Einnahme von Blutgerinnungshemmern und Ernährung

Rosenkohl: sehr Vitamin K-haltig - Benjamin Klack, Pixelio
Rosenkohl: sehr Vitamin K-haltig - Benjamin Klack, Pixelio
Bei der oralen Einnahme von Blutgerinnungshemmern ist bis zu einem gewissen Grad auf den Vitamin K-Gehalt bestimmter Nahrungsmittel zu achten.

Vitamin K, das in vielen Nahrungsmitteln enthalten ist, ist der natürliche Gegenspieler zu Blutgerinnungshemmern wie Marcumar oder Coumadin. Bei der Einnahme der vorgenannten Antikoagulantien wird der Vitamin K-Gehalt im Körper herabgesetzt, sodass die Blutgerinnungszeit verlängert wird, aber nie ganz aufgehoben. Im Falle stärkerer Blutungen, zum Beispiel nach einem Unfall, kann der Vitamin K-Gehalt durch die Gabe von Konakion-Tropfen rasch normalisiert werden, um so einen zu großen Blutverlust zu verhindern. Vitamin K setzt also in zu großen Mengen die Wirkung von Blutgerinnungshemmern herab.

Vitamin K und Blutgerinnungshemmer

Der Hinweis in den Beipackzetteln von Marcumar und Coumadin zum Genuss von Vitamin K-haltigen Lebensmitteln erfolgt ohnehin eher aus formaljuristischen Gründen, dennoch sind bei Einnahme von Antikoagulantien und Vitamin K-haltigen Lebensmitteln einige Hinweise aus den oben genannten Gründen zu beachten.

In welchen Lebensmitteln ist viel Vitamin K enthalten?

Eine detaillierte Aufstellung hierzu findet sich in Ratgebern zum Thema "Blutgerinnungshemmer" beziehungsweise "Gerinnungsselbstmanagement", des Weiteren auf der Webseite marcumar.de.

Allgemein gilt, dass viel Vitamin K (mehr als 0,1 Milligramm pro 100 Gramm des jeweiligen Nahrungsmittels) in grünem Gemüse enthalten ist, vor allem in allen Kohlsorten, in diversen Salatsorten (u.a. Grüner Salat, Feldsalat), Brokkoli oder Spinat. Die Gurke hingegen, die zwar auch ein "grünes Gemüse" ist, enthält eher wenig Vitamin K.

Auch im Rindfleisch ist viel Vitamin K enthalten sowie auch in diversen Geflügelsorten wie beispielsweise Hähnchen- oder Putenfleisch. Schweinefleisch hingegen enthält wenig Vitamin K, genau wie Entenfleisch. Hühner-Eier haben einen mittleren Vitamin K-Wert. Der Genuss des täglichen Frühstückseis und der gelegentliche Verzehr von Spiegel- oder Rühreiern ist somit unproblematisch.

Vorsichtsmaßnahmen bei Antikoagulantien-Einnahme und Ernährung

Mittlerweile ist es zwar kein Problem mehr, sich bei der Einnahme von Blutgerinnungshemmern auch rein vegetarisch zu ernähren, obwohl in vielen Gemüsesorten mittlere oder hohe Vitamin K-Werte vorhanden sind, dennoch sollten - unabhängig von der Ernährungsweise - einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden.

Die Wirkung von Blutgerinnungshemmern wird sicherlich nicht durch den Verzehr von einem Teller Spinat herabgesetzt und auch nicht dadurch, wenn sich als Zutaten auf Ihrer Pizza unter anderem Spinat und Brokkoli befinden. Es wird beispielsweise lediglich vom Konsum von beispielsweise drei Tellern Spinat an einem Tag abgeraten, da dann die Wirkung des Blutgerinnungshemmers tatsächlich herabgesetzt werden kann, sodass die Blutgerinnungswerte des Patienten außerhalb des individuellen therapeutischen Bereichs (Quick- beziehungsweise INR-Wert) liegen können.

Wie bereits angesprochen, enthält auch Rindfleisch viel Vitamin K. Aus diesem Grunde ist es beim Besuch eines Steakhauses ratsam, sich nicht gerade das größte T-Bone-Steak (400 bis 500 Gramm) zu bestellen, das das Restaurant in der Speisekarte gelistet hat, ein kleineres Steak von 100 bis 250 Gramm Gewicht ist hingegen eher unproblematisch und hat keine Auswirkungen auf die Blutgerinnung.

Eine ausgewogene Ernährung ist trotz aller Vorsicht für Marcumar-Patienten wichtig

Auch wenn es eine Reihe von Nahrungsmitteln gibt, die viel Vitamin K enthalten, sollte trotzdem auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden - nicht nur von Patienten unter oraler Gerinnungshemmung, sondern im Allgemeinen - die sich ja aus verschiedenen Komponenten wie Fleisch (sofern man sich nicht vegetarisch ernährt), Brot- und Teigwaren, Milchprodukten, Obst und Gemüse zusammen setzt. Lediglich ein deutliches Zuviel an Vitamin K-haltigen Lebensmitteln wie etwa die oben angeführten drei Teller Spinat an einem Tag können negative Auswirkungen auf die Blutgerinnung haben und somit die Wirkung von Antikoagulantien herabsetzen.

Quellen:

Dr. med Angelika Bernardo; Dr. med. Carola Halhuber: Gerinnung-Selbstbestimmung leicht gemacht. Begleitbuch für das Schulungs- und Behandlungsprogramm mit oraler Gerinnungshemmung (SPOG). 5. überarbeitete Auflage, Stuttgart 2006

Schulung zum Gerinnungsselbstmanagement, Elisabeth-Krankenhaus Essen, 23./24. Februar 2011

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

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Bildnachweis:

Blattspinat; Steak medium: (c) wrw, Pixelio

Milch: (c) almotti, Pixelio

Rosenkohl: (c) Benjamin Klack, Pixelio

Alexandra Döll, Autorin, Marina Hong, Düsseldorf

Alexandra Döll - Persönliche Daten: geboren 1974 in Essen, wohnhaft ebendaFamilienstand: ledig, keine KinderAbitur 1993, anschließend ...

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