978 promovierte Jung zum Doktor der Rechtswissenschaften. Als Mitglied der Christlich Demokratischen Union (CDU) engagierte sich Jung in verschiedenen Parteipositionen: als Bundesvorstandsmitglied der Jungen Union, als Kreistagsabgeordneter seines Heimatkreises Rheingau-Taunus und von 1983 bis 2005 als Mitglied des Hessischen Landtags. Im Jahre 2005 wurde Jung in den Deutschen Bundestag gewählt. Am 22. November 2005 ernannte ihn der Bundespräsident zum Bundesverteidigungsminister im Kabinett Merkel. In seine Amtszeit fallen unter anderem die Errichtung eines Ehrenmals für die Bundeswehr in Berlin, das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Luftverkehrsgesetz, die Beteiligung der Bundeswehr an Sicherheitsmaßnahmen beim Gipfel der "Gruppe der Acht" in Heiligendamm. Nach der Bundestagswahl 2009 wurde Jung Bundesarbeitsminister. Von diesem Amt trat er jedoch bereits nach dreiunddreißig Tagen zurück, da er die politische Verantwortung in der "Kundus-Affäre" aus seiner Zeit als Verteidigungsminister übernahm. – Er lebt heute in Eltville-Erbach im Rheingau.
Karl-Theodor zu Guttenberg, Bundesverteidigungsminister von 2009 bis 2011
Nach der Wahl am 27. September 2009 berief Bundeskanzlerin Merkel Karl-Theodor zu Guttenberg als Bundesverteidigungsminister in die Regierung. Zu Guttenberg wurde am 5. Dezember 1971 in München geboren. Er absolvierte sein Abitur 1971 am Gymnasium in Rosenheim und studierte anschließend an der Universität in Bayreuth Rechtswissenschaften und Politikwissenschaften an der Universität München. 1999 legte er die erste juristische Staatsprüfung ab und begann seine Promotion. Er erhielt 2007 den Grad eines Doktors der Rechte. Guttenberg, der der Christlich Sozialen Union angehört, wurde 2002 in den Deutschen Bundestag gewählt. Sein Karriere ging steil nach oben: im November 2008 Generalsekretär der CSU, Februar 2009 Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, September 2009 Bundesverteidigungsminister im zweiten Kabinett Merkel. Genauso steil ging seine politische Karriere in Deutschland zu Ende: Aufgrund der Plagiatsaffäre trat Guttenberg im März 2011 von seinem Amt zurück. Die Universität Bayreuth hatte ihm am 23. Februar 2011 den Doktortitel aberkannt. – Nach Medienberichten will Karl-Theodor zu Guttenberg in die Vereinigten Staaten umziehen.
Thomas de Maizière, Bundesverteidigungsminister seit 2011
Thomas de Maizière wurde am 21. Januar 1954 in Bonn geboren. Sein Abitur legte er 1972 ab und studierte anschließend Rechtswissenschaften und Geschichte in Münster und Freiburg. 1986 promovierte er zum Doktor der Rechte an der Universität in Münster. Als Mitglied der CDU, in die er bereit 1971 eintrat, war de Maizière in verschiedenen Ämtern tätig: als Mitglied der Verhandlungsdelegation für den Einigungsvertrag, als Staatsekretär im Kultusministerium von Mecklenburg-Vorpommern, als Staatsminister in Sachsen und als Mitglied des Sächsischen Landtags. In der Bundespolitik war de Maizière von 2005 bis 2009 Chef des Bundeskanzleramtes und danach zwei Jahres Bundesinnenminister. Nach dem Rücktritt von Karl-Theodor zu Guttenberg holte ihn Bundeskanzlerin Merkel im März 2011 an die Spitze des Bundesverteidigungsministeriums. In seine Amtszeit fällt die Aussetzung der Wehrpflicht ab 1. Juli 2011. - Thomas de Maizière lebt heute in Dresden.
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