
- Eingewöhnung Kita - Kai Butterweck
Für viele junge Eltern stellt sich mit Beginn der Kita-Zeit eine ganz besondere Frage: Wie läuft die Kita-Eingewöhnung genau ab und welcher Elternteil sollte sie am ehesten begleiten? Der Einstieg in das Kitaleben bedeutet für die meisten Kinder und natürlich auch für die Eltern die erste wirkliche Trennung voneinander. Für beide Seiten beginnt ein völlig neuer Lebensabschnitt und gerade deshalb sollten sich Eltern schon frühzeitig mit der Thematik befassen um die Aufregung und die Anspannung, die definitiv am ersten Kita-Tag vorhanden sein wird, auf ein Minimum zu reduzieren. Ganz besonders wichtig ist eine behutsame Eingewöhnung des Kindes, da sich viele Eltern und auch Kinder gerade in den ersten Tagen einer seelischen und emotionalen Überforderung gegenüberstehen. Demnach sollte die Eingewöhnung so sanft wie möglich im Einvernehmen mit der jeweiligen Kitaleitung angegangen werden.
Kurze Trennungsphasen am Anfang
Die Trennungsphasen in den ersten Tagen sollten nicht länger als wenige Minuten andauern, so dass das Kind sich an die Situation bedächtig gewöhnen kann. Der Abschied von der Vertrauensperson wird in der Regel schwer fallen und umso wichtiger ist es, dass die Zeitspanne zwischen Abschied und Wiedersehen so kurz wie möglich gehalten wird. Diese Trennungsphasen werden dann in den folgenden Tagen systematisch verlängert, ohne unnötigen Druck aufzubauen. Grundsätzlich gilt: Je länger die Eingewöhnung dauert, umso einfacher hat es das Kind später bei der Eingliederung in das soziale Umfeld einer Kita. Es sei denn, das Kind gewöhnt sich ungewöhnlich schnell an die neue Umgebung. Dann sollte man die Eingewöhnungszeit nicht unnötig in die Länge ziehen.
Sicherer Hafen
Innerhalb der Eingewöhnungszeit sollte der Elternteil darauf achten, dass man dem Kind nach Möglichkeit lediglich einen „sichern Hafen“ bietet, an den sich das Kind jeder Zeit wieder zurückziehen kann, wenn die neuen Eindrücke für einen Moment Überhand gewinnen. Der Elternpart sollte es vermeiden aktiv am Geschehen teilzunehmen, sondern lediglich beobachten und im Einzelfall als der oben erwähnte „sichere Hafen“ fungieren. Das fällt vielen Müttern und Vätern in der ersten Zeit schwer, da man ständig geneigt ist, den Verlauf tatkräftig zu unterstützen in dem man fälschlicherweise versucht das Kind durch „Interagieren“ von der neuen Situation abzulenken. Je weniger der Elternteil letztendlich in das Geschehen eingreift, umso schneller gewöhnt sich das Kind an das neue Umfeld und vor allem auch an die neuen Vertrauens- und Bezugspersonen. Detaillierte Vorgehensweisen und Praktiken sehen natürlich von Einrichtung zu Einrichtung etwas anders aus, aber grundlegende Dinge, wie Ruhe und Behutsamkeit sollten überall gelten.
Akzeptanz der neuen Vertrauensperson
Die Eingewöhnungszeit wird in der Regel dann als beendet betrachtet, wenn das Kind die jeweilige Erziehungsperson als Vertrauensperson akzeptiert hat, was sich etwa daran erkennen lässt, dass die Person es schafft, das Kind wenn nötig ohne Hilfe des Elternteils zu beruhigen. Spätestens wenn die Trennungszeiten einen kompletten Vormittag andauern und auch die Mittagszeit inklusive dem eminent wichtigen Mittagsschlaf ohne Probleme ablaufen, kann man die Eingewöhnungszeit als abgeschlossen ansehen.
Väter im Vormarsch
Während in der Vergangenheit im Wesentlichen die Mütter für die Eingewöhnung zuständig waren, kann man in den letzten Jahren eine interessante „Gegenbewegung“ feststellen. Immer mehr Väter wollen aktiv am Kita-Alltag teilnehmen und lassen es sich auch nicht nehmen die wichtige Phase der Eingewöhnung zu übernehmen. Die Erfahrungen zeigen, dass dies eine durch und durch positive Entwicklung offenbart und insbesondere für die Väter eine wichtige und unvergleichliche Erfahrung in der Kindeserziehung darstellt. Doch ganz egal, wer die Aufgabe schlussendlich übernimmt – wichtig ist, dass die Zeit möglichst nur von einem Elternteil begleitet wird und nicht gewechselt wird. So ritualisiert sich die Eingewöhnung für das Kind schneller und vereinfacht den Prozess.
