Die einfachste Art T-Shirts selbst zu bedrucken

Ein Beispiel für das einfache Druckverfahren - Hannes Kaufmann
Ein Beispiel für das einfache Druckverfahren - Hannes Kaufmann
Mit relativ geringem Aufwand und für wenig Geld lassen sich erstaunlich gute Druckergebnisse erreichen. Das wichtigste dabei ist Fingerspitzengefühl.

Will man ein bestimmtes Motiv auf T-Shirts oder anderen Klamotten haben, so ist man meistens auf Profis angewiesen, die den Wunsch zwar maßgenau verwirklichen können, jedoch aufgrund des teuren Siebdruckverfahrens hohe Preise verlangen oder überhaupt erst ab einer bestimmten Auflage drucken. Einzelstücke werden dadurch beinahe unbezahlbar oder gar nicht erst möglich. Die Alternative lautet: Selbermachen!

Nötiges Werkzeug und Vorbereitung

Zunächst ist natürlich das T-Shirt oder das Textil, das bedruckt werden soll, am allerwichtigsten. Auch das Motiv sollte man parat haben, sowie einige Werkzeuge. Dazu gehören: ein Pinsel, Textilfarbe für den jeweiligen Stoff, eine Schaumstoff-Malerrolle, Klebeband, selbstklebendes Papier und Cuttermesser (Skalpelle). All das ist normalerweise problemlos in den meisten Bastelshops oder im Internet erhältlich.

Nun muss das Motiv vorbereitet werden. Dazu druckt man es auf das selbstklebende Papier und schneidet eine Art Schablone aus. Hierbei sollte man bedenken, dass es am Anfang am leichtesten ist, einfarbige Motive zu wählen. Was also später als Druck auf dem Shirt erscheinen soll, muss in der Schablone weggeschnitten werden. Je mehr Übung man mit den Cuttermessern hat, desto genauer werden die Drucke und desto schwierigere und feinere Motive kann man auch auswählen.

Ist die Schablone dann fertig, sollte man das T-Shirt mit Klebeband auf einer Unterlage, beispielsweise einer Werkbank oder einem Tisch fixieren, damit später beim Drucken nichts verrutscht. Ebenso wird nun die Schablone, die ja selbstklebend ist, auf das Textil aufgebracht. Hier sollte man darauf achten, dass das Motiv auch wirklich an der gewünschten Stelle platziert und nicht schräg ist. Außerdem sollte die Schablone überall gut haften und keine Wellen oder Falten haben.

Der erste Druck

Sind T-Shirt und Schablone nun rutschfest gemacht, kann es auch schon mit dem Drucken losgehen. Bei der Auswahl der Werkzeuge für das Auftragen der Farbe gibt es mehrere Möglichkeiten, wobei eine Malerrolle aus Schaumstoff für ein sehr gleichmäßiges Ergebnis sorgt. Wer einen fleckigeren oder ungleichmäßigeren Druck bevorzugt, kann hier auch zu Pinseln greifen oder sonstige Malwerkzeuge wie zum Beispiel Schwämme benutzen.

Damit der Druck sich auch über längere Zeit auf dem Shirt hält, sollte man zu Textilfarbe greifen, die in den meisten Bastelshops erhältlich ist. Unter den Farben gibt es verschiedene Kategorien, die für unterschiedliche Stoffarten jeweils besonders geeignet sind, beispielsweise Farbe für Baumwollstoffe oder für synthetische Stoffe. Will man nun mit einer Malerrolle arbeiten, kann man die Farbe auf diese auftragen und dann über die Schablone abrollen bis alle Stellen gut abgedeckt sind. Achtung: je mehr Farbe man auf das Shirt aufträgt, desto deckender wird zwar der Druck, aber man sollte nicht Übertreiben, da sich die Schablone sonst zu sehr mit der Farbe vollsaugt und womöglich Kleckse entstehen. Ebenfalls sollte man darauf achten, das die Farbe nicht durch den Stoff sickert und die Rückseite des T-Shirts mitbedruckt wird. Hiergegen hilft es, einen Karton in das Kleidungsstück zu legen.

Wartezeit nach vollendeter Arbeit

Der Druck ist nun soweit fertig. Jetzt kommt das Nervenaufreibendste: das Warten mit der Spannung, ob der Druck auch wirklich den Vorstellungen entspricht. Nach etwa einer halben Stunde, wenn die Farbe auf dem Stoff getrocknet ist, kann man die Schablone dann endlich abziehen und den ersten eigenen Druck bewundern. Damit sich die Schablone auch gut vom Shirt löst, sollte man damit möglichst nicht zu lange warten, denn sonst können Fetzen des Klebepapiers teilweise nur noch schwer entfernt werden.

Wenn alles gut geklappt hat, ist man nun stolzer Besitzer eines einzigartigen T-Shirts, wenn nicht, dann sollte man den Kopf trotzdem nicht hängen lassen und einfach einen neuen Versuch starten. Mit der Übung kommt auch das Gefühl für den Druck. Deswegen kann man sich probeweise auch erst einmal an alten Klamotten oder Stoffresten versuchen, bevor man sich gleich an das neueste Shirt wagt.

Um den Druck noch haltbarer zu machen empfiehlt es sich bei den meisten Farben mindestens zwei Minuten über das Motiv zu bügeln. Jedoch sollte man das T-Shirt dazu auf jeden Fall erst umdrehen und auf der Rück- oder Innenseite bügeln. Genauere Anleitungen dazu stehen aber normalerweise auf der Verpackung der Farbe.

Zum Abschluss aber noch eine Warnung: wer mit dem Selbstdrucken erst einmal angefangen hat wird wahrscheinlich so schnell nicht mehr damit aufhören. Schon bald wird der Kleiderschrank vor selbstgestalteten Klamotten platzen.

Hannes Kaufmann, Hannes Kaufmann

Hannes Kaufmann - Im Jahr 1989 in Baden-Württemberg geboren, wuchs ich seit meinem dritten Lebensjahr in Bayern auf, wo ich Kindergarten, Grundschule ...

rss