Die Dr.-Kurt- Blaser-Schule – Heilpädagogisches Zentrum Bayreuth

HPZ Bayreuth - Diakonie Bayreuth
HPZ Bayreuth - Diakonie Bayreuth
In diesem Artikel geht es um die Laufbahn und Förderung geistig behinderte Kinder im Heilpädagogischen Zentrum Bayreuths

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Die Dr.-Kurt-Blaser-Schule in Bayreuth ist eine Ersatzschule für geistig behinderte Kinder und Jugendliche. Jedes in Deutschland lebende Kind ist schulpflichtig, auch wenn es geistig behindert ist. Da bei einigen Betroffenen individuelle Bedürfnisse selbst vom MSD (Mobiler Sonderpädagogischer Dienst an Haupt- und Sonderschulen) nicht erfüllt werden können, wurde diese Ersatzschule eingerichtet. So können auch sie ihre Schulpflicht erfüllen und individuelle Pflege und Förderung in Anspruch nehmen.

Aufbau und Lehrplan

Die Klassen der Schule reichen von der ersten bis zur zwölften Jahrgangsstufe.

In der Grundschulstufe werden die Kinder gemäß ihrer Begabung an Themen aus Deutsch, Mathematik, Heimat, Kunst und Musik herangeführt. Den Schülern wird spielerisch Wissen über verschiedene Sachthemen (die Uhr, das Krankenhaus) vermittelt, um ihr Interesse zu wecken und sie mir ihrer Umwelt vertraut zu machen.

Die Hauptschulstufe, die die fünfte bis neunte Klasse umfasst, soll dieses Wissen festigen und bisher erlernte Fertig- und Fähigkeiten fördern, um die gewonnenen Kenntnisse zu einem festen Bestandteil ihres Lebens zu machen.

Auf ihr späteres Berufsleben werden die Jugendlichen in der Berufsschulstufe vorbereitet. In den Jahrgangsstufen zehn bis zwölf besteht der Unterricht hier zu größten Teilen aus Hauswirtschaft und Werken. Soweit es ihnen möglich ist, können die Schüler Praktika in verschiedenen Werkstätten für Behinderte absolvieren. Die Wfb in Bayreuth bietet behinderten die Möglichkeit, zu arbeiten und sich fördern und weiterbilden zu lassen.

Allerdings müssen auch jene Schüler gefördert werden, die neben der geistigen Behinderung auch schwere körperliche Defizite haben, wie stark eingeschränkte Sinne und/oder Gehbehinderungen. In besonders schwerwiegenden Fällen sind die betroffenen nicht einmal in der Lage, sich aktiv in ihre Umwelt zu integrieren. Für sie ist es nahezu unmöglich, grundlegende Fertigkeiten wie Rechnen oder Lesen zu erlernen. Aus diesem Grund wird von Förderkräften für jeden Schüler ein ganz persönlicher Lehrplan erstellt, der ergreift, was der Behinderte hinsichtlich seiner Möglichkeiten binnen eines Schuljahres zu erreichen vermag. So individuell wie jedes Kind ist auch dessen Lehrplan. Bei weniger Beeinträchtigten kann dies in der vierten Jahrgangsstufe zum Beispiel das Rechnen, Vorstellen und Anwenden des gesamten Zahlenraums von 1-20 enthalten, während bei Anderen das Ziel ihrer Schullaufbahn darin besteht, Freude oder Missfallen ausdrücken zu können.

Um jedes Kind nach seinen Möglichkeiten zu fördern und ihm zu helfen sich weiterzuentwickeln sind in der Dr.-Kurt-Blaser-Schule eine Anzahl an weiteren medizinischen und psychologischen Fachdiensten vertreten: nach ärztlicher Verordnung besteht für geistig behinderte Kinder das Angebot an Krankengymnastik, Logopädie, Ergotherapie, psychologischer Betreuung und heilpädagogischer Förderung.

pädagogische Leitsätze

Ob in der Schule, Tagesstätte, oder Sieben-Tage-Wohnheim unterliegt alles einer Auswahl von pädagogischen Leitsätzen, die das Schul- und Miteinander prägen.

· Ganzheitlichkeit: Unterrichtsthemen werden möglichst Fächerübergreifend gestaltet und alle Sinne der Kinder gefördert und gefordert.

· Selbstständigkeit, aber auch Handlungs- und Projektorientierung: Die Vermittlung dessen wird durch materialgeleitetes und entdeckendes Lernen erreicht. Freiarbeit und Projektunterricht finden in einem Wochenplan ihren Platz und helfen so, den individuellen Handlungsraum der Schüler zu erweitern.

· Entwicklungs- und Altersgemäßheit: Wie zum Thema „Lehrplan“ schon angesprochen, steht bei den Kindern und Jugendlichen die persönliche Förderung im Vordergrund. Zudem wird großer Wert auf Interaktion und Kommunikation gelegt. Mit sozialen Lernformen und sprachunterstützenden oder sprachersetzenden Verfahren wird es den Kindern erleichtert, sich auszudrücken und mitzuteilen. Viele der geistig behinderten Schüler haben Sprachstörungen. Als Ausgleich dessen werden sie darauf trainiert, technische Hilfsmittel wie einen Talker (ein bedienungsoptimierter Sprachcomputer) zur Hilfe zu nehmen, um sich leichter mitteilen zu können.

· Strukturiertes Lernen: Um den Schülern zu helfen, sich zeitlich und räumlich besser orientieren zu können wird das Lernen von klaren Tages- und Wochenabläufen und regelmäßig wiederkehrenden Situationen eingeübt.

· Schulleben und Unterricht bedingen sich gegenseitig: Schulleben und Unterricht werden durch Schulhausgestaltung, Pausengestaltung, Feste und Schulfeiern eng miteinander verknüpft.

Die Dr.-Kurt-Blaser-Schule ist eine Einrichtung der „Hilfe für das behinderte Kind GmbH“ von der Diakonie.